Mit den Stichworten „Global, Digital, Flexibel: Wie arbeiten wir morgen?“ versprachen die diesjährigen „Schlossgespräche“ der EWE-Stiftung einen spannenden und reflektierten Blick in die Zukunft. Stattdessen fühlte man sich bei einer bis auf eine Ausnahme mit Ökonominnen und Ökonomen zusammengesetzten Runde wie in einer regionalen Unternehmensberatung, die Oldenburg seine Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit bescheinigen sollte.
Damit wurde leider die Möglichkeit verpasst, die mit den thematischen Stichworten aufgerufenen beunruhigenden Zukunftsfragen anzusprechen, die die Menschen gegenwärtig weltweit beschäftigen: Zukunft der Arbeit, Sicherheit, Datenschutz, Gesundheit am Arbeitsplatz, informationelle Selbstbestimmung und politische Partizipation – ambivalente Fragen wie diese lassen sich nur in einem interdisziplinären Gesprächskreis angemessen aufgreifen und zuspitzen (...)
Wenn dann aber mit Peter Seyferth als einziger Ausnahme ein selbst ernannter „Politischer Philosoph“ zu dieser Runde eingeladen wurde, dem bei dieser Gelegenheit nichts Besseres einfällt als über seine Wünsche („meine Utopie“) zu sprechen, erscheint die Veranstaltung wie ein Affront gegen kritisches Denken (...).
