„Ringen um den Ringelschwanz – Warum Bauern ihre Ferkel kupieren – Diskussion um Kannibalismus im Schweinestall“, Oldenburger Land, 17. März

Das betäubungslose Abschneiden von Ferkelschwänzen als Maßnahme zu bezeichnen, die Tierleid verhindert, ist zynisch. Dient diese Amputation doch vielmehr dazu, Tiere an Haltungssysteme anzupassen, in denen sie Verhaltensstörungen entwickeln und ihnen anhaltende Schmerzen sowie Leiden verursacht werden. Hier steht nicht Mitgefühl, sondern Profit im Vordergrund des Handelns.

Dass man Schweine mit intakten Schwänzen züchten und mästen kann, zeigt die Tierhaltung, wie sie seit Jahren in skandinavischen Ländern praktiziert wird: Dort werden Stallsysteme verwendet, in denen die Tiere artgemäße Verhaltensweisen weitgehend ausleben können, so dass Eingriffe wie die Schwanzamputation entbehrlich und daher verboten sind. Dafür zahlt der Verbraucher aber auch mehr für das Schnitzel als bei uns.

Dr. Hans-Heinrich Fiedler Oldenburg