Verschiedene Kommentare und Berichte zur Kreditaffäre um Bundespräsident Christian Wulff
(...) Glaubt Herr Wulff tatsächlich, sich mit solchen Ausreden reinwaschen zu können? (...)
Ein kleiner Beamter hätte voll eins „zwischen die Hörner“ bekommen. Hätte ein Beamter solche „Freundschaftsdienste“ wie Herr Wulff angenommen, wäre mit Sicherheit ein Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Entlassung eingeleitet und auch mit großer Wahrscheinlichkeit durchgezogen worden. Das hätte die Entlassung und den Verlust der bis dahin erworbenen Pensionsansprüche nach sich gezogen. (...)
Manfred Luft, Edewecht
Respekt!
DieNWZ
zeigt Flagge!Herr Wulff ist für das Amt des Bundespräsidenten nicht geeignet! Diese klare Haltung habe ich begrüßt, sie löst bei mir Anerkennung aus!
Ich las in den letzten Wochen immer wieder, das Amt des Bundespräsidenten dürfe nicht beschädigt werden! Ja, in der Tat, der Meinung bin ich auch. Nur, es waren nicht die Printmedien, auch nicht die elektronischen Medien, welche das Schloss Bellevue beschädigt haben. Das hat der noch amtierende Bundespräsident Christian Wulff reichlich selbst besorgt! (...)
Dieter Schmidt, Bad Zwischenahn
Obwohl er dieses Amtes absolut nicht würdig ist, will Christian Wulff mit aller Macht Bundespräsident bleiben. Auch wenn er – wie er selbst gesagt hat – kein „Alphatier“ ist, zeigt er uns damit dennoch seine fast schon krankhafte Machtversessenheit.
Er hat offenbar jedes Gespür dafür verloren (oder niemals besessen), wann es Zeit ist, zu gehen. Die Regierungsparteien, allen voran Angela Merkel, halten an ihm fest – ebenfalls aus reinem Machtkalkül. Die Oppositionsparteien agieren nicht entschlossen genug, weil sie zu sehr mit internen Machtkämpfen beschäftigt sind. Die gesamte politische Klasse stellt sich also zurzeit in Deutschland ausgesprochen desolat dar.
Was bleibt, ist die Hoffnung auf die Medien. Sie sind die einzigen, die jetzt noch – durch sauberen und akribischen investigativen Journalismus – aufklären und damit den öffentlichen Druck auf Wulff erhöhen können, um ihn endlich zum längst überfälligen Rücktritt zu bewegen.
Peter Melzner, Oldenburg
Bundespräsident Wulff repräsentiert die Bundesrepublik hervorragend. Er hat seine Funktion als moralische Instanz engagiert wahrgenommen mit Stellungnahmen zu Grundsatzfragen der Internationalisierung, der Staatsverschuldung, der Verantwortung der Banken sowie einer nicht immer ausreichenden Einbeziehung der Parlamente in relevante politische Entscheidungen.
Die gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe bezüglich eines Privatkredits hat er ausgeräumt und öffentlich bedauert, nicht früher Transparenz hergestellt zu haben. Wir erleben seit Wochen eine ermüdende Berichterstattung, die dem Amt des Bundespräsidenten nicht angemessen ist. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die „Bild“-‐Zeitung gezielt versucht, den Bundespräsidenten unter Druck zu setzen. (...)
1. Warum wurden seitens jener Zeitung scheibchenweise und wohl terminiert neue „Informationen“ publiziert, die ihr längst bekannt waren?
2. Wie wurden die Informationen an die anderen Medien lanciert, und warum hat jene Zeitung diese Informationen nicht selbst veröffentlicht?
3. Warum werden ständig neue Fallen aufgestellt? Zuletzt die Forderung, Fragen, die sie von Dritten bekommen haben, ins Internet zu stellen. Damit hätte Wulff dann tatsächlich gegen geltendes Recht verstoßen.
4. Welche Interessen gibt es, den Bundespräsidenten gerade jetzt unter Druck zu setzen? Sind es etwa Zweifel, ob er das ESM-‐Gesetz unterschreibt?
Wulff hatte wohl recht, als er im in der Tat unglücklichen Anruf bei der genannten Zeitung den Begriff „Krieg“ verwendet hatte. Aber der wurde nicht von ihm erklärt, sondern von jener Zeitung. (...)
Ragnhild und Prof. Dr. Wolfgang Nebel, Oldenburg
Der ganze Kladderadatsch zur Person Christian Wulff, den ich bis vor zwei Monaten noch für nicht unsympathisch hielt, hat – abgesehen von der ganzen Affäre – einen Vorteil ans Licht gebracht: Wir wissen jetzt viel über seine Person: Ein unreifer Junge im Amt des Staatsoberhauptes! Und ihn haben nicht die Bürger, sondern die Politiker ins Schloss Bellevue gelassen. Voran von Frau Merkel, die ihn aber hätte besser kennen müssen. Dennoch: Meinen Respekt genießt die Frau noch immer!
Ich bin Jahrgang 1936: Ich denke mit Wehmut an unseren ersten Bundespräsidenten: Theodor Heuss! Wer hat den eigentlich nicht geliebt?
Manfred Sporken, Oldenburg
Die Treibjagd der Medien auf Christian Wulff geht weiter. Die Meute hetzt den Präsidenten ohne Rücksicht auf das Amt. Die Bundeskanzlerin schweigt klugerweise. Immerhin hat sie ihn auf den Präsidentensessel gehoben. Ein Rücktritt kann mangels relevanter Verfehlungen nicht erzwungen werden. Man fragt sich, warum die Medien im Vorfeld der Wahlen in 2013 die Interessen der Opposition bedienen, zumal ja die Mehrheit der Bevölkerung den Bundespräsidenten unterstützt – noch.
Volker Kunz, Oldenburg
Ich gratuliere zu diesem Artikel und den vorherigen zu dem Thema. Wenn Herr Wulff nichts zu verbergen hätte, dann hätte er von sich aus angeboten, das Telefonat mit der „Bild“-Zeitung zu veröffentlichen. Damit wären alle Spekulationen vom Tisch gewesen. Wie der „erste Mann im Staat“ mit der Wahrheit umgeht, ist schlicht ein Skandal. Ein Rücktritt wäre längst fällig. Jeder Arbeitnehmer, der sich so verhält, erhielte die fristlose Kündigung.
Petra Bach, Horsten
Es nervt langsam, haben die Oppositionsparteien nichts anderes mehr zu tun, als immer wieder neue Fragen an Herrn Wulff auszuarbeiten. Man sollte langsam die Kirche im Dorf lassen, oder wollen sie Herrn Wulff zur Aufgabe zwingen, weil ihr Kandidat Herr Gauck bei ihnen wieder auf der Matte steht. Sie können vermutlich immer noch nicht vergessen, dass ihr Kandidat nicht zum Bundespräsidenten gewählt wurde. Die Parteien sollten doch endlich mal zur Besinnung kommen und wieder Politik für den Bürger machen.
Peter Richter, Varel
Mächtig ist das Wort, jedoch, es kann sich auch gegen den Sprecher kehren. Nicht genug, dass der Bundespräsident von „Krieg“ spricht, wenn er sich mit der Presse streitet, jetzt entblödet er sich nicht, sein persönliches jämmerliches Desaster als „Stahlgewitter“ mit dem unendlichen Leid der verheizten Soldaten des 1. Weltkrieges sprachlich gleichzusetzen. (Bezug „In Stahlgewittern“, Kriegstagebuch von Ernst Jünger 1920).
Merke: Bekanntlich endete das geschichtliche „Stahlgewitter“ in der Kapitulation, aber ein Christian Wulff würde hier auch noch eine Dolchstoßlegende konstruieren.
Frerich Melles, Ofen
Der Bundespräsident sollte Hüter der Moral, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit, Gradlinigkeit sein. All diese Attribute hat er leider nicht so genau genommen als Wächter der Nation. Hat er gemeint, das Amt des Präsidenten sei sakrosankt? Der Herr Präsident hat in seinem Fernsehauftritt in all seinen versuchten Entschuldigungen immer wieder erwähnt, dass er aus seinen misslichen Einlässen gelernt habe. Nur schade, dass er nur aus fundamentalen Fehlern lernt. In der Tat, in seinen Argumentationen glich er eher einem Lehrling als einem Präsidenten dieses Landes. Als Lehrling ist er jedoch auf dem Posten etwas zu teuer. Er sollte in sich gehen und lernen, mit Würde zu gehen, aber bitte ohne zeitlebens auf der Gehaltsliste des Präsidialamtes zu verbleiben.
Tanno Iben, Jever
„Wulffs Rechtsverständnis belastet tägliche Polizeiarbeit“, Gespräch mit dem GdP-Landesvorsitzenden Dietmar Schilff, Titelseite, 10. Januar
Mangelt es Herrn Schilff an Arbeit oder ist er nur an einem Öffentlichkeitsprofil interessiert? Was sind das denn für Argumente? Die Polizei hat sicher viel drängendere Probleme zu bewältigen, als die Aussagen unseres Bundespräsidenten zu entkräften. Meines Wissens hat Herr Wulff kein Gesetz übertreten, ein Raser dagegen sehr wohl. Wenn Verletzungen oder gar der Tod anderer Verkehrsteilnehmer billigend in Kauf genommen werden, ist dieses unverantwortliche Verhalten wohl kaum mit der Beschaffung eines Kredits zu vergleichen. Wenn Herrn Schilff nichts Wichtigeres im Interesse der von ihm vertretenen Berufsgruppe einfällt, wird die unerträgliche Debatte rund um Herrn Wulff ad absurdum geführt. (...)
Gisela Schmidt, Ahlhorn
