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Stimmungsbild zur Corona-Krise in der Region

25.04.2020
Betrifft: Berichte, Kommentare und Analysen zur Corona-Krise

Als ich gestern Vormittag vor der Arbeit noch wie gehabt Einkäufe für meine Familie in der Innenstadt erledigte, habe ich mit großer Freude registriert, wie die Stadt und die Menschen wieder zum Leben erwacht sind. Kaufleute waren quirlig und fröhlich dabei, ihre Läden wieder fitzumachen und sehr kreativ dabei, den Vorgaben wie Kunden-Abstand und so weiter nachzukommen. Nach vielen Wochen der sozialen Distanz und dementsprechender Tristesse war das ein richtig schönes Erlebnis. Mit Wohlwollen nehme ich zur Kenntnis, dass sich die Berichterstattung in der NWZ nun auch gewandelt hat: Weg vom verunsichernden und angstgeleiteten Zeigefinger-Postulat hin zu Mutmachendem, lebensbejahenden Journalismus. (...)

Jetzt dranbleiben, kreativ sein und sich in dieser Krise nicht hinter Statistiken und neuen Fallzahlen von grandiosen Experten ehrfurchtsvoll im düsteren Schneckenhaus verstecken, sondern am echten Leben teilhaben. Mit gebotener Umsicht, Solidarität und Sozialintelligenz. Das ist jetzt eine ganz wichtige Botschaft, wie ich finde!

Arne Lashlee per E-Mail

Die Vorschläge der Politiker zur Rettung der Gastronomie gehen an der Realität vorbei. Bei einer Insolvenz helfen keinem Gastronom die vorgeschlagenen Steuererleichterungen. Wenn das gute Wetter vorbei ist, nutzen die Vorschläge zur Außengastronomie auch keinem mehr. Praktische Vorschläge zur Rettung der Gastronomie wäre die sofortige Öffnung der Gastronomiebetriebe mit entsprechenden Auflagen wie bei anderen Betrieben. Die Fixkosten wie Strom, Gas, Wasser und Löhne müssen erwirtschaftet werden. Unterm Strich müssen schwarze Zahlen stehen und nicht rote Zahlen. Aber was wissen Politiker schon von Betriebswirtschaft?

Johannes Klostmann Oldenburg

Die Europäische Union zeigt sich in der Corona-Krise nicht von ihrer besten Seite. Jetzt bestünde die Chance, den Euro-Skeptikern zu zeigen, dass ein solidarisches Europa wirklich funktioniert! Leider zeigen einige Mitgliedsstaaten wenig Bereitschaft hierzu, zum Beispiel Deutschland, Österreich, Niederlande… Aber ohne solidarische Finanzierung der nach der Krise notwendigen Investitionen (Corona-Bonds) werden die von der Pandemie besonders betroffenen Staaten innerhalb Europas wirtschaftlich abgehängt und Europa droht der Zerfall.

Künftige Wahlen in Europa werden vor allem durch die jungen Menschen entschieden! Und diese haben in den letzten Jahren allerdings eher ein Versagen der EU erlebt und kein funktionierendes, solidarisches Europa: „Bewältigung“ der Flüchtlingskrise, „Abwicklung“ der Eurokrise mit den verbundenen harten EU-Auflagen für Griechenland, Spanien, Portugal… all dies waren Negativerlebnisse.

Wenn die EU in der jetzigen Krise keine Solidarität zeigt, werden sich daher viele Menschen von der Demokratie und Solidarität abwenden und die politischen Ränder stärken. Wahlen werden auch und vor allem emotional entschieden, und erlebte fehlende Unterstützung/mangelnde Solidarität treibt die Wähler*Innen in die falsche Richtung. In Europa finden in absehbarer Zeit viele nationale Wahlen statt, die im schlimmsten Falle das Bild Europas nachhaltig zum Schlechten verändern können.

Hier und heute Solidarität zu zeigen und zu kommunizieren würde Europa stärken und die Gefahr des erkennbaren zunehmenden Nationalismus verringern! Diese Chance gilt es doch zu nutzen!

Thomas Klein Oldenburg

Die Öffnungsdiskussionsorgien sollten verboten werden (ein super Wort von Frau Merkel). Die, die sich nicht daran halten wollen, sollten unterschreiben, dass sie auf die Dienste unseres Gesundheitssystems im Ansteckungsfall voll verzichten werden und sich nicht auf Kosten der Allgemeinheit kurieren wollen. Es ist erschreckend, u. a. die Kommentare einiger Geschäftsleute, die wohl über Leichen gehen wollen, nur um ihre Rendite und den Umsatz zu halten. Und noch erschreckender ist es, wie die Medien das alles gutheißen und die Gegner der Schutzmaßnahmen noch unterstützen. Wenn dies fehlschlägt, dann ist natürlich wieder die Regierung schuld. Können wir verwöhnten Bürger denn nicht mehr realistisch denken?

Johann J. Jansen Edewecht

Bravo NWZ! Bisher ... also Bitte weiter so! Für die Artikel am 26. März „Von Taiwan den Sieg lernen?“ und Mittwoch, 8. April, „China in die Verantwortung!“ ein ausdrückliches Danke!

Aktuell berichtet der ntv-Sender über die Erfolge Taiwans gegen Corona, das „Wegschauen“ der WHO und die absolut berechtigte Kritik an diesem Versagen der WHO. Die wurde bereits im Januar 2020 von Taiwan detailliert gewarnt! Taiwan selbst hat mit 23 Millionen Einwohnern bisher (...) nur circa 400 Infektionsfälle und sechs Tote. Eindrucksvoll wird gezeigt, wie Taiwan dies geschafft hat ohne die heimische Wirtschaft lahmzulegen!

Beschämend, wie die EU und Deutschland sich dennoch pro WHO aussprechen und Taiwan vermeiden zu loben, obwohl dieses vorbildliche Land uns eine Million Masken zur Unterstützung geschickt hat! Wo bleibt da die politische Unabhängigkeit und Fairness?

Es ist doch fahrlässig, nicht das taiwanesische Erfolgsmodell auch bei uns in Europa umzusetzen und stattdessen Zigtausende von Existenzen zu gefährden, ganz zu schweigen von der Wirtschaft insgesamt! Mein dringender Appell an die NWZ, ihre Möglichkeiten und Mittel auszuschöpfen, um dieses politische Fehlverhalten anzuprangern! Bitte den entsprechend aussagekräftigen Artikel folgen lassen!

Henning Löllke Oldenburg

Angela Merkel und ihre Berater eint die Grundüberzeugung „Menschenleben retten, koste es, was es wolle!“ Die fiskalische Last für diesen pastoralen Ansatz beziffern Finanzexperten mittlerweile auf eine bis 1,9 Billionen Euro für den deutschen Staat. Damit soll dann eine halbierte Zahl von Corona-Toten zum Beispiel im Vergleich zu Schweden erkauft werden.

Bei zuletzt vom Robert-Koch-Institut gemeldeten 4300 Corona-Toten wären das derzeit Kosten von 232 Millionen Euro pro gerettetem potenziellen Corona-Toten. Das Durchschnittsalter der Corona-Toten liegt in Europa bei 80 Jahren und die meisten erliegen dem Virus auf Grund mehrerer schwerer chronischer Vorerkrankungen, die ihre Lebenserwartung drastisch verkürzt hätten.

Boris Godunov per E-Mail

Die Fernseh- und Internetaktion „One World“ am letzten Wochenende war sicher von den Beteiligten mit guten Absichten geplant und durchgeführt. Allein was dabei herauskam, war zum größten Teil musikalisch mehr als dürftig. Man sieht, dass die weltbekannten Künstler ohne aufwendige Produktionsmittel wie Studio- und Bühnentechnik auch nicht unbedingt bessere Musik machen als die vielen regionalen jungen Musiker/innen, die durch das Fehlen von Auftrittsmöglichkeiten vor Ort wenig Möglichkeiten haben, sich öffentlich zu präsentieren.

Die Musikszene hat sich immer mehr zu Monsterveranstaltungen mit Zigtausenden von Zuschauern entwickelt. Das kann ja auch, wie wir jetzt gesehen haben, in so kritischen Situationen wie zurzeit, mit vielen Risiken verbunden sein. Es stellt sich die Frage, ob sich das schon allein aus diesem Grund in Zukunft ändern wird.

Mein Fazit: Politisch sollte die Globalisierung weltweit mit allen Mitteln vorangetrieben werden. Wirtschaftlich und kulturell wäre meiner Meinung nach eine Regionalisierung nur von Vorteilen. Man hat gesehen, dass die deutsche Wirtschaft zum Beispiel von der chinesischen inzwischen zu einem großen Teil abhängig ist. Wenn das nicht so wäre, wär es auf jeden Fall zu dieser speziellen Krise nicht gekommen.

Ein anderes Argument für Regionalisierung: Muss ich unbedingt Joghurt essen, der durch das ganze Land chauffiert wird, wenn das heimische Produkt genauso gut schmeckt…

Kalle Popp Oldenburg

Mal ehrlich: Wen hat es bisher interessiert, dass die evangelischen Kirchen geschlossen waren/sind? Und wer hat zur Kenntnis genommen, dass die Oldenburgische Kirche ebenso wie die Hannoversche Kirche dieses selbst veranlasst hat? Wem ist aufgefallen, dass katholische Kirchen in der Regel offen waren und sind? Noch bevor das Gottesdienstverbot durch die Regierung verordnet wurde, haben die Verantwortlichen in den evangelischen Kirchen die Kirchentüren selbst dicht gemacht. Das bedeutet, dass seitdem auch keine Besuche von Einzelpersonen in den Gotteshäusern möglich waren. Erst kurz vor Ostern haben einige Gemeinden diesen Beschluss überdacht, und seitdem sind wieder einige Kirchen für Einzelbesuche geöffnet. Gott sei Dank!

Ich habe die Berichterstattung in verschiedenen Medien aufmerksam verfolgt: da gab es Klagen über geschlossene Geschäfte, Mahnungen der Wirtschaft, Erklärungen zur Schulschließung, angsteinflößende Einlassungen verschiedener Wissenschaftsrichtungen, viel Politikverlautbarung. Proteste der Kirchen gegen die Gottesdienstverbote habe ich nicht vernommen! Dabei ist es Fakt, dass in Kirchen mit zum Beispiel 500 Sitzplätzen ohne Probleme Abstand zwischen Menschen möglich ist. Schließlich sind die Kirchen nur Weihnachten rappelvoll, an „normalen“ Sonntagen kommen die Kirchen in Oldenburg auf 20 bis 80 Besucher*innen.

Wer hat die Stimme erhoben für diese Menschen einer Minderheit? Hoffentlich haben nicht alle „Ausgesperrten“ den Glauben an die Kirche verloren!

Elke Hahn Oldenburg

Nach aktuellen Zahlen hält Jens Spahn den Corona-Ausbruch inzwischen für „beherrschbar“!

Ich meine: Nur wenn wir uns alle weiterhin beherrschen, ist gegebenenfalls das Virus – wenn überhaupt – beherrschbar. Das sollte immer beachtet werden. So könnte durchaus aufgrund der Aussage des Ministers der Eindruck entstehen: Siehste, lang genug vernünftig gewesen – klappte gut – also weiter wie vorher. Das halte ich für sehr gefährlich.

Peter Diers Oldenburg

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