„Eine Darstellerin betritt die Bühne“, Hintergrund, 7. Mai, und „Ein erster Blick auf das Grauen“, Hintergrund, 15. Mai, sowie weitere Berichte zum NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München

Ich finde es ärgerlich, dass bei der Berichterstattung über den Prozess gegen Beate Zschäpe immer wieder – auch in der NWZ  – die Täter beziehungsweise ihre mutmaßlichen Unterstützer im Vordergrund stehen.

Ich kann (...) lesen, wie Frau Zschäpe sich verhält, welche Kleidung sie trägt, was sie gegessen hat und so weiter. Bei näherer Betrachtung erweist sich diese Frau als eine 38-Jährige, die – wenn die Anklage stimmt – ihre Aufgabe darin sah, zwei der größeren Feiglinge in dieser Republik zu unterstützen.

Feigheit ist typisch für Terroristen (...). Lassen Sie uns Frau Zschäpe in diesem Licht betrachten und bei all meinem Interesse an einer umfassenden Aufklärung über Versäumnisse unserer Behörden Opfern dieser feigen Taten mehr Raum geben.

Wie wäre es, wenn die NWZ  in einer kleinen Reihe auf der Seite 5, die bisher zweimal Frau Zschäpe vorbehalten war, die Opfer, die Geschichten der Familien und so weiter vorstellt?

Mir ist der Gedanke unerträglich, dass solche Menschen wie Frau Zschäpe mehr Aufmerksamkeit erfahren als die Menschen, die durch die Feigheit des NSU so viel Leid ertragen mussten.

Dirk Sprenger Oldenburg

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(...) Wie kommen so hohe Richter dazu, sich so zu benehmen? Liegt es daran, dass sie im stillen Kämmerlein alleine über Paragrafen (...) brüten? (...) Ein Ingenieur hat sich auf die Bauarbeiter einzustellen. Wenn er da weltfremd wäre – er käme nicht weit.

Da der Prozess in Bayern stattfindet, darf man getrost den bayerischen Schriftsteller Ludwig Thoma zitieren: „Er war ein Einserjurist und auch sonst nur von mäßigem Verstande.“ Dazu sollte man wohl die Geschichte vom Gepäckträger Aloisius ändern. Den Brief Gottes zur Erleuchtung ist (...) an den Richter gerichtet. Den aber hat Aloisius schlicht im Hofbräuhaus vergessen. (...)

Eckart Tardeck Wiefelstede-Wemkendorf