„Ausbruch von zwei Löwen endet für ein Tier tödlich – Zoo Leipzig: Keine Gefahr für Besucher – Notfallplan in Gang gesetzt“, Panorama, 30. September

Wird ein Löwe im Leipziger Zoo erschossen, ist das der NWZ  einen fast halbseitigen Bericht mit Foto wert. