Was sind das doch für herrliche Zeiten, in denen ein Staat einfach so verlauten lassen kann, seine Armee sei nur bedingt einsatzbereit? Stellt sich da nicht die Frage, ob wir diesen teuren Apparat überhaupt noch finanzieren müssen, wenn wir ihn doch so fahrlässig vernachlässigen können? Was sind das nur für Fachkräfte, die wagen, uns dieses Ergebnis anzubieten? Warum sagen sie uns nicht gleich, wir brauchen die Armee gar nicht, und schlagen uns vor, mit den dafür erforderlichen horrenden finanziellen Mitteln wichtigere Einrichtungen zu unterhalten?
Oder ist das Ganze viel schlimmer? Brauchen wir die Armee tatsächlich für unsere Sicherheit, und die für das Funktionieren der Aufgabenerfüllung Verantwortlichen haben versagt und den schlechten Zustand verschlafen? Oder noch schlimmer? Haben sie uns hinters Licht geführt, vorsätzlich?
„Bedingt einsatzbereit!“ – Das hat doch mal das Magazin „Der Spiegel“ geschrieben, und der Augstein musste sich vom Verteidigungsminister aus Bayern sagen lassen, dass das „ein Abgrund von Landesverrat“ sei, und dafür 100 Tage in U-Haft gehen. Wie schön, dass die Bayern sich heutzutage mit der Maut beschäftigen. Auch so ein Unsinn.
Heute ist die bedingte Einsatzbereitschaft eher zum geflügelten Wort geworden. Aber stimmt der Satz denn noch? (...) Wie schön, dass wir Deutschen uns bei den Kriegen möglichst raushalten. Deshalb können wir so schön darüber lästern und es sarkastisch kommentieren.
Unsere Transportflugzeuge sind kaputt, die Hubschrauber machen es auch nicht mehr. Wenn jetzt irgendwo am Rande der Nato ein Scharmützel ausbricht, können wir da gar nicht hin – es sei denn, wir leihen uns bei Putin einen Antonow-Transporter, den man ja auch zum Abtransport der militärischen Ausrüstung aus Afghanistan benötigt hat.
Und wenn Putin selbst zu den Waffen greifen sollte? Kein Problem, dann lachen sich die Russen kaputt über uns.
Ob die Bundeswehr jemals verteidigungsfähig gewesen ist oder ob erst heute die Kampffähigkeit mangels Waffen und Gerät schwindet, sei dahin gestellt. Als ich am 6. April 1959 beim Panzergrenadierbataillon 203 einrückte, fehlten für uns Rekruten in der Kleiderkammer die Uniformen. Wir trugen in den ersten vier Wochen der Grundausbildung unsere mitgebrachte Zivilkleidung. Angesichts der heutigen Mängel scheint sich die Unfähig-/Unwilligkeit, sich zu organisieren, wie ein roter Faden durchzuziehen.
