Es sind nicht die Verbraucher, die Hühner in Käfige sperren. Es sind nicht die Verbraucher, die Schweine auf Spaltböden halten. Und so weiter, und so weiter.
Es sind einzig und alleine die Bauern, die sich in hohem Maße an den Tieren versündigen. Die Landwirtschaft ist der am höchsten subventionierte Wirtschaftszweig in Deutschland. Ich habe kein Verständnis für die ewig stöhnende Bauernschaft. Es ist eine unverschämte Anmaßung, die Verantwortung auf Verbraucher mit kleinen Einkommen abzuwälzen.
Es ist schon erstaunlich, von welcher Unkenntnis, Nicht-Wissen-Wollen oder Verdrängung ein Kommentar gezeichnet sein kann. Die armen Massentierhalter unterliegen ja solchen Zwängen und haben solche Mühe, die in tierunwürdigen Verhältnissen gehaltenen Lebewesen zu versorgen. Sie haben es ja auch so schwer mit ihrem Image, da ja Filme und Fotos von Tierschutzverletzungen „kursieren“ (häufig in Verbindung mit Gerüchten gebraucht). Allein diese Wortwahl disqualifiziert den Kommentator.
Dann aber noch zu behaupten, die Ringelschwänze der Schweine seien nachteilig für die Aufzucht der Tiere und seien eine Aufforderung für die Artgenossen, daran zu knabbern, ist ein starkes Stück. Es fehlt nur noch die Behauptung, dass man sie deshalb ohne Betäubung bis zum vierten Lebenstag kürzen (...) muss, was nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft starke Schmerzen verursacht.
Nachteilig für die Aufzucht ist somit einzig und allein der Mensch. (...)
Dass das Einziehen von Ohrmarken beim Schwein für mehr Qualen sorgt als die betäubungslose Amputation von Teilen des Schwanzes, mag stimmen. Nicht erwähnt wird bei dem Kuhhandel, den der Kreislandvolkvorsitzende Berges vorschlägt, dass das Schwanzbeißen sichtbare Folge von Verhaltensstörungen ist, die bei Schweinen in den derzeit gebräuchlichen Stallsystemen entstehen.
Die Tiere leiden daran, dass sie artspezifische Verhaltensweisen nicht ausleben können, das führt zu Fehlverhalten und schränkt ihr Wohlbefinden ein. Es müssen also die Haltungsbedingungen verändert werden (...).
Es verteuert zwar das Schnitzel, wäre aber ein guter Schritt hin zu mehr Tierwohl und würde das Image der Schweinehalter verbessern.
(...) Ich nehme Herrn Schulte ab, dass er ein reines Gewissen hat. Ich nehme ihm ab, dass er wirklich aus vollster Überzeugung hinter seinem Betrieb, in dem 140 000 Hähnchen und 260 Sauen gehalten werden, steht. Ich nehme ihm ab, dass er aus seiner Sicht das Beste will.
Aber ich habe eine andere Sichtweise der Dinge. Der Versuch, mit diesem Bild in der Ausgabe der NWZ, das verschwommen eine flächendeckende Gelbfärbung aufweist, die für sich spricht, und des Weiteren mit den Videosequenzen „Anlieferung der Küken“ und „Beobachtungen nach dem Einstallen“ das Image der Geflügelmästerei aufpolieren zu wollen, hat bei mir genau das Gegenteil des Beabsichtigten bewirkt, auch wenn es Bilder aus Massentierhaltungen gibt, die weitaus schlimmer sind. Massentierhaltung in jedweder Form ist ein Unrecht, und niemand auf dieser Welt hat das Recht, mit der lebendigen Kreatur so gefühllos umzugehen. (...) Wenn wir den Kauf dieser Produkte verweigern, unterstützen wir die Massentierhaltung nicht mehr. (...)
Mit Verwunderung habe ich diesen Leserbrief vom Landvolkfunktionär (...) gelesen. Jeder offene, belesene und vernetzte Milcherzeuger, der die derzeitige Diskussion um den Milchpreisverfall national wie auch international verfolgt, kann nur beipflichten, dass dieser Brief nachweislich von Anfang bis zum Ende nicht der Wahrheit entspricht. Nun stellt sich die Frage, warum dieser Bauernvertreter hier als Heckenschütze fungiert. Ist es persönliches Unvermögen, diese Lage zu recherchieren; oder ist es doch Verbandskalkül, was ihn hierzu bewegte? (...)
