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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Leserbriefe

Lob für Tierschützer für Mut in Skandal-Hof

17.11.2018
Betrifft: „Schlachthof gibt Fehler zu – Tierquälerei: Zwei Anzeigen gegen Oldenburger Betrieb ’Standard-Fleisch’“, Titelseite, 7. November, sowie mehrere Berichte und Kommentar

Wenn am Schlachthof Oldenburg Rinder gequält und ohne ausreichende Betäubung geschlachtet werden, stellt das mindestens eine Ordnungswidrigkeit, wenn nicht sogar einen Straftatbestand dar. Dieser Vorwurf trifft nicht nur Schlachter und das Aufsicht führende Personal, sondern auch die zuständige Überwachungsbehörde (Veterinäramt).

Daneben verstößt eine solche Handlungsweise eklatant gegen die Berufsordnung, nach welcher jede Tierärztin und jeder Tierarzt aufgrund der fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten in besonderer Weise zum Schutze der Tiere berufen und bestimmt ist. Nicht nur die Würde des Tieres, die im Ethikkodex der Tierärztinnen und Tierärzte anerkannt wird, sondern auch die Würde des Menschen wird verletzt, da in unwürdiger Weise gehandelt worden ist und auch das Ansehen des Berufsstandes beschädigt wird.

Dr. Hans-Heinrich Fiedler
Oldenburg

Was nützt uns eine ordentliche Behandlung der Tiere während der Aufzucht und Mästung, und was nützt uns der ordnungsgemäße Transport, der immer gefordert wird, wenn solchen Zuständen in Schlachthöfen nicht Einhalt geboten wird. Dabei ist es völlig belanglos, wie diese Zustände aufgedeckt werden.

Wenn der Staat nicht in der Lage ist, hier wirksame Kontrollen durchzuführen, wenn nur durch „illegale“ Aufnahmen herauskommt, dass Tiere misshandelt werden, dann muss es schon ein erlaubtes Mittel sein.

Wer stellt sich jetzt hin und klagt an? Es ist wieder einmal die Klientelpartei FDP, die unter dem Deckmantel „Recht“ Unternehmer schützen will, die keinen Schutz verdient haben und es sind betroffene Landwirte, die befürchten, dass in ihren Gemäuern ebenfalls Unrecht zu Tage kommt. Betriebe, die den Tierschutz achten und entsprechend handeln, brauchen keine Ängste zu haben. Wenn jetzt versucht wird, Druck gegen die Aufklärer aufzubauen durch die Drohung des Entzugs der Gemeinnützigkeit, ist das eine falsche Richtung. Druck muss auf die Schlachthöfe ausgeübt werden durch höhere, permanente Kontrolle, damit sie gar nicht mehr in der Lage sind, solche Tierquälereien in den Betrieben durchzuführen. Wenn hierdurch die Kosten für das Kilo Fleisch steigen, müssen die Verbraucher es akzeptieren, um es guten Gewissens wieder essen zu können.

Hermann Arends
Wiefelstede

Wenn die Agrarindustrie mit ihren politischen Verbündeten in der FDP von „geschlossener Kreislaufwirtschaft“ redet, meint sie nichts anderes als „Geschlossene Gesellschaft!“ Also unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dr. Christine Bothmann, Leiterin Abtlg. A (Tiergesundheit) beim Laves sorgt sich gar um eine „vierte Gewalt“, wenn Bürger genauer hinsehen und die Bundeslandwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Julia Klöckner die Parole ausgibt: „Wir brauchen keine selbst ernannten Aufpasser“. Dabei wäre es ihre Aufgabe gewesen, mit zuverlässigen Veterinären in dem Schlachthof solche abscheulichen Verbrechen zu verhindern.

Es drängt sich mir die Frage auf, für welchen Preis die beamteten Veterinäre weggesehen haben. Hier offenbaren sich meines Erachtens mafiöse Strukturen, die um ihre gewohnten „Schutzräume“ bangen.

Was wäre, wenn die Tierschutzorganisationen nach dem bewährten Muster der Fleischbranche die investigative Recherche outsourcen und den ausgebeuteten Werksvertragarbeitern in den Schlachthöfen zu einem Nebenverdienst verhelfen? Immerhin sind Nebenverdienste bei Politikern wichtige Einkommensbestandteile, wenn auch nicht unbedingt im Niedriglohnbereich. Oder die Fleischindustrie aus den Tierfabriken und Schlachthöfen keine „Hochsicherheitstrakts“ macht und stattdessen glaubwürdige Transparenz praktiziert. Dann sind nächtliche Stallbesuche entbehrlich, und wenn ein Mast- oder Schlachtbetrieb nichts zu verbergen hat, kann er auch bei Tageslicht Besucher empfangen. So einfach ist das.

Wilfried Papenhusen
Wildeshausen

Ich esse gerne Fleisch. Aber auch ich bin für Tierwohl bei der Aufzucht, Transport und Schlachtung. Die Missstände, die in jüngster Zeit im Oldenburger Schlachthof und anderswo aufgedeckt wurden, dürfen nicht sein und die Verantwortlichen und Beteiligten müssen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Verantwortung gezogen werden. Eine Schließung der betroffenen Schlachtereien würde die Betreiber am härtesten treffen.

Eine Schließung regionaler Schlachteinrichtungen zieht aber automatisch weitere und damit längere Tiertransporte nach sich. Das kann nicht im Sinn von Tierschützern sein.

Schlachthöfe sollten nicht geschlossen werden. Stattdessen müsste eine Zwangspause eingeleitet werden, während der die Missstände ausgemerzt werden müssen.

Die Aussage der Schlachtindustrie „Beim Schlachten hört die Bioidylle auf, hier werden alle gleich behandelt“, kann nicht so gemeint sein. Tatsächlich müsste bei der Schlachtung der höchste Standard für alle Fleischkategorien gelten. Somit sollten tatsächlich alle gleich behandelt werden.

Alle Schlachtbetriebe müssen deutlich besser überwacht werden (zum Beispiel unverfälschbare Kameraüberwachung). Ein höherer Personaleinsatz staatlicher Stellen darf nicht aus Steuermitteln bestritten werden. Eine fleischmengenbezogene Abgabe wird unmittelbar den Verursacher, den Konsumenten, belasten. Diese (sehr geringe) Mehrausgabe sollte der Tierschutz jedem von uns wert sein.

Ike Twelker
Jeddeloh II

Unendliches Tierleid erfordert rigorose Maßnahmen gegen alle Beteiligten und das konsequente Durchgreifen der zuständigen Behörden.

Unverzügliche Betriebsschließung. Verurteilung des Schlachthofbetreibers einschließlich Lizenzentzug. Beteiligten Tierärzten wird die Approbation entzogen durch Widerruf. Entlassung des Schlachthofpersonals einschließlich empfindlicher Bußgeldzahlungen. Alkoholverbot auf dem gesamten Betriebsgelände! Wiederinbetriebnahme erst nachdem Umbaumaßnahmen nach Angaben der US-Tierwohlexpertin Mary Temple Grandin durchgeführt wurden. Betreiben des Betriebes unter Beachtung von Tierschutzindikatoren am Schlachthof nach Erkenntnissen der Internationalen Gesellschaft für Nutztierhaltung (IGN). Durchgehende Videoüberwachung.

Im Übrigen: Betriebe mit artgerechter Tierhaltung müssen ihre Stallungen ganz sicher nicht verbarrikadieren; wer Tierwohl vor Profitgier stellt, wird nichts befürchten müssen.

Die Industrie schreibt ihre eigenen Gesetze, ungeahndet? Politik und Behörden tanzen doch wohl nicht nach „industriellen Machtpfeifen“??

Die Arbeit von Tierschutzorganisationen ist wichtiger denn je – diese nicht zu unterstützen, ist beweisbar der falsche Weg!

Ulrike Klimsch
Oldenburg

Empörend finde ich, dass neben der wahnsinnigen Ausbeutung und miesen Behandlung der Tiere nun die Schuld dem schwächsten Glied, den Werkvertragsarbeitern, zugeschoben wird. Die Bonzen, wie Tönjes (Schalke 04) und Co., machen sich durch das Leid der Tiere und die Ausbeutung der EU-Bürger aus Rumänien und Bulgarien gierig die Taschen voll. Wir, die Verbraucher, schauen immer schön zu, Hauptsache das Kilo Fleisch kostet 3,99 Euro€. Weiter stelle ich in den Raum, welcher deutsche Arbeiter im Schlachthof soll denn Tiere quälen, meint denn irgendjemand, dass Deutsche dort noch einen Handschlag ausüben? Es muss sich etwas mit den Schlachthöfen in Deutschland ändern. Wir haben völlig das Verhältnis zu den Tieren verloren. Strafen, die verhängt werden sind lächerlich, oft werden Strafverfahren eingestellt. Ich habe fertig.

