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Kirche sollte letztes Fünkchen Vertrauen bewahren

Betrifft:

„Zeit zum Umdenken“, Kommentar von Thomas Hellmold zu den Missbrauchsfällen in der Kirche, Meinung, 23. Februar, und weitere Berichte zum Thema

In fast allen 27 Bistümern Deutschlands wurden anscheinend Kinder und Jugendliche meines Alters von Vertretern der Kirche missbraucht und vergewaltigt. Ich als junger Katholik kann es nicht fassen, wie dilettantisch sich meine Kirche in der Öffentlichkeit präsentiert und weiterhin jegliche Kritik an sich verbietet. Eine Institution, die durch ihre teils weltfremden Positionen, wie dem Verbot von Kondomen oder ihrer Ablehnung gegenüber Homosexualität, ohnehin schon an Rückhalt in der jungen Generation verliert, sollte alles daran setzen, wenigstens das letzten Fünkchen Vertrauen in die Kirche bei uns Jugendlichen zu bewahren.

Jan Buchmüller

Cloppenburg

F

Geistliche sind auch nur Menschen, wie die Trunkenheitsfahrt der evangelischen Bischöfin Margot Kässmann und die sexuellen Kindesmissbräuche katholischer Pfarrer beweisen. Sie sollten sich nicht den Anschein geben, einem Gott näher zu stehen als andere, sofern es überhaupt einen gibt. Seit der Aufklärung und insbesondere durch die Evolutionslehre von Charles Darwin darf mit Recht die Existenz von Göttern bezweifelt werden. Die Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Namen der Religionen sind ein weiterer Grund für den Vertrauensverlust. So kamen im Mittelalter bei Hexenverfolgungen und Kreuzzügen Millionen von Menschen ums Leben (...).

Manfred Pradel

Oldenburg

F

Gelegentlich wird immer wieder die Aufhebung des Pflichtzölibats der röm.-kath. Kirche gefordert mit der Begründung, dass die frühere Kirche keine Verpflichtung der höheren Kleriker zur Ehelosigkeit kenne und der Zölibat eine Erfindung der Papstkirche seit dem Konzil von 1139 sei. (...) Nach späterer Forschung stand am Anfang aber etwas Umfassenderes als wir heute vom Zölibat verstehen. Danach verzichteten die höheren Kleriker in früherer Zeit auf jede Ausübung der Sexualität. Diese weitgehend beobachtete Disziplin einer völligen und dauerhaften Enthaltsamkeit aller höheren Kleriker wurde unter dem Einfluss der unverfälschten geistlichen Vorstellung einer Ganzhingabe an Gott und seinen Dienst nach Jesu Lebensstil und seiner Sendung gelebt. So muss der heutige Zölibat in einer geschichtlichen

Kontinuität zur ursprünglichen Disziplin der Klerikerenthaltsamkeit zur Zeit der Apostel zumindest aber seit spätneutestamentaler Zeit gesehen werden. (...)

Die Ehelosigkeit als eschatologisches Zeichen, die die Kirche den geweihten Priestern über ihre Sendung auferlegt, mit ausgesagter Totalinbesitznahme durch Gott und der völligen Verfügbarkeit gegenüber den Menschen führen nach Jesu Maß unumgänglich in die vollkommene Selbsthingabe am Kreuz, in der sich Gottes Liebe endgültig offenbart.

Wilfried Dierks

Hatten-Sandkrug

F

Papst, lat. – papa – Vater aller Katholiken. Er besitzt die „Schlüsselgewalt“, ist oberster Richter, Gesetzgeber, Aufseher und Lehrer der Kirche. Da fällt es mir schwer zu glauben, dass er von allen Missbrauchstätern nichts gewusst hat. Es wird in der vermeintlich „sauberen“ unantastbaren Kirche verharmlost, vertuscht, gelogen. Man mag es sich nicht ausmalen, was in vergangenen Jahrhunderten in katholischen Einrichtungen mit Kindern geschehen ist.

Heute haben die Opfer, Gott sei dank, die Medien hinter sich. (...)

Erika Abrahams

Zetel

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