„EU hilft bei Schutz vor Wölfen – Tiere: Landwirte sollen künftig alle Schäden erstattet bekommen“, Nachrichten, sowie „Gute Hilfe“, Kommentar von Detlef Drewes, Meinung, 19. Januar

Allein das Land Niedersachsen gibt für das „Wolfsmanagement“ bereits Jahr für Jahr Millionen aus. Der niedersächsische Umweltminister rüstet nun sein Team von Wolfsexperten um weitere fünf Mitarbeiter für ein eigenes „Wolfsreferat“ auf. Auch der EU-Agrarkommissar will (...) mit Subventionen, die bereits in vielen anderen Bereichen in die Irre geführt haben, lenkend eingreifen. Brauchen wir das in der heutigen Zeit, wo die EU in größten Schwierigkeiten ist und sich in kritischen weltpolitischen Situationen bewähren muss?

Zig Millionen €Euro werden allein für Deutschland veranschlagt für Zigtausende Kilometer Zäune, für Tausende von Herdenhunden zum Schutz der Weidelandtiere, und so weiter. Dabei ist bereits in der Praxis eindeutig erwiesen, dass alle bisherigen Präventionsmaßnahmen kaum gewirkt haben. Infolgedessen geht die Anzahl von Schafhaltern (...) dramatisch zurück. Wer übernimmt stattdessen künftig die Pflege brachliegender Naturschutz- und Landschaftsflächen? Und wer die Deichpflege, wenn sich (...) die Wölfe immer weiter in den Nordwesten ausdehnen? (...) Für die Geschädigten steht das extreme Leid ihrer von Wölfen gerissenen Tiere im Vordergrund, nicht die Entschädigungsfrage.

Wer mitreden will, soll sich bitte ein Bild von grausamen Schadensfällen vor Ort machen. Gejagte Herden sind traumatisiert und für den Halter kaum mehr steuerbar, trächtige Schafe verlieren ihre Lämmer, und so weiter. Für die Tierhalter ist das psychisch und emotional, aber auch arbeitstechnisch und wirtschaftlich einfach nicht zu verkraften. Wann begreifen das endlich unsere politisch Verantwortlichen und die Romantiker fern des Geschehens? Die gezielte Wolfsansiedlung in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft ist eine völlig irrsinnige Politik und verschleudert Millionen an Steuergeldern.

Otto Sandkuhl Rechterfeld

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In einem Leserbrief von 2015 habe ich prognostiziert, dass wir von etwa 1000 Wölfen im Jahre 2020 ausgehen müssen – die Zahl ist bereits jetzt erreicht und im Jahre 2023 werden es mindestens 2000 sein. Wenn ich alle Entscheidungen und Reden aus dem politischen Raum in Brüssel, Berlin und Hannover zum Thema Wolf überdenke, muss ich den Eindruck gewinnen, dass etliche der dort zu diesem Thema agierenden offensichtlich von einer Art Wandlitz-Syndrom befallen sind.

Nun will man also alle Schafe so einzäunen, dass der Wolf sie nicht mehr erreichen kann. Glaubt man, dass dadurch der Wolf zum Vegetarier wird? Jeder erwachsene Wolf benötigt pro Tag drei Kilogramm Fleisch! Wenn er Schafe nicht erreicht, wird er Rinder und Pferde nehmen – Haustiere sind nun mal leider leichter zu erbeuten als Wildtiere, zumal deren Anzahl bereits durch den Wolf massiv reduziert wurde – siehe Lüneburger Heide.

Will man dann Rinder und Pferde auch wolfssicher einzäunen? Oder alle in Ställe einsperren?

Der Wolf ist ein Raubtier, das sicher seinen Platz in Naturschutzgebieten und auch auf Truppenübungsplätzen hat – nur in einer überbevölkerten Kulturlandschaft ist er absolut fehl am Platze.

Wilfried Helmsen Neuenkruge