„Autobauer belohnen Mitarbeiter üppig“, Titelseite, 27. Februar und „VW-Beschäftigte erhalten 7500 Euro Rekordbonus“, Wirtschaft, 9. März, und „17 Millionen Gehalt für Winterkorn“, Hintergrund, 13. März
Die Autobauer Daimler, VW und Co. mögen mit Rekordgewinnen „glänzen“ können. Doch mit der geplanten Prämienauszahlung an die Beschäftigten können sie das keinesfalls!
Was für die feste Belegschaft der „Schlag Sahne oben drauf“ sein wird, ist für Tausende und Abertausende Leiharbeiter die bittere Pille!
An die Leiharbeiter werden keine Prämien ausgezahlt. Zählen sie nicht zu den Mitarbeitern? Gerade die Leiharbeiter ziehen doch den Karren aus dem Dreck! Leiharbeiter werden (...) wie Menschen 2. Klasse behandelt. (...) Taktzahlen am Band werden (...) erhöht. Das geschieht ohne Rücksicht auf ältere und körperlich eingeschränkte Arbeitnehmer.
Bei Hochkonjunktur werden Hunderte Leiharbeiter zusätzlich eingestellt. Ist der Umsatzboom gelungen und die Arbeiter geschunden, können sie wieder gehen. Von den bis zu fünfstelligen Sonderzahlungen pro Kopf werden sie keinen Euro sehen, denn ihre Köpfe gehören leider nicht dazu.
Tilde Kramer, Wardenburg
Nach BMW und Porsche legt VW (...) ein Rekordergebnis vor. Und wo die Bosse gut im Futter stehen – 17 Millionen Jahresgehalt allein für Konzernchef Winterkorn – da fällt auch für die Mitarbeiter etwas ab. Für alle Mitarbeiter? Aber nein, den Rekordbonus von 7500 Euro erhalten für ihre „hervorragende Leistung“ ausschließlich die „Tarifbeschäftigten der VW AG in den sechs westdeutschen Werken“. Und was ist mit den Tausenden Leiharbeitern bei VW? Den VW Arbeitern in der Slowakei, dem „Armenhaus der Eurozone“, oder den VW Arbeitern in Lateinamerika? Es wäre schön, wenn auch berichtet würde, in welchem Maße Outsourcing, prekäre Beschäftigung und Arbeitsbedingungen in Billiglohnländern dazu beitragen, dass in der Konzernzentrale Gewinne zusammenlaufen.
Gerd Hunke, Oldenburg
