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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Leserbriefe

Kindsmörder erhitzt die Gemüter

13.08.2011

„Verurteilter Kindsmörder Gäfgen erhält Entschädigung“, Titelseite, und der Leitartikel „Dilemma“ von Rolf Seelheim, Meinungsseite, 5. August.

Natürlich geht das Urteil im Fall Gäfgen in Ordnung, wir leben schließlich in einem „Rechtsstaat“.

Aber man stellt sich folgenden Fall vor. „Ein Kindermörder verklagt den Staat auf Schadensersatz, weil ihn die Polizei nicht dingfest gemacht hat und er die ganze Zeit mit seiner Tat leben musste, nun unter psychischen Spätfolgen leidet, natürlich alles durch einen Gutachter bestätigt.“

Hört sich absolut absurd an, aber sicherlich das Urteil im Falle Gäfgen nicht minder.

Wie schon im Kommentar von Rolf Seelheim, der Entführer ist von den Verhörmethoden traumatisiert, aber offenbar nicht von der grausamen Ermordung eines Kindes.

Man kann nur hoffen, dass es bei diesem einen Fall bleibt!

Wilfried Heitmann, Westerstede

Rolf Seelheims Kommentar zur Entschädigung für den Mörder Magnus Gäfgen wäre vollkommen, enthielte er das klare Bekenntnis Täterrechte nicht ausufern zu lassen. Gäfgen hat kaltblütig den elfjährigen Jakob von Metzler erstickt und ihm dabei wohl in die todesgeängstigten Augen gesehen. Über dieses Bild ist der Frankfurter Richter mitleidlos hinweggegangen. Wäre er ein gerechter Richter, hätte er das Recht des Gäfgen auf Menschenwürde bestätigen und es ohne eine Entschädigung dabei bewenden lassen können. Mit seinem Spruch verschaffte Richter Christoph Hefter dem Kindesmörder eine unangemessene Genugtuung. (...)

Alfred Pfeiffer, Wardenburg

Verbrechen lohnt sich doch?! Der arme von bösen Polizisten bedrohte Kinderschänder fühlte sich in seiner Menschenwürde verletzt, klagte auf Entschädigung und bekommt sie auch noch!? Es ist doch einfach unglaublich, dass „Unmenschen“ für ihr widerliches und unmenschliches Verhalten auch noch „bezahlt“ werden!? (...)

Wie ist er denn wohl mit dem kleinen Jungen umgegangen: Hat er ihn angeschrien, hat er ihn geschlagen? Er hat ihn geschändet und er hat ihn sogar getötet!

Dafür gibt’s Gefängnis: warme Unterkunft, gute Verpflegung, medizinische Versorgung, Fernsehen... ein sorgenfrei geregeltes Leben.

Ist das eine Strafe? Hier wohl eher eine Belohnung... und dann noch versüßt mit einem 3000-Euro-Bonbon!

Ellen Cloer, Bösel-Hülsberg

Es war klar, dass unsere Justiz zum wiederholten Male zeigt, dass man mehr für Täter- als für Opferschutz plädiert. Die Eltern des getöteten Jungen werden in ihren Gefühlen erneut tief verletzt sein. Die Polizei hat damals mit allen Mitteln versucht, den Jungen lebend zu finden, zumal ja noch die Hoffnung dazu bestand. Welcher Elternteil würde das nicht verstehen? Ich selbst bin kein Freund von Folter o.ä., dennoch hätte man hier anders entscheiden müssen. Die Polizeibeamten waren damals zur Rechenschaft gezogen worden, der Täter aber bekommt noch Geld dafür. Aber das ist Deutschland, wir begeben uns immer mehr auf einen gefährlichen Grat. (...)

Harald Rabe, Oldenburg

Die Tötung eines Maulwurfes, der große Schäden auf unseren Ländereien verursacht, wird mit bis zu 12 000 Euro€ bestraft.

Die bestialische Ermordung eines Kindes wird mit 3000€ Euro belohnt. Das ist unser Rechtsstaat.

Helmut Alter, Elsfleth/Fuchsberg

Ach, was sind wir doch alle so rechtsstaatlich. Die unerträgliche Entscheidung der Justiz, dem Kindermörder Gäfgen eine Entschädigung zuzusprechen, entzürnt mich und pervertiert meines Erachtens jegliches Rechtsempfinden. (...) Vereinfacht ausgedrückt hat Rechtsstaatlichkeit auch etwas mit Gerechtigkeit und nicht nur mit Justizförmigkeit staatlicher Entscheidungen zu tun.

Es gibt eben Situationen im Leben, die nicht mit Gesetzen zu fassen sind. Unter Berücksichtigung einer ethischen, moralischen und verfassungsrechtlichen Rechtsgüterabwägung im Rahmen der Gefahrenabwehr zur Rettung des ermordeten Kindes zum Schutz seines Grundrechtes auf Leben und der Zwangsandrohung der Zufügung von Schmerzen zur Auffindung des Kindes überwiegen die Lebensrechte des Kindes. (...) Gräfgen kann sich glücklich schätzen, dass in der Bundesrepublik Deutschland aus humanitären Gründen die Todesstrafe abgeschafft ist.

Dennoch gilt es zu bedenken, dass alle Polizeigesetze der Bundesländer den finalen Rettungsschuss (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tödlich wirkender Schuss) zur Abwendung einer Gefahr von Leib und Leben z.B. bei Geiselnahmen vorsehen. Gemessen an der vergleichsweisen Eingriffsqualität eines finalen Rettungsschusses in Relation zur Androhung der Zufügung von Schmerzen stellte die Androhung von Schmerzen gem. des Rechtsgrundsatzes a maiore ad minus zweifelsohne einen geringerwertigen Eingriff dar. Gäfgen hatte einen rechtsstaatlichen Strafprozess, konnte in seiner Haftzeit sogar noch Jura studieren. Was wollen wir einem solchen kaltblütigen Mörder noch zubilligen?

Heinz-Georg Plettenberg, Kriminalrat a. D.      Petersfehn I

Es zeugt schon fast von Hilflosigkeit oder Fatalismus, ein derartiges Urteil noch als einen Ausdruck von Rechtstaatlichkeit zu bezeichnen. Wie will ein verantwortlicher Politiker der steuerzahlenden Bevölkerung klarmachen, dass von ihrem sauer verdienten Geld noch derartige verfassungsrechtlich begründete Spielchen getrieben werden. Fast wie ein Hohn klingt dann noch die Bemerkung, dass all dieses wie das Schlucken einer dicken Kröte hinzunehmen sei. Dieser Vorgang ist nicht der Preis der Freiheit, sondern das Ertragen von Nachteilen infolge realitätsfremder Gesetze. Für einen Preis muss immerhin eine Leistung erbracht werden. Es ist bezeichnend für diesen Mörder, seine Menschenwürde als verletzte zu beklagen und dabei fehlendes Unrechtsbewusstsein zu leben. Selbst mein Hund zieht bei Verfehlungen den Schwanz ein. Und der ist ein Tier.

Harald Menge, Varel

Dieses Urteil kann nur das Ende für einen Rechtsstaat sein. Wenn Mörder, Vergewaltiger und Kinderschänder die gleichen Rechte genießen können wie der Normalbürger hat das System ohne Frage versagt. Genau wie unser Sozialsystem, das beispielsweise 18-jährige Schulabbrecher unterstützt anstelle jener welche das System tragen. Mit dieser Vorgehensweise müssen wir uns nicht wundern, dass ganz Europa über uns lacht. (...)

Ulrich Salvamoser, Oldenburg

Die Ansicht des Grünen-Rechtsexperten Jerzy Montag – „In einem Rechtsstaat dürfen von der Polizei keine unlauteren, unsauberen Mittel angewendet werden“ – ist auch nach meiner Ansicht prinzipiell zwar richtig, nur scheint er übersehen zu haben, dass es seit Existenz des Grundgesetzes gängiges Recht und gängige Praxis ist, dass zur Abwehr einer Gefahr für ein höherwertiges Rechtsgut nach sorgfältiger Abwägung ein geringerwertiges Rechtsgut verletzt werden kann. Bisher dachte ich, das höchste Rechtsgut in unserem Staate sei das Menschenleben, z. B. das des von Gäfgen entführten Kindes. Offenbar falsch gedacht: Das Landgericht Frankfurt belehrt mich jetzt, die Menschenwürde ist bedeutender. So kann jetzt mit Menschenwürde gemordet werden, wer es denn will. Aber irgendwie fühle ich mich durch diese Rechtsauffassung doch peinlich an die Schildbürger im Staate Schilda erinnert.

Björn von Mücke, Oldenburg

Das Urteil, das die Richter gefällt haben im Rechtsstreit um Markus Gäfgen, kann sicherlich kein gesetzestreuer Bürger verstehen. Hier wird einem Mörder ein „Schmerzensgeld“! in Höhe von 3000 Euro zugebilligt, weil ihm Schmerzen angedroht worden sind, wenn er nicht das Versteck des Jungen verrät, den er entführt hat. (...) Hierdurch erlitt Gäfgen angeblich ein „Trauma“, das ihn bis heute nicht ruhig schlafen lässt. (...)

Welche Stelle des Staates kümmert sich um die Eltern des ermordeten Jungen? Welcher Richter spricht den Eltern ein Schmerzensgeld zu? (...) Wann können die Eltern wohl wieder richtig schlafen? Bei diesem Urteil bestätigt sich bei den Bürgen die Meinung! „Täterschutz geht vor Opferschutz!“

(...) Ich bin froh und glücklich, in diesem Rechtsstaat zu leben. Auch dem Richter dürfte das Urteil nicht leicht gefallen sein, er musste aber so nach Gesetzeslage entscheiden. Und da das Recht ist, muss man sich fragen dürfen, ob es hier nicht einer Änderung bedarf.

Evert-Geert Wassink, Dänikhorst

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