Karsten Rieger
Moormerland

(...) Ihr Beitrag, der die Aufmerksamkeit auf das Behördenversagen lenkt statt auf das illegale Vorgehen der Tierschützer, bringt auf den Punkt, worum die Debatte eigentlich gehen sollte – wenn ich auch gleich an dieser Stelle ausdrücklich keinen Hehl daraus machen möchte, dass ich das Vorgehen der Tierschützer mit aller Vehemenz begrüße. Der Planet braucht genau diese mutigen Pioniere, um den profitorientierten Machenschaften und Netzwerken etwas entgegenstellen zu können. Man kann vor den Aktivisten nur in die Knie gehen. Als Journalist lassen Sie das Verletzen der rechtsstaatlichen Spielregeln entsprechend ihrer beruflichen Ethik natürlich nicht außer Acht. Dennoch ist es Ihnen gelungen, die Angelegenheit ins richtige Licht zu rücken. Wie gesagt – dafür möchte ich Ihnen danken. Es ist mir beim Lesen sprichwörtlich „heruntergegangen wie Öl“.

Andrea Schock
Bremerhaven

(...) Was (...) im Oldenburg- Schlachthof und schon zuvor in Bad Iburg mit dem Mitgeschöpf Tier angestellt wurde, ist in allerhöchstem Maße ein Straftatbestand! Der Staatsanwalt wird hoffentlich erfolgreich ermitteln, um die Täter vor Gericht zu bringen! Wie es aussieht, sind Rinder, also sogenannte Nutztiere, im Oldenburger Schlachthof geprügelt, getreten, geschlagen und mit Elektroschocker gequält worden, und sogar ohne adäquate Betäubung vom Leben zum Tode befördert worden! Wenn das stimmt, dann ist das widerlich! Und es verstößt gegen das Tierschutzgesetz!

Ihrer Autorin Frau Haß stimme ich in vollem Maße zu; ihr Text ist ziemlich klar! Dennoch ein paar Anmerkungen von mir gepaart mit Erfahrungen im Tierschutz.

Meine Erfahrung sagt mir, dass aktiver Tierschutz, speziell im sogenannten Nutztierbereich fast unmöglich ist! Eine gigantische Fleischmafia gibt Takte vor, wie es auf einem Schlachthof zuzugehen hat! Es muss geräuschlos gehen, schnell und äußerst effizient!

Getötet wird auf einem Schlachthof im Sekundentakt! (...)

Dieter Schmidt
Bad Zwischenahn

Betrifft: „Gier bestrafen“, Kommentar von Chelsy Haß, Meinung, 7. November

Ich bin wieder mal entsetzt und fassungslos über die von Tierschützern aufgedeckten Missstände. Ob legal oder illegal, diese Aktivisten verdienen meinen Respekt. Mich macht das alles nur traurig und wütend zugleich, auch die Titelseite der NWZ vom 7.11. „Schlachthof gibt Fehler zu“. Das klingt so, als hätten die Verantwortlichen nach ein paar Bier zu viel in aller Öffentlichkeit gegen einen Baum gepinkelt. Hier geht es um barbarische Tierquälereien, die mit einem Übermaß an Gleichgültigkeit aus reiner krankhafter Profitgier zugelassen, geduldet und offenbar angeordnet werden. Sogar Amtstierärzte sind dabei. Die Boni-Zahlungen (gleiche Titelseite) sind wohl das Schweigegeld dafür. Das zeugt von einer absolut niedrigen Hemmschwelle aller Beteiligten. (...) Und die Politik? ... wird bestimmt durch die Lobby der Fleischindustrie. Tierschutz gibt es nur auf dem Papier. ... und die Stadt Oldenburg? ... bloß stillhalten, die Gewerbesteuer könnte ja wegfallen! Vor Jahren gab’s schon im Spiegel TV schockierende Bilder über Deutschlands Schlachthöfe. Was hat sich geändert: nichts. Die Missstände gehen weiter. Geplante Videoüberwachungen werden wohl zur Freude der Schlachthausbetreiber an der DSGVO scheitern. Ich und viele andere fühlen sich einfach nur ohnmächtig. Die einzige legale Chance: das eigene Konsumverhalten ändern! Ich verzichte seit einigen Jahren komplett auf Fleisch und … ich vermisse gar nichts! Weniger Konsum = mehr Tier- und Umweltschutz. Und auch unsere Krankenkassen würden erheblich entlastet durch weniger Krebs- und andere Folgekrankheiten. (das wiederum könnte natürlich ein zusätzliches Problem für unsere Rentenversicherung werden) So wird wohl alles beim Alten bleiben.

Wilfried Scheide
Oldenburg

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