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Sexualisierte Gewalt: Kritik an Justiz

17.10.2020
Betrifft: „Fast drei Jahre Haft für Missbrauch der Enkelinnen – Berufungsprozess: 54-Jähriger vergriff sich an sieben Jahre alten Mädchen – Geständnis abgelegt“, Im Nordwesten, 29. September

Das Wort „Vergreifen“ kann als etwas Zufälliges, Ungeplantes verstanden werden – wenn ich Salz statt Zucker für das Kuchenrezept nutze, dann habe ich mich vergriffen. Sexueller Missbrauch von Mädchen und Jungen ist kein Zufall, sondern geplant und absichtlich durchgeführt. Wir wünschen uns eine sprachsensiblere Formulierung in der Berichterstattung bei sexualisierter Gewalt! Die NWZ meint in diesem Artikel sexualisierte Gewalt an Kindern!

Als Traumafachberaterinnen von Wildwasser Oldenburg – Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt – können wir ebenfalls nicht nachvollziehen, dass sexueller Missbrauch „minderschwer“ sein kann, so wie es das Amtsgericht Jever bewertet hat. Denn angeblich hätte der Angeklagte „keine größere Gewalt“ angewendet. Muss denn ein Opa seine Enkeltochter fesseln oder schlagen, um seine geplanten sexualisierten Gewalthandlungen durchführen zu können?!

Wir sehen in unseren Beratungen mit Erwachsenen, dass auch psychische Gewalt lebenslange Folgen für Betroffene haben kann. Vor allem ihr Vertrauen in ihre engsten Bezugspersonen wird existenziell erschüttert. Das kann für Betroffene bedeuten, dass sie lebenslang unter Misstrauen leiden und sich so immer wieder einsam und alleingelassen fühlen.

Auch können wir nicht nachvollziehen, dass sexualisierte Gewalterfahrungen im Badezimmer oder in der Küche weniger schlimm sein sollen als die, die zum Beispiel im Bett der Eltern vollzogen werden. Sexualisierte Gewalt an Mädchen und Jungen bedeutet für sie immer das hilflose Ausgeliefertsein an eine überlegene Person unabhängig vom Tatort. (…)

Nadine Finke und Ingeborg Wibbe, Traumafachberaterinnen bei Wildwasser Oldenburg e.V. Oldenburg

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