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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Leserbriefe

Über Schutzzäune für Schafwirtschaft

02.03.2019
Betrifft: „Wie geht es weiter mit den Wölfen? – Umwelt: So sieht die rechtliche Lage beim Abschuss                          der                 beiden Rüden aus“, Niedersachsen, 20. Februar, sowie weiter Berichte

Sie und andere NWZ-Redakteure in Hannover haben in den vergangenen Tagen häufig das Wolfsthema mit den „Problemwölfen GW717 und GW924“ aufgegriffen.

Zurzeit laufen immer wieder, wie so häufig angefacht durch die Landespolitik, die Landesjägerschaft Niedersachsens, den Deutschen Jagdschutzverband, Schafzucht- und Bauernverbände, in der Presse heftige Wolf-Diskussionen, die an Unfachlichkeit nicht mehr zu überbieten sind.

Jetzt sind es sogar die Wolfsberater, denen es an Neutralität und Loyalität fehlen soll und denen Befangenheit vorgeworfen wird. Sie sollen sogar nach dem Willen dieser Interessensverbände von ihrem Ehrenamt entbunden werden. Wie immer, herrscht bei der verantwortlichen Landespolitik Schweigen im Walde. Eine Rückenstärkung dieses schwierigen Ehrenamtes durch das Umweltministerium, wird von den Betroffenen schmerzlich vermisst.

An wirklich zielführender Informationsbeschaffung scheinen wenige interessiert und reales Bewusstsein zur Problemlösung scheint bei vielen nicht vorhanden zu sein.

So ist es sehr erstaunlich, dass zum Beispiel Fachleute wie Frau Dr. Birgit Mennerich-Bunge, Amtstierärztin im Landkreis Lüchow-Dannenberg, exzellente Wolfskennerin und präzise recherchierende Biologin, nicht gehört und in eine Entscheidung einbezogen werden. (...)

Solange das einzige und probate Mittel, die überall fehlenden oder häufig fehlerhaften Herdenschutzmaßnahmen nicht professionell und mittlerweile in sicherster Entwicklung und Angebot angewendet werden, wird das „Wolfsproblem“ nicht gelöst und vor allen Dingen keinen gesellschaftlichen Frieden geben.

Franz-Otto Müller
ehem. Wolfsberater im LK Wesermarsch, Brake

Sicherlich kann es nicht die Pflicht der Freunde des Wolfs sein, grundsätzlich 500 x 600 Meter Schutzzaun für die private Schafwirtschaft errichten und einbuddeln zu müssen. Dieses Angebot des Ehepaars Hennen als Schafhalter wäre aber die Gelegenheit, die Ernsthaftigkeit eines Tierschutzinteresses der Freunde des Wolfs glaubhaft zu machen.

Insgesamt verläuft die Diskussion in diesem Interessenskonflikt ohnehin falsch, weil nicht am geschichtlichen Verlauf orientiert. Historisch wurde der Wolf von seinem Fressfeind Mensch ausgerottet oder vertrieben. Das war möglicherweise nicht fair, schaffte aber vorübergehend einen Frieden. Diesen Konflikt nun künstlich durch eine Wiedereinbürgerung des Wolfs erneut hochkochen zu lassen, ist aus tierschützerischer Sicht sehr verzichtbar. Auch die Weidetiere empfinden Todesangst und werden heute mangels Fluchtmöglichkeit von dem in Blutrausch geratenen Wolf über die Maßen gemordet und zerfleischt. Die bestehenden Zäune halten den Wolf nicht auf. Somit wäre dies eine sehr gute Gelegenheit für die Freunde des Wolfs, durch aktive Tierschutzarbeit Glaubwürdigkeit für ihr Schutzbegehren zu erlangen. Nur reden ist zu einfach und schafft das nicht.

Insgesamt sollte dieses Thema neu überdacht werden, ob die Fressfeinde Mensch und Wolf aus tierschützerischer Sicht in eine direkte Nachbarschaft gehören.

Andreas Hohls
Neuenkruge

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