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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Leserbriefe

Streit um Kopf-Doktorarbeit

22.11.2014
Betrifft: „Wissenschaftler rügen Ex-Richter – Geschichte: Streit um Landesvater Kopf“, Titelseite, sowie „Kopf wirkte an Enteignung mit“, Niedersachsen, 18. November

Eine Tätigkeit für die Haupttreuhandstelle Ost (HTO), deren Mitarbeiter Kopf zeitweilig war, wurde selbst von polnischer Seite nicht als Gegenstand einer Anklage betrachtet. In Oberschlesien wurde die HTO in einem Gebiet tätig, das nach 200-jähriger Zugehörigkeit zu Preußen nur 18 Jahre unter polnischer Verwaltung gestanden hatte. Diese Zeit hatten die Polen allerdings dazu genutzt, die ansässige deutsche Bevölkerung zu enteignen und zu vertreiben. Eine Tatsache, die leider immer wieder ausgeblendet wird. Der angebliche Verkauf von Grabsteinen zweier Friedhöfe durch Hinrich Wilhelm Kopf steht im Gegensatz zu den Behautungen der Dissertation von Frau Nentwig in krassem Widerspruch zu polnischen Quellen, denen zufolge diese beiden Friedhöfe den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden haben.

Dr. Ferdinand Kuba Brannenburg

Trotz aller Meriten, die Prof. Ernst Gottfried Mahrenholz in seinem Wirken als Politiker und Jurist erworben hat, ist seinen Äußerungen über Hinrich Wilhelm Kopf entschieden zu widersprechen. Mahrenholz spricht der Doktorarbeit von Teresa Nentwig (Göttingen), die im vergangenen Jahr die Diskussionen über die Umbenennung von nach Kopf benannten Straßen und Plätzen ausgelöst hat, jegliche Wissenschaftlichkeit ab. Dieses Urteil muss zurückgewiesen werden.

Frau Nentwig hat gründlich und sorgfältig in bisher unzugänglichen Archiven (zum Beispiel in Kattowitz) geforscht und über Kopfs Tätigkeit im Dritten Reich differenziert geurteilt: Neben belastenden Aspekten wie Kopfs Kooperation mit den Nationalsozialisten bei der Verwaltung und dem Verkauf von geraubtem polnischen und jüdischen Eigentum zitiert sie mehrfach (jüdische) Personen, die bezeugen, dass Kopf ihnen während der NS-Zeit geholfen habe. Teresa Nentwig vorzuwerfen, sie sei gegen Kopf eingestellt, ist also völlig absurd (...).

Die jetzige Position von Prof. Mahrenholz ist umso erstaunlicher, als er sich vor einem Jahr in einem Interview ausdrücklich auf die „in der Tatsachenerhebung gründliche […] Dissertation von Teresa Nentwig“ berief (...). Möglicherweise spielt bei den Äußerungen von Prof. Mahrenholz die – menschlich verständliche – Enttäuschung darüber, dass seine positivere Sicht Hinrich Wilhelm Kopfs von jüngeren SPD-Genossen nicht geteilt wird (...), eine Rolle. Diese Enttäuschung darf nicht dazu führen, eine ausgezeichnete wissenschaftliche Arbeit zu diskreditieren.

Dr. Horst Thum Hannover

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