„Kritik an Milchtüten-Pfand“, Titelseite, 16. Februar, „Weidetiere besser schützen“, Titelseite, 18. Februar, sowie weitere Berichte

Das Umweltministerium überschlägt sich zurzeit mit ideologisch geprägten Forderungen gegen die Landwirtschaft (unter anderem Pfand auf Milchpackungen, Zäune gegen das Eindringen von Wölfen auf landwirtschaftliche Flächen und sogenannte Bauernregeln).

Neben den zurzeit extrem starken wirtschaftlichen Herausforderungen der Landwirte, insbesondere der Nutztierhalter durch sehr schlechte Erzeugerpreise, machen solche unrealistischen und total überzogenen Forderungen den Bauern stark zu schaffen und heizen darüber hinaus auch noch den ohnehin starken Strukturwandel an. Kein Landwirt melkt 100 oder mehr Kühe, mästet 2000 Schweine oder mehrere 10 000 Hähnchen aus Jux und Tollerei. Nutztierhaltung ist in deutlich kleineren Einheiten als spezialisierter Betrieb einfach nicht wirtschaftlich machbar.

Jeder, der so etwas behauptet, hat wahrscheinlich noch nicht selber Schweine, Kühe oder Geflügel gehalten, denn am Ende muss der landwirtschaftliche Betrieb davon leben können. In einer sich immer schneller ändernden Gesellschaft werden die Bauern in einem vernünftigen, argumentativen Dialog mit Sicherheit neue Herausforderungen annehmen, wenn es wirtschaftlich machbar ist. Aber dafür müssen seitens der Politik und der landwirtschaftlichen Verbände Rahmenbedingungen geschaffen werden, die wirtschaftliches Arbeiten ermöglichen.

Carsten Glüsing-Lüerßen Elsfleth Hans-Georg Klatte Ovelgönne