„Keinen Cent wert“, Kommentar von Rolf Seelheim zu der Milliarden-Hilfe für Athen sowie weitere Berichte zum Thema, Meinung, 1. Dezember

Jedes Wort von Rolf Seelheim kann ich unterschreiben. Das Deutsche Volk wird von unseren Vertretern nach Strich und Faden belogen, betrogen und (...) geschädigt – obwohl sie doch Schaden von ihm abwenden sollen. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Griechen haben sich mit Betrug und geschönten Zahlen in die EU geschummelt. Und obwohl die Mehrheit der Deutschen gegen eine Griechenland-Hilfe ist, werden den Griechen die Milliarden nur so nachgeworfen; unter Vertuschung und gegen den Willen des Souveräns. Und auch gegen den Willen vieler Wirtschaftsweisen. Da kann man nur sagen: „Avanti Dilettanti.“

Das erinnert an Jean Baptiste Colbert, der schon im 17. Jahrhundert die Verschwendung von Steuergeldern auf den Punkt brachte: „Die Kunst der Besteuerung, so das Urteil des Finanzministers vom französischen König Ludwig dem XIV., besteht ganz einfach darin, die Gans so zu rupfen, dass man möglichst viele Federn bei möglichst wenig Geschrei erhalte.“

Gerupft wird der Deutsche Steuerzahler. Hier findet eine beispiellose Verschwendung von Steuergeldern statt. Während beim pleitegegangenen Handwerksmeister der Gerichtsvollzieher kommt, sind es bei den Großbanken Kanzlerin und Finanzminister, die ihnen – die ja die ganze Misere verschuldet haben – die Milliarden nachschmeißen. (...)

Egon Tautz Zetel

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Meine Hochachtung für Ihren Kommentar entgegen der inzwischen wohl mehrheitlichen Politikermeinung, wobei viele von diesen wohl nicht wissen, was sie tun beziehungsweise sich dem Koalitionszwang beugen. Was passiert, wenn man dem Gewissen folgt, sieht man an einem Herrn Bosbach.

Auf einem Vertragsbruch kann man kein Europa aufbauen. Auch nicht auf falsch verstandener Solidarität, wenn auf der anderen Seite Betrug/Trickserei vorausgeht.

Und auf welch tönernen Füßen würde Europa stehen, wenn der Ausfall von drei Prozent Wirtschaftsleistung (Griechenland) uns umwerfen sollte. Das ist angesichts der häufigeren überstandenen Staatspleiten in anderen Ländern (Russland, Argentinien) lächerlich und ein Totschlag-Argument gegen Alternativen. Die da wären: Insolvenz und anschließende Hilfen ( „Marshall“), die uns Ansehen statt (jetzt) Hass einbringen würden. (...)

Reinhold Schlüters Oldenburg

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Herrn Seelheim gebührt Dank für die klare und deutliche Kommentierung.

Gerne möchte ich noch das Folgende ergänzen: Das von der Mehrheit der Bevölkerung und vielen namhaften Finanzwissenschaftlern sowie auch von mehreren Bundestagsabgeordneten nicht nachvollziehbare Handeln im Bundestag kann die Politik- und Parteienverdrossenheit nur noch weiter fördern. Ohnmächtig müssen wir Wähler zusehen, wie die Parteisoldaten ihren Fraktionsgeschäftsführern blind folgen und dabei folgenschwere Entscheidungen übers Knie brechen.

Leider lässt es unser Wahlsystem nur zu, die uns von den Parteien servierten Kandidaten zu wählen.

Mit meinem Wunsch, auch einen Abweichler, wie den Bundestagsabgeordneten Herrn Wolfgang Bosbach wählen zu können, stehe ich sicher nicht alleine da.

Bleibt mir bei der Wahl wohl nur die Möglichkeit, ein großes Kreuz über den Wahlzettel zu machen. Als guter Demokrat geht man schließlich zur Wahl!

