„Warum wir uns erniedrigen – Lob für Verein Deutsche Sprache – Letzte Bastion im Kampf gegen Denglisch“, Essay von Dr. Reinhard Tschapke, Meinung, 20. Mai

Ich habe mich heute sehr über Ihren Beitrag zur Deutschen Sprache gefreut. Auch uns fällt immer wieder auf, dass jede Neuerung im Alltagsleben nicht auskommt ohne eine englische Bezeichnung. „Ach, wie sind wir modern und fortschrittlich.“ Mit Verlaub, ich finde es manchmal nur „doof“! Aber auch die NWZ erregt sich über Denglisch, eröffnet dann aber einen Medien Store!

Ich lese auch die Zeitschrift „Sprachwelt“ und finde es sehr nötig, dass es eine Publikation gibt, die sich der deutschen Sprache verbunden fühlt und sich sehr dafür einsetzt. Die Internationalität, die wichtig ist in der globalisierten Welt, wäre auch dadurch gewahrt, dass wir selbstbewusst Deutsch sprechen. Ohne, dass man sofort in die AfD-Ecke gestellt wird, kann man sagen, dass die deutsche Sprache schön und variantenreich ist. Man kann alles ausdrücken, was uns bewegt und muss es nicht in Denglisch sagen. Auch die NWZ sollte in manchen Beiträgen genauer hinschauen, damit Sie nicht ein „einsamer Rufer“ in der Wüste bleiben.

Ursula de Vries Oldenburg

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Ein toller Beitrag, Herr Tschapke. Den hätte ich genau so wie er ist, gern mitunterschrieben. Die Liste könnte man noch endlos erweitern. Ich denke da nur zum Beispiel daran, dass wir früher einfach etwas beobachtet haben, heute nennt sich das „monitoring“. Dafür habe ich bei englischen Gesprächen wiederum die Wörter „Kindergarten“ oder „Fischstäbchen“ gehört. Ist doch auch nett.

Leider geht bei der „Verwaschung“ unserer schönen Sprache auch die Vielfalt verloren. Kaum jemand kann heute noch die Feinheiten unterscheiden zwischen kindisch und kindlich, …wöchentlich und …wöchig. Wer kann schon noch das gleiche von demselben unterscheiden, herzerweichend von herzzerreißend, ehrfürchtig von ehrwürdig, betreffend von betroffen. Alle diese Beispiele sind (leider) eine kleine Sammlung aus meiner täglichen Lektüre der NWZ. Na gut, manchmal kann das ja auch zum Schmunzeln sein.

Vielleicht besinnen wir uns (auch ohne Rechtsruck) ja doch einmal wieder darauf, dass wir das Volk der Dichter und Denker waren. Man darf ja noch träumen!

Gaby Schulze Bad Zwischenahn

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Mit Genugtuung habe ich Ihr Essay gelesen, das Essay spricht mir voll und ganz aus der Seele. Auch ich ärgere mich seit Jahr und Tag über diese immer mehr um sich greifende Untugend. Anderen Staaten verbietet es sich, die eigene Muttersprache so zu verhunzen, aber uns Deutschen verbietet es sich, Nationalstolz zu zeigen, dann wird man vom Ausland gleich in die rechte Schmuddelecke gestellt, dabei sollte es doch auch für uns Deutsche die größte Selbstverständlichkeit sein. Wie mit der von Ihnen geschilderten deutschen Sprache als ein Teilaspekt ist es auch auf anderen gesellschaftlichen Gebieten: Deutschland ist dabei, sich selbst abzuschaffen. Von der Politik kommt nicht das, was kommen müsste, die Parteien links von der Mitte zielen bewusst darauf ab, Deutschland seiner Deutschheit zu entheben, dazu zählt auch die bewusste Verhunzung unserer Muttersprache. Das größte Übel jedoch, was in keiner Weise mit dem erforderlichen Engagement angegangen wird, ist die Unterwanderung von Vereinen, Parteien, staatlichen Organisationen, der Gesellschaft also insgesamt, durch den Islam. Mit Riesenschritten geht es für Deutschland auf den Abgrund zu.

Günter Raschen Brake

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Es ist einfach nur peinlich, wenn von vielen Deutschen englische Wörter völlig sinnentstellt benutzt werden. Wer weiß schon, dass für einen Amerikaner ein „Basecap“ eine Zierleiste ist. Dass ein „Beamer“ dort schlichtweg „Projector“ genannt wird. „Beamer“ nennt der Amerikaner den deutschen BMW. Unter „Public Viewing“ versteht der Amerikaner die Aufbahrung von Leichen im offenen Sarg. In den USA kennt man zwar einen „Body Bag“, aber nur als Leichensack und nicht wie hier als Rucksack. Es gibt zig andere Wörter, vom „Streetworker“ über den „Talkmaster“ bis zum „Handy“, mit denen nur ein Deutscher etwas anfangen kann. Der Duden hat wohl kapituliert und viele pseudoanglizistische Wörter übernommen. Die Werbung benutzt viel Pseudoanglizismen in ihrer Sprache. Von dort hört man nur: „Uns ist es egal, ob das Quatsch ist, aber es klingt cool!“

Genauso schlimm: Wieso will hierzulande niemand mehr „Friseur“ genannt werden? Er nennt sich jetzt „Hairprofi“, „Hairdesigner“, „Hairstylist“, „Haircutter“ usw. Und wenn ich am Samstag in der NWZ mal unter Stellenangebote bei den großen Firmen nachschaue, dann meine ich, eine englischsprachige Zeitung in der Hand zu halten. Armes Deutschland!

Werner Birken Wiefelstede

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Den ausgezeichnet fundierten Ausführungen von Reinhard Tschapke sei noch folgende Anmerkung hinzugefügt: Wer den Verein Deutsche Sprache in die braune Ecke (Pegida/Afd) stellt, hat mangels Erfahrung mit hauptsächlich sozialen Randgruppen eines nicht kapiert: Es sind doch gerade und in erster Linie die Neofaschisten hierzulande, die mit der deutschen Hochnorm sprachlich völlig überfordert sind, wobei es keine Entschuldigung ist, dass Deutsch neben Chinesisch die komplizierteste aller Sprachen ist.

Fazit: Wer die deutsche Sprache hoch schätzt, sollte unverdrossen und stetig gegen die ihr drohende Verwahrlosung angehen.

Wolfgang Weber Varel

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Ein treffender Bericht, den Sie in der NWZ veröffentlicht haben. Wer liest denn heutzutage noch überwiegend Zeitung: Die „Alten”. Können die alle Englisch? Nein!

Schicken Sie Ihren Bericht doch mal ins Ministerium und an die Parteien, die in ihrem Programm gar nicht oft genug verbreiten können, etwas für die Bildung tun zu wollen.

Viele (Klein-)Städte, die heute jammern, dass nichts mehr los ist, veranstalten von Zeit zu Zeit Veranstaltungen (nennen das Events), unter dem Motto „Fair Trade“, nennen ihre Stadt dann Fair Trade Town und hoffen auf regen Besuch – auch von denen, die nicht ahnen, was damit wohl gemeint sein könnte. Für mich persönlich ein Grund, aus Protest nicht daran teilzunehmen.

Übrigens: Ihr Kollege Schönborn schreibt heute über Reaktionen auf den Song Contest etwas über ESC-Bashing. Muss ich jetzt extra im Wörterbuch nachschauen, um zu verstehen, was damit gemeint sein kann?

Bürger anderer Länder dürfen mit Stolz sagen, aus welchem Land sie stammen und stolze Bürger dieses Landes sein. (...)

Heino Buerhoop Brake

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Tolles, längst überfälliges Essay. Das weltweit bewunderte und respektierte Volk der Dichter, Denker und auch Ingenieure schafft sich durch unnötiges eigenes Verhalten Stück für Stück selber ab.

Über 100 000 000 Millionen Bürger in Europa sprechen Deutsch oder sind der deutschen Sprache mächtig.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung und das Goethe-Institut vermitteln weltweit deutsche Kultur und Sprache und im eigenen Land verhalten wir uns wir ein kolonialisiertes Land der dritten Welt.

Erbärmlich!

Sagen und schreiben Sie bitte noch häufiger, deutlicher und lauter.

Wir haben die Nase voll. Wir brauchen mehr berechtigtes Selbstbewusstsein.

Jürgen R. Viertelhaus Oldenburg

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Mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel (...) gelesen. Ich bin noch in den 60er Jahren zur Schule gegangen, wo im Deutsch-Unterricht diskutiert wurde, ob „Fenster“ ein richtig deutsches Wort sei. Jede Art Lehnwort war verpönt. Wir mussten das richtige deutsche Wort finden und nutzen.

Dann habe ich 30 Jahre im Ausland gelebt und dort meine Kinder mit meiner deutschen Muttersprache erzogen (zusätzlich zu den beiden üblichen Landessprachen). Oft war ich ratlos, wenn mir auf Anfrage aus der Heimat gesagt wurde, dafür gibt es kein deutsches Wort: wir kauften „Sommerhemden“ – nein es sind T-Shirts. Meine Kinder bekamen „Inliner“ und „Skateboards“... hoffnungsloser Fall für meine Deutsch-Lektion mit den Kindern. Als ich dann lernen musste, dass ein „Funktelefon“ oder „Mobiltelefon“ in Deutsch „Handy“ heißt, war ich geplättet.

Bei meiner Rückkehr nach Deutschland vor 16 Jahren musste ich mich erst an diese seltsame Umgangssprache gewöhnen.

Heute fragt mein 94-jähriger Vater oft nach ihm unbekannten Worten in Zeitungsartikeln. Er schüttelt nur mit dem Kopf, das ist doch kein Deutsch!

Ich habe noch keinen Ausländer kennengelernt, der seine Muttersprache so verunziert wie wir Deutschen. Dieses Thema sollte auf keinen Fall politisiert werden. Die Sprache ist unsere Kultur, unsere Herkunft. Vielleicht lernt man das erst richtig schätzen, wenn man länger in der Fremde war?

Ich möchte Sie nur ermutigen, sich weiter für unsere schöne Sprache einzusetzen.

Insa Kratz Schortens

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Ihren Artikel „Warum wir uns erniedrigen“ habe ich mit viel Aufmerksamkeit gelesen. Und ich kann dem nur voll und ganz zustimmen. Auch bei uns in Oldenburg wird es mit dem Denglisch immer schlimmer. Allem voran von einem unserer großen Einkaufszentren – dem Famila Center. Überall strahlen uns rosafarbende Flamingos an und versprechen auf der großen Mall tolle Events, viele Shops mit den neusten Brands.

Ich hab mich schon beim Famila-Management darüber beschwert, aber es kam so gar keine Reaktion. Das ist sehr schade, denn wenn nicht im großen Stil angefangen wird, der Verenglischung zu widersprechen, dann wird es im Kleinen sehr schwer.

Anja Dellwo Oldenburg