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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Leserbriefe

Unmut über Rauswurf aus Zweitwohnung

18.04.2020
Betrifft: „Von Ferienwohnung zurück nach NRW geschickt“, Titelseite, 14. April, sowie weitere Berichte

Ihrer Zeitung entnehme ich, dass ein Ferienwohnungsbesitzer in Sande-Cäciliengroden mit seiner Lebensgefährtin vor Ostern wieder nach NRW zurückgeschickt wurde. Angezeigt hatte ihn wohl ein Nachbar. Wie zu lesen ist, wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Die Corona-Krise trifft uns alle. In diesen schwierigen Zeiten scheint es manchen Mitmenschen und Verwaltungsleuten aber weniger um die Umsetzung des medizinisch und gesellschaftlich Notwendigen wie der Abstandswahrung, sondern zusätzlich um einen Wettkampf der stärksten Einschränkungen zu gehen. Dass Mitmenschen dann auch noch ihre Nachbarn anzeigen, zeigt nur ihre seelische Verfassung.

Die Zahl der Corona-Infizierten liegt im Landkreis Friesland bei 28 Infizierten, davon gelten 17 wieder als genesen. Während Niedersachsen kein Einreiseverbot für Angehörige anderer Bundesländer erlassen hat, sperren Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern den Zutritt auch für Fußgänger und Radfahrer. Als Hamburger, der Niedersachsen lange verbunden ist, hoffe ich, dass der Landkreis Friesland das Verfahren in Sande-Cäciliengroden einstellt und sich menschlich zeigt.

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Nach der Krise wollen wir doch alle wieder zusammenleben – oder errichten wir in Deutschland wieder Grenzen wie vor 1989?

Frank Hiemer
Hamburg

*  Die Entscheidung eines Oldenburgischen Gerichts, Menschen, die eine Zweitwohnung besitzen, zum Verlassen derselben zu zwingen, passt in eine lange Reihe von skandalösen oldenburgischen Entscheidungen, die einen Vergleich mit Entscheidungen der Nazi- und DDR-Gerichtskultur nicht zu scheuen brauchen.

Skandalös ist vor allem die faktenverkehrte Argumentation. Da entscheiden sich Menschen, die dicht gedrängt an einem Erstwohnsitz leben, aufs Land zu ziehen, erfüllen damit alle fachkundigen und rechtlichen Vorgaben nach einer Abstandshaltung, um dann von einem oldenburgischen Richterkörper die zynische Argumentation hinnehmen zu müssen, dass aus Seuchenschutz-Erwägungen die Wohnung zu verlassen sei.

Wer hat den Nutzen aus einer solchen Entscheidung? Nun, derjenige, der in dem Gebiet wohnt, das andere verlassen müssen. Hier wird nicht nur der „Abstand“ für den potenziell Betroffenen vergrößert, es wird auch die eigene Aufnahmewahrscheinlichkeit in einem Krankenhaus vergrößert. Oder anders ausgedrückt: Was dem kleinen Mann sein Toilettenpapier, das ist einer Rechtskaste die Verfrachtung von Menschen. Irgendwie alles schon mal dagewesen. Die zynisch verlogenen Argumente sind vergleichbar geblieben.

Der Bürger tut gut daran, sich auf weitere, viel tiefgreifendere Egoismen einzustellen, wobei die vorgeschobenen Argumente weitaus zynischer werden. Und so erklärt sich in Amerika auch der rasante Anstieg der Bewaffnung der Bevölkerung.

Angemessen wäre ein Plakat, auf dem stünde: „Schütt dein Säckchen aus und fahr wieder nach Haus“.

Ferdinand Diedrich
Essen/Oldenburg

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