„Die zwei Seiten des Wachstums“, Wirtschaft, 26. Oktober

(...) Jeder von uns spürt, wie die Erde sich verändert. Nie habe ich die Nordsee so warm wie in diesem Jahr empfunden. Im Watt gibt es kaum noch Muscheln. Die extremen Wetter nehmen zu. Terror, Kriege und gewaltige Flüchtlingsströme versetzen uns in Angst und Schrecken. Ursache dieser Auseinandersetzung sind nach meiner Meinung nicht die Religionen, das sind vorgeschobene Begründungen, sondern schlicht die Tatsache, dass für eine immer größere Anzahl von Menschen Essen, Trinken und die Unterkunft fehlen.

Ausgerechnet China ist in der Umsetzung des Pariser Abkommens am fortschrittlichsten. Es hat in seine Verfassung die „Ökologische Zivilisation“ aufgenommen. Trotz wirtschaftlichen Wachstums wurde die CO2-Emission von sieben Prozent auf fünf Prozent reduziert. In einem anderen Projekt wurde im Lössplateau, einem 1,5 Millionen Hektar großen Gebiet, die Armut von 2,5 Millionen Menschen behoben. Auch die Logistik wird mit einem ökologischen Weitblick angegangen. In Deutschland werden nur Autobahnen ausgebaut mit immer mehr Lkw und ihren schweren, gefährlichen Unfällen. In China löst man dieses Problem unter anderem mit der Modernisierung und dem Ausbau der Bahn. (...)

Heinz Köhler Ofen

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Unsere Kinder und Enkel werden uns verfluchen, wenn nicht sofort Entscheidendes geschieht, damit die Ziele des Weltklimaabkommens von Paris erreicht werden. Schon jetzt sind die Folgen des Klimawandels deutlich zu spüren. Sie werden aber katastrophale Ausmaße annehmen, wenn der Erwärmung nicht gegengesteuert wird: Der Anstieg des Meeresspiegels, Wetterkatastrophen sowie anhaltende Dürren und Hungersnöte mit Zigtausenden von Toten werden gewaltige Flüchtlingsbewegungen zur Folge haben. Das ökologische Gleichgewicht in der Natur wird sich weiter dramatisch verändern und zu noch stärkerem Artensterben in Flora und Fauna führen. Es ist ungewiss, ob die Menschheit das überleben wird.

Ein Systemwechsel ist vonnöten: Politik und Wirtschaft müssen sich vom Wahn unbegrenzten Wachstums abwenden. Und wir als Verbraucher sind gefordert, den bedenkenlosen Konsum einzustellen.

Dr. Hans-Heinrich Fiedler Oldenburg