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Neuwahlen in Thüringen   im April 2021 – MP-Wahl im März
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Neuwahlen in Thüringen im April 2021 – MP-Wahl im März

NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Leserbriefe

Schulentwicklung Fachleuten überlassen

23.02.2013
Betrifft: „Einheitsschule“, Kommentar von Christoph Kiefer zum Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung, Meinung, 14. Februar, sowie weitere Kommentare und Berichte

Ausgerechnet im Bildungsbereich erlauben sich die Teilnehmer der öffentlichen Debatte intellektuelle Plattheiten, die beschämen. (...) Sobald Reizbegriffe wie „Sitzenbleiben“ oder „Zensuren“ auftauchen, ist es um eine redliche Auseinandersetzung im Bereich Schule und Bildung geschehen. Da tauchen die bekannten Reflexe aus den jeweiligen ideologischen Lagern auf. Während die Einen im Verzicht auf Zensuren und Sitzenbleiben den Ausverkauf des Leistungsgedankens in der schulischen Bildung befürchten und im gemeinsamen Lernen in einer Gesamtschule das Gespenst „Einheitsschule“ an die Wand malen, fällt den Anderen auch nichts Besseres ein, als mit kosmetischen Schnellschüssen im strukturellen Bereich ihre bildungspolitische Duftmarke zu hinterlassen.

(...) Wie wäre es, wenn Schulentwicklung endlich mal mit den Fachleuten der alltäglichen Praxis und der begleitenden Forschung betrieben würde? Die Prioritäten sähen anders aus. Nicht erst seit der bekannten Hattie-Studie ist unbestritten, dass Bildungserfolge unmittelbar von der Beziehungsqualität zwischen Lehrenden und Lernenden abhängen. Das stellt komplett andere Anforderungen an die Auswahl der Lehrkräfte und die Lehrerausbildung. (...) „Sozialkompetenz“ ist der zentrale Begriff. Als nächstes ist die Lerngruppengröße an allen Schulen zu bedenken.

Das kostet Geld, darf aber deswegen nicht unter einen Finanzierungsvorbehalt gestellt werden. Schließlich ist eine gute Bildung eine wertvolle Ressource (...) Das nicht zu bedenken, kostet viel mehr als eine mutige Investition in gute Schulbildung!

Werner Kähler
Oldenburg

Das Schulsystem wird bei jedem Kultusministerwechsel geändert. Der gängige Satz unserer Lehrer war stets: „Erst denken, dann nachdenken, überlegen und erst dann reden“. Haben unsere Kultusminister die falschen Schulen besucht? Es begann bereits mit der Mengenlehre. Dann folgte die ständige Rechtschreibungsänderung. So ging es immer weiter! Weder Lehrer noch Schüler konnten diesen schnellen Änderungen folgen. Dann Abitur in acht Jahren. Dadurch kein Aufenthalt während der 11. Klasse im Ausland (Erweiterung der Sprachkenntnisse und Schulsysteme) mehr möglich. Dann die Ganztagsschulen. Keine Zeit mehr, um sich den Nachmittag nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Ergebnis: Gestresste Schüler, Schulabbrecher und „Koma-Säufer“. Mein Vorschlag: Die Kultusminister sollten der Lehrerorganisation die Schulausbildung überlassen, denn die kennen sich aus!

Elke Lindenau
Oldenburg

Die aktuellen rot-grünen Bildungspläne – Abschaffung von Noten in der Grundschule, keine Laufbahnempfehlungen mehr, kein Sitzenbleiben, Bevorzugung der Gesamtschulen, Förderung wieder längerer Gymnasialzeit – lassen die Grundüberzeugung deutlich erkennen: Leistung ist (...) irgendwie fies, unsozial, unfair, jedenfalls verpönt. Hatten wir alles schon mal in den siebziger Jahren.

Chancengerechtigkeit heißt danach: Der Langsamste bestimmt das Tempo – und muss nötigenfalls ins Ziel getragen werden. Die anderen müssen eben so lange warten. Auf die Ergebnisse der nächsten Pisa-Tests dürfen wir gespannt sein!

Die heutigen (Un-)Bildungspolitiker sind dann (hoffentlich) schon längst nicht mehr im Amt. Schuld haben dann ja sowieso die Lehrer. Und die Eltern. Nur die Kinder: An denen kann man nichts mehr gut machen. Leider.

Hermann Klasen
Oldenburg

Mit Ihrer Meinung über die Schulzeitverlängerung stimme ich leider nicht überein. Ich habe zwei Kinder (...), die dieses und nächstes Jahr ihr Abitur machen.

