„Denkmal für den Attentäter von Sarajevo“, Nachrichten, 28. Juni

Dass ein serbischer Politiker dem Doppelmörder von Sarajevo, dessen Morde der Auslöser des 1. Weltkrieges mit mehr als zehn Millionen Toten sind, heute als Volkshelden und Patrioten lobt und mit einem Denkmal für weitere Generationen sichtbar ehrt, zeigt, dass zumindest dieser und die sich mit ihm solidarisierenden Politiker das völkisch-patriotische Machtstreben unterstützen und fördern. Dadurch entstandenes – und entstehendes – millionenfaches Leid wird für sie bedeutungslos.

Ihre eigenen Machtoptionen dominieren. Die leidvolle jüngste Geschichte des Balkans und seine schwierige aktuelle Situation führt bei ihnen nicht zur Einsicht, dass übersteigerte Nationalstrukturen immer zu katastrophalen Folgen für die „Anderen“, aber meist auch für die eigenen sogenannten „Patrioten“, geführt haben.

Derartige Politiker sind eine Gefahr für jede friedliche, auf Interessenausgleich angelegte Gemeinschaft. Sie sollten aus dem Machtbereich ausgesondert werden, bevor sie unheilvolle Entwicklungen auslösen können.

Georg Fels Oldenburg