Hartwig Ohlenbusch Neuenburg

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(...) Erstaunliches war zu lesen: Herr Batzoglou bezeichnete die verabreichte Medizin für Griechenland als faulen Kompromiss aus Brüssel. Ferner diagnostizierte Herr Batzoglou, dass Griechenland 2009 höchstens erkrankt sei, jetzt liege Griechenland im Koma, ausgerechnet wegen der verabreichten Medizin. Leider versäumte Herr Batzoglou anzuraten, welche Medizin für Griechenland denn hilfreicher wäre. Das Folgeszenario, wenn Griechenland keine Gelder aus Brüssel bekäme, führt Herr Batzoglou erst gar nicht auf. Das Schauspiel vom pleitebedrohten Schuldner kann sich fortsetzen.

Felicitas Lichter Apen

c  Es ist ja nicht mehr mit anzusehen, wie Steuergelder der europäischen Bürger verschwendet werden, indem man Griechenland immer mehr Milliarden in den Rachen schmeißt. Die EZB tut ja so, als wenn ihr das Geld gehört und sie damit machen kann, was sie will. Es sind Steuergelder, die der EU-Bürger mit harter Arbeit aufgebracht hat, die kann man nicht einfach so verschleudern.

Griechenland ist am Ende! Es bringt nichts ein, ein Land vor dem Bankrott zu retten, wenn es schon Bankrott ist. Die neuen Milliarden werden wieder in unbekannte Kanäle fließen. Solange Griechenland nicht die Steuern der reichen Steuerhinterzieher einzieht, wird auch die Wirtschaft nicht wieder in Gang kommen. Auch ein weiterer Schuldenschnitt bringt nicht den erhofften Erfolg. Es werden nur weitere Milliarden verbraten. Hier wird wieder der Steuerzahler (...) der Dumme sein, der die Schulden auf seinen Schultern tragen muss. (...)

Peter Richter Varel

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(...) Am Sonnabend, 1.12.12 schreibt Herr Seelheim im Kommentar auf Seite 4: „bis heute ein nachvollziehbares Szenario fehlt, warum der Euro scheitern sollte, falls Griechenland Insolvenz anmelden müsste.“ Richtig. Aber gibt es jemanden, der diese Weisheit besitzt und dieses Szenario zweifelsfrei entwickelt? Ich fürchte, es gibt keinen. Das Hoffen auf einen „Deus ex machina“ bringt leider nichts. Wenn also die Möglichkeit besteht, dass nach einer Insolvenz Griechenlands andere Staaten auch direkt insolvenzgefährdet sind und somit drohen, die ganze EU in den Abgrund zu reißen, ist es dann nicht einfacher, die Griechen mit diesen noch stemmbaren Milliarden zu stützen? Ich meine ja.

Mein Bauch sagt, lass doch die Griechen endlich in die Insolvenz gehen. Mein Kopf sagt, besser nicht. Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust... Das Schlimme ist also: Niemand weiß, was besser ist. Retten oder Bankrott gehen lassen. (...)

Eckart Tardeck Wiefelstede-Wemkendorf

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Für unsere Pflege und Altenheime ist kein Geld vorhanden, unsere Krankenhäuser melden reihenweise Insolvenz an, die Bildungsreform kommt nicht voran, die per Gesetz geforderten Kitaplätze sind nicht ausreichend vorhanden. Fast alle Kommunen sind pleite, von unseren maroden Straßen ganz zu schweigen. Aber unsere Politiker loben sich in Sachen total übereilter Atompolitik und fördern Wind, Solar, Biogas und sonstige erneuerbare Energie mit unsinnigen Zuschüssen, die der Endverbraucher bald nicht mehr bezahlen kann. Aber für die Griechen, die Palästinenser, Afghanistan, etliche Afrikanische Länder, Militäreinsätze und, und, und ist merkwürdiger Weise immer noch Geld vorhanden.(...)

Wir werden jetzt schon ständig beschimpft, obwohl wir für alles und jeden in Europa und der Welt zahlen. Ich glaube nicht, dass irgend jemand für uns, unsere Kinder und Enkel zahlen wird, wenn Deutschland am Boden liegt. (...)

Heiner Wilksen Jade