Während dieser Zeit war ich im Elternrat vertreten und habe dadurch einen kleinen Einblick bekommen. Weder Schüler, Lehrer und Eltern waren damit zufrieden. Erst mal war die Einführung der G 8 schon katastrophal, die Lerninhalte wurden nicht angepasst, und über den doppelten Abiturjahrgang in den Universitäten machte man sich wenig Gedanken. Später wurde das Kerncurriculum angepasst, weniger Lerninhalte, also weniger Bildung.

Ob das in einem Industrieland, wo es auf Bildung ankommt, richtig ist, mag bezweifelt werden. Die Schüler haben durch G 8 nicht nur mehr Stress, sondern auch wenig Zeit einer Freizeitbeschäftigung nachzugehen, wie in einem Sportverein.

(...) Eine bessere personelle Ausstattung gehört natürlich dazu, die wird schon dafür benötigt um den Ausfall der vielen Stunden zu kompensieren, die durch Krankheit, Klassenfahrten und Abiturprüfungen entstehen.

(...) Das einzige Argument, was mir einfällt, was gegen ein G-9-Abitur spricht, sind die Kosten. Nur die bekommt das Land später durch die bessere Bildung zurück. (...)

Gert Kutschmann
Wiesmoor

Ihrer Forderung nach einer besseren personellen Ausstattung der Schulen ist zuzustimmen. Aber dass Roman Herzog in seiner Ruck-Rede die Vorstellung vertritt, (längere) Schulzeit könne „verlorene Lebenszeit“ sein, ist kein gutes Argument für G 8, sondern traurig. Es geht aus Ihrem Kommentar zur „Schulzeitverlängerung“ nicht hervor, inwiefern der „Klagechor überlasteter Schüler“ ungerechtfertigt ist.

Eine höhere Be- und teilweise Überlastung unserer Schüler durch einen verdichteten Lehrplan, mehr Unterrichtsstunden pro Woche und mehr Klassenarbeiten pro Schuljahr wird niemand ernsthaft bestreiten wollen. In Ihrer Stellungnahme wird nicht ersichtlich, inwiefern da von einem „guten Weg“ gesprochen werden kann.

Ein Abitur nach zwölf Jahren ist sicher möglich, wenn dafür auch die Voraussetzungen an den Schulen und Universitäten geschaffen würden. Das war bislang aber nicht der Fall. Mit Blick auf die für Schüler immer weniger zur Verfügung stehende Freizeit, also Zeit für Freunde, Hobbies, Sport und ehrenamtliche Tätigkeiten, muss man im Moment leider feststellen, dass viele Dinge zu kurz kommen. (...) Wir sollten uns (...) fragen, ob Schülern nicht wieder mehr Zeit für eigene Interessen zugestanden werden muss, da wir sonst Gefahr laufen, ihnen ihre Jugendzeit zu stehlen.

Matthias Rouwen
Oldenburg

Es ist einfach, als Außenstehender zu sagen, dass G 8 ein „Schritt in die Zukunft“ ist – aber gerade die Leute, die solche Dinge in Gang bringen, sind diejenigen, die am Wenigsten aus eigener Erfahrung wissen, wie es heutzutage in einer Schule aussieht. Ich habe meine Abitur 2010 gemacht, ein Jahr vor dem Doppeljahrgang und war zu Anfang meiner Oberstufenzeit verwundert, dass kleine Mittelstufenschüler nachmittags im Gebäude verkehren, dass ich es nicht fassen konnte.

Die Verkürzung der Zeit, hat doch nur einen Effekt gebracht: Die Schüler sind ein Jahr früher raus aus der Schule. Fein – denkt auch mal wer an den kompletten Schulstoff, der, anstatt verschlankt zu werden, mit aller Gewalt in acht Jahren durchgepeitscht werden muss. An der Stelle hängt es doch (...).

Einer meiner Lehrer sagte damals etwas sehr Richtiges: „Es fehlt einfach an Zeit für die Schüler, um mit ihnen aktuelle Geschehnisse zu besprechen.“ Denn die Zeit, die dafür genutzt wird, fehlt am Ende für das viel zu große Curriculum. Wie man es dreht und wendet – jede Verkürzung der Zeit wird auf dem Rücken der Schüler ausgetragen. Nehmen wir ein Jahr – verlängern wir im Gegenzug die Wochenanzahl, um der fehlenden Stunden Herr zu werden! (...)

Kevin Held
Oldenburg

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