„Duell ohne klaren Sieger“, Titelseite, 2. September

Das aus den Vereinigten Staaten übernommene TV-Duell war von vornherein deplatziert, weil das Parlament bei uns aus der Mitte der Abgeordneten den Regierungschef zu wählen hat. Der Regierungschef ist zwar der (Letzt)-Verantwortliche für die Regierungspolitik, nicht aber der Bestimmende in der Umsetzung der vierjährigen Legislaturperiode.

Der Kandidat Peer Steinbrück hat dargestellt, wie sich seine Partei auf den Politikfeldern verhalten will. Der aufmerksame Bürger hat über viele Jahre den Politiker Steinbrück ganz anders in Erinnerung. Er war in seinen bisherigen Ämtern stets ein bemerkenswerter Mann der konservativen Seite bei den Sozialdemokraten.

Die Menschen in NRW wissen noch genau, wie er sich als Ministerpräsident mit den Grünen gefetzt hat. Es kann ihm nicht abgenommen werden, dass er jetzt alle linken Politikthemen seiner Partei aus Überzeugung umsetzen will. Zuvor stehen nach der Wahl Koalitionsverhandlungen an – mit wem auch immer. (...)

Günter Steffen Lemwerder

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Man stelle sich einmal vor, es gäbe tatsächlich genügend Leute, die Peer Steinbrück zum Kanzler machen würden. Dann bräuchte der garantiert keine 100 Tage, um mit seiner schnodderigen Art Deutschland der völligen Lächerlichkeit preiszugeben. (...)

Heino Gloystein Wiefelstede

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„Steinbrück im Endspurt: Bei mir rockt es“, Meinung, 30. August

Der kommende Wahlverlierer Peer Steinbrück hat trotzdem noch sein umfangreiches 100-Tage-Programm vorgelegt. Nicht umsonst, wie mir scheint. Denn alsbald wird ihm Frau Merkel, zusammen mit Herrn Gröhe, den Zettel mit seinen Punkten stibitzen und als CDU-Wohltaten in eine Große Koalition mit der SPD einbringen.

Dem für Witz und Ironie aufgeschlossenen Steinbrück sollte es nichts ausmachen. Denn Merkels großspuriger Ablenkungswahlkampf wird ihr zwar eine weitere Kanzlerschaft bringen. Aber alle lösungsbedürftigen Politikfelder werden nicht noch einmal vier Jahre lang die Fehlanzeige von Konzepten mit Inhaltsangaben zulassen.

Karl-Peter Nitz Oldenburg

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(...) Nach unserer Einschätzung dürfte Herr Steinbrück in allen Themen sattelfest sein, wenn er sich wie die Kanzlerin mit einer Antwort mehr Zeit lassen würde. Mit seinen unüberlegten Schnellschüssen und das Vermeiden, seine Redezeit auszuschöpfen, hat er sich selbst aus dem Sattel geworfen.

Im Gegensatz zu dem kaum zu bremsenden Redeschwall der Kanzlerin verzichtete er darauf, bei wichtigen Themen ins Detail zu gehen. Zum Beispiel seine Empfehlung, in die schönen bunten Schachteln zu schauen, hätte er den Deckel der Schachtel „Mindestlohn“ selbst öffnen können. Jeder politisch informierte Bürger hätte dann sehen können, dass es eine Mogelpackung ist. Herr Steinbrück hätte hier präzise sagen müssen, dass das CDU-Konzept nicht greifen kann, weil in vielen Branchen die Gewerkschaften nicht ausreichend präsent sind. (...)

Mit seinen Schnellschüssen hat sich Herr Steinbrück selbst ins Bein geschossen, während Frau Merkel bei der Frage zur Beamtenpension die Ballvorlage clever nutzte und geschickt aus der Hüfte Nebelpatronen verschoss. Als sie dabei erwähnte, dass die Pension ja versteuert werde, versehentlich aber vergaß, dass auch die Renten stufenweise bis zu 100 Prozent versteuert werden, hätte der Herausforderer entsprechend aufklären müssen.

Abschließend möchten wir noch erwähnen, dass uns zum Thema Eurorettung weder Frau Merkel noch Herr Steinbrück unsere Sorgen genommen haben, dass wir bei weiteren Zahlungen in ein Fass ohne Boden selbst ein Nehmerland werden könnten.

Waltraud Steinmetz Westerstede

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Ich bin seit über 43 Jahren Beamter und habe die Äußerungen von Peer Steinbrück über die Pensionen nicht negativ aufgenommen, da er eigentlich genau das ausgesagt hat, worüber viele Zeitungen vor einigen Wochen ausführlich und kritisch berichtet hatten. Da hieß es unter anderem, dass die Beamtenpensionen gegenüber den Westrenten um das Zehnfache angestiegen sind. Hier kann und darf man ja wohl von einem „überproportionalen Auseinanderdriften“ öffentlich sprechen.

Auch ich habe in meiner Familie und in meiner Nachbarschaft etliche Rentner und Rentnerinnen, die eine geringe Rentenerhöhung um die 3,00 Euro bekommen haben. Diese Menschen haben Deutschland mit aufgebaut und werden jetzt mit 0,25 Prozent Erhöhung belohnt. Wie es im nächsten Jahr aussieht, kann noch keiner zum jetzigen Zeitpunkt angeben.

Wenn dies der Beamtenbundchef Klaus Dauderstädt nicht erkennt und Eingriffe in die Pensionen vermutet, zeugt dies von einer regen und negativen Fantasie. Nicht nur Beamte, sondern auch Rentner haben in den letzten Jahren mehrere Nullrunden hinnehmen müssen.

Es bedarf (...) keinesfalls einer Klarstellung durch Peer Steinbrück, sondern eines genauen Zuhörens des Gesagten und dem Erkennen der jetzigen realen Wirklichkeit. (...)

Uwe Wispeler Sande