„Geteiltes Land“, Kommentar von Rolf Seelheim zur Wiederwahl des US-Präsidenten Barack Obama, Meinung, 8. November

Diese Überschrift erinnert an unser ehemals geteiltes Land und wird dem Kommentarinhalt nicht gerecht.

Fast jeder zweite Amerikaner hat gar nicht gewählt, da ihn Politik nicht interessiert oder er/sie die Meinung vertritt, sowieso nichts ändern zu können.

Als Barack Obama mit dem Slogan: „Yes we can“ in den Wahlkampf zog und gewann, hatte er nicht ahnen können, wie hoch sich G.W.B. durch die Kriege verschuldet hatte, da viele Informationen nicht so leicht eruierbar waren.

Helmut Kohl sprach von blühenden Landschaften, und die Neubürger glaubten dies gerne, ohne zu ahnen, was freie soziale Marktwirtschaft wirklich bedeutet. Präsident Obama hat bei der Einführung von Neuerungen vielleicht übersehen, dass es niemals die Vernunft ist, die einer Veränderung entgegensteht, sondern immer das Gefühl.

Absolut positiv nach der Wahl ist die Beschwörung des amerikanischen Geistes, nämlich der Wille zur Zusammenarbeit der Demokraten und Republikaner. Denn eines ist sicher, die Probleme in der Gesellschaft sind nur konzentriert zu meistern.

Den Begriff des Lieferns hat der Kommentator bei der FDP entliehen, die sicherlich auf ihr Urheberrecht verzichtet.

Der Hinweis auf den Nahen Osten zeigt die Problematik von Begriffen, z. B. Demokratie. Alle Politiker in der freien Welt haben sich schon lange von den Vorstellungen der Gesellschaftstransformationen westlicher Prägung verabschiedet. Es wäre gut, wenn am 20.1.2013 der amerikanische Geist geweckt wird nach dem Motto: „Yes we can“.

Wolfram Persikowski Wildeshausen

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Rolf Seelheim betrachtet die Leistung Obamas kritisch. Darin kann ich ihm folgen. Die amerikanische Automobilindustrie ist aus eigener Kraft wieder erstarkt, Osama bin Ladens Ende wäre auch ohne Obamas Mitwirkung gekommen. Einzig die Einführung einer allgemeinen Krankenversicherung ist sein Werk. In Amerika sehen die Menschen die dürftige Bilanz. In Europa stellen viele Menschen, Amtsträger und Organisationen den Mann auf ein Podest, vor dem sie ihn anhimmeln. Das hat er ebenso wenig verdient wie den Friedensnobelpreis. Oder ist es friedlich, Drohnen mit Sprengwaffen ferngesteuert in afghanische Wohnungen zu schicken? (...)

Alfred Pfeiffer Wardenburg