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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Leserbriefe

Ruf nach Kreativität für Kulturstandort Oldenburg

02.03.2019
Betrifft: „Ratlos, planlos und sinnlos – Oldenburgs Kulturpolitik ist ein Desaster – Und ein Kulturdezernent fehlt“, Analyse von Dr. Reinhard Tschapke, Meinung, 19. Fe­bruar, sowie „Ratlose Oldenburger Kulturpolitik – Gastbeitrag: Bestsellerautor Klaus Modick erklärt, warum er als Berater des Kulturausschusses zurücktritt“, Kultur, 14. Februar

Nach dieser schonungslosen Analyse und Kritik an der oberbürgermeisterlich geprägten Oldenburger Kulturpolitik bedrängt mich eine andere, gleichfalls beklemmende Fragestellung:

Wer oder was hält eigentlich unsere gewählten Ratsvertreter davon ab, ihre Stimme im Rat zu erheben, um kreativ und kritisch eine inhaltlich und konzeptionell stimmige städtische Kulturpolitik einzufordern?

Dr. Christian Wolf
Oldenburg

Meines Wissens nach hat nicht der Oberbürgermeister Krogmann, sondern sein Vorgänger Frau Nießen eingestellt und über die inhaltliche und publikumswirksame Bedeutung der von Ihnen sogenannten „Bauwerkhalle“ für die Stadt Oldenburg sind unterschiedliche Auffassungen bekannt. Auch über andere Aussagen von Ihnen zur Bedeutung von Museen und Filmfest für die Stadt Oldenburg ließe sich vortrefflich streiten. Auch das „Inklusionsprojekt Mohrmannhalle“, das selbstverständlich auch als ein Ort kultureller Begegnung geplant war, als „Pizzeria“ abzutun, ist fragwürdig und entweder Ihrer Unkenntnis geschuldet oder wirft einen besonderen Blick auf die Absichten ihres Artikels. Was die städtebaulichen Maßnahmen nach dem 2. Weltkrieg mit dem fehlenden Kulturdezernenten beziehungsweise Ihrer meines Erachtens niveauarmen Kritik am aktuellen Oberbürgermeister zu tun haben, erschließt sich mir ebenfalls nur schwer.

In erster Linie wünsche ich mir als regelmäßiger Leser der NWZ eine Kritik, die auf Fakten basiert und dazu Anregungen und Ideen zum jeweiligen Thema (...) gibt. In der Oldenburger Online-Zeitung war zu Ihrem Artikel eine, wie ich finde, hilfreiche Erwiderung des ehemaligen Journalisten der NWZ, Herr Exner, zu lesen. Zur Situation in der Stadt Oldenburg gehört, dass viele Bürger/innen und Besucher/innen Oldenburgs das Kulturangebot der Stadt schätzen.(...)

Gerhard Wessels
Oldenburg

Oldenburg braucht mehr Kultur und auch ein neues Stadtmuseum! Es stellt sich aber die Frage, womit ein so großzügiges Gebäude inhaltlich tragfähig und nachhaltig gefüllt werden soll. Das neue Stadtmuseum sieht zwar weitläufige Flächen für Stadtgeschichte und für Themenausstellungen vor, regionale Kunst in Form einer Städtischen Galerie ist dort aber nicht vorgesehen. Wie man sich diese Themenausstellungen vorzustellen hat, konnte man neulich bei der Ausstellung „Anerkennung“ im Stadtmuseum bewundern. Diese von der Leiterin kuratierte Ausstellung war ein Sammelsurium verschiedenster Dinge, die einer Projektwoche in einer Schule gleichkam. Mit Kunst und Ästhetik hatte diese Ausstellung wirklich nichts zu tun, nur mit dem pädagogischen Zeigefinger. Hier ging es darum, verschiedenen Gruppierungen in Oldenburg eine Präsentationsfläche zu geben, das kann man aber auch an einem anderen Ort, dazu braucht man kein Millionen Euro teures Museum, sondern ein Bürgerzentrum oder eine Begegnungsstätte.

Dabei ist ein Stadtmuseum doch ein Ort, der das kulturelle Gedächtnis einer ganzen Region spiegelt. Es sollte Künstlern die Chance bieten, etwas Neues, Avantgardistisches zu schaffen, das sich mit dem Traditionellen messen kann. So können zeitgenössische Künstler lebendige Impulse in ein Haus der Stadtgeschichte hinein tragen und für inhaltliche Erweiterung sorgen. (...) Künstler können nur Hervorragendes leisten, wenn ihnen auch die dafür notwendige Basis in Form von kuratierten Ausstellungen, Katalogen und Förderpreisen ermöglicht wird. Ist dies nicht gegeben, verlassen sie womöglich die Region (...).

Martina van de Gey
1. Vors. Bund bildender KünstlerInnen, Oldenburg

Ich find’s schade, dass Klaus Modick als beratendes Mitglied des Kulturausschusses zurückgetreten ist. Seine kritische Stimme, die so manchen Ärger ausgelöst hat, wird fehlen. Vom Oberbürgermeister gab es keinen Dank für das ehrenamtliche Engagement des Schriftstellers. Das finde ich ebenfalls schade.

Der OB will künftig jüngere Menschen einbinden, um eine andere Gestaltung des Beraterkreises für den Kulturausschuss zu ermöglichen. (...) Als Älteste im Kreis der beratenden Mitglieder werde ich darüber nachdenken müssen, ob ich nun ebenfalls den Hut nehme.

Auf jeden Fall wurde durch den Rücktritt Modicks eine spannende Diskussion über die Kulturpolitik in Gang gesetzt. So fühlte sich der Leiter der Kulturredaktion der Nordwest-Zeitung aufgefordert, ausführlich Geschichte und Gegenwart der Oldenburger Kulturpolitik zu analysieren. Dass Oldenburg nach 1945 durch Architekten und Bauplaner, Baudezernenten und Kommunalpolitiker zerstört wurde, war eine rhetorische Aussage. Sicherlich fehlen Konzepte und Visionen in der Kulturpolitik, um zentrale Fragen zu beantworten.

(...) Es geht um die Definition und Schärfung eines Selbstbildes, das nachhaltig nach innen in die Stadtgesellschaft wirkt.(...)

Zwei zentrale Themen brennen uns unter den Nägeln. Brauchen wir ein neues Stadtmuseum und wenn ja, weshalb? Wie sieht es mit der Neuausrichtung der institutionellen Förderung der Kultur aus? Noch kämpft die freie Kulturszene Oldenburgs vielfach ums Überleben – ist durch die Neuausrichtung eine Besserung in Sicht?

Diese und mehr Fragen liegen auf dem Tisch. Die inhaltliche Auseinandersetzung hat begonnen. Und das ist gut so.

Helga Wilhelmer
Oldenburg

Dem Artikel „Ratlose Oldenburger Kulturpolitik“ vom 14.2.19 von Klaus Modick stimme ich vorbehaltlos zu. Oldenburg fehlt ein fachlich qualifizierter Kulturdezernent, der einen Plan für Oldenburgs Kulturlandschaft hat und diesen auch umsetzt.

Bei der Auflistung der Zuschüsse im NWZ-Artikel „Nicht umsonst so viel Theater“ vom 11.2.19 stelle ich zudem ein Ungleichgewicht der Vergabe der Zuschüsse zugunsten der Theaterlandschaft fest. Natürlich gönne ich den Theatern den höheren Etat und glaube gern, dass Theaterproduktionen teuer sind. Was mich jedoch ärgert, ist, dass der „Bund Bildender Künstler“ (BBK) mit 7200 Euro und das „Musik- und Literaturhaus Wilhelm 13“ (dies umfasst Alluvium, Jazzmusikerinitiative, Literaturbüro und Singers & Players Club) mit 19 900 Euro Zuschuss sich als wahre Bezuschussungs-Stiefkinder erweisen. Und dies, obwohl sie seit Jahrzehnten gute und wichtige Kulturarbeit für Oldenburg leisten.

Diese ungleiche Förderung müsste endlich einmal auf den Prüfstand gestellt werden, von einem Menschen mit Expertise – am besten von einer neuen Kulturdezernentin oder einem neuen Kulturdezernenten!

Hannes Clauss
Oldenburg

Hallo Herr Tschapke, seit Jahren stelle ich mir meine Lieblingsstadt Oldenburg auch so vor! Sie haben mit diesem Artikel den Frust aller Oldenburger getroffen! Man fühlt sich dieser einfallslosen, rückwärtsgerichteten Kleingeistpolitik mit dem „Kapitän“ Krogmann ausgeliefert! Ergänzen möchte ich noch die unermüdliche Arbeit von Herrn Zahedi für Werkstattfilm! Ich bewundere das Durchhaltevermögen seines Teams! Wir brauchen alle mehr Durchhaltevermögen und mehr Mut, massiv zu widersprechen!

Gerd Ellinghusen
Oldenburg

Die Überschrift ist so treffend wie Programm. Seit längerer Zeit wundere ich mich, warum es in der Kommunalpolitik und Gesellschaft kaum Kritik am Bürgermeister gibt.

Meine ich doch, es gäbe kluge mutige Köpfe in Oldenburg, die ihn auf so viele Versäumnisse zumindest Hinweise geben könnten. Total versagt hat er auch beim Projekt Neubau am Markt. Veränderungssperre verhängt. Veränderungssperre fehlt noch in ihrer Überschrift. Der Rat der Stadt kann sich gleich mit einreihen als Empfänger der Kritik. (...)

Das Schlaue Haus mit echtem Inhalt füllen, Doktoranden Vorlesungen halten lassen über ihre Arbeit, zur Veränderung der Welt, an die Bürger Oldenburgs. (...)

Ein Wunsch, dokumentieren Sie doch bitte das Desaster um den Neubau der Bremer Landesbank. 65 Millionen nicht investiert. Kein Steuergeld.

Hervorragender Artikel, hätte noch länger sein können. Fortsetzung erwartet.

Wolf-Rüdiger Schall
Oldenburg

Ich empfinde den Artikel von Herrn Dr. Tschapke als maßlos überzogen in seiner Kritik, inkompetent, ungerecht und überheblich. Punkt für Punkt könnte man seine Einlassungen widerlegen.

Woher zum Beispiel will er wissen, dass für das neue Stadtmuseum kein „Plan für den Inhalt“ existiert? Damit unterstellt er der Museumsleitung in unangemessener Weise Unfähigkeit. Der Oberbürgermeister wird seine Gründe haben, warum er das Kulturdezernat unbesetzt lässt. Einer der Gründe dürfte finanzieller Art sein. Die gesamte Kulturpolitik in Bausch und Bogen niederzumachen, ist unfair. Dr. Tschapke sollte lieber vor der eigenen Tür kehren. Seine Kulturseite, die ja immerhin auch ein Spiegel der Kulturszene der Stadt sein will und soll, ist alles andere als berauschend. Welchen Stellenwert sie bei der Chefredaktion einnimmt, sieht man ja schon daran, dass man jeden Tag suchen muss, in welchem Teil der Zeitung sich nun diesmal wieder das Feuilleton befindet. Wen interessiert zum Beispiel die Reihenfolge irgendwelcher sogenannter Blockbuster auf der Kinohitliste? Ebenso verhält es sich mit den ewigen Berichten über irgendwelche unbedeutende Preisverleihungen.

(...) Im Übrigen: Es gibt doch immer noch wichtigere Dinge als Kultur. Um den enormen Aufgaben zum Beispiel in den Bereichen Soziales und Infrastruktur gerecht zu werden, hat die Stadt mehr als genug zu tun.

Christa Wulf
Oldenburg

Bei einem Studium der in letzter Zeit geschilderten Probleme im Rahmen der bevorstehenden Aktivitäten auf den Märkten der besonderen Bau-Kulturpläne, aber auch von Vorhaben stellt sich mir als „älterem Oldenburger Ureinwohner“ und am Stadtmarketing interessierten Bürger unter anderem die Frage, wie der Oberbürgermeister die vielfach von ihm angedachte positive Entwicklung unserer Großstadt bei aktuell nur vier Dezernaten und einer fehlenden adäquaten personellen Besetzung reell umzusetzen gedenkt.

Neben dem noch auszugleichenden Verlust der fachlich versierten Dezernentin für die Stadtentwicklung, den Verkehr- und Straßenbau, Frau Nießen, mit den problembehafteten Neugestaltungen des Stadtmuseums, des dauerhaften Leerstandes und dahinsiechenden Finanzamts-Altbaus sowie des trostlosen Wallkinos und auch einer vorgesehenen Verdichtung des Stadthafens werden vor allem die derzeit vom Oberbürgermeister selbst wahrgenommenen Zuständigkeiten für die Kultur, den Sport und darüber hinaus für die Museen neben seinen eigentlichen Aufgaben viel Kopfzerbrechen bereiten, zumal die Kultur- und Sportpolitik schon länger im Argen liegt und ehemals auch von besonders qualifizierten Dezernenten (Dr. Seeber, Hm. Schutte) getrennt voneinander erledigt wurden.

Beim näheren Hinsehen könnte man den Verdacht aufkommen lassen, dass auch ein besonders befähigter Oberbürgermeister alle von ihm wahrgenommenen Aufgaben zufriedenstellend erledigen könnte, wenn man ihm nach den langjährigen Erfahrungen eines Verwaltungsbeamten nicht die Eigenschaft einer quasi edlen Selbstüberschätzung zuordnen würde. Im Interesse aller Oldenburger Bürger könnte daran aber eigentlich keinem gelegen sein. „Eigentlich(!)“

Dieter Tatje
Oldenburg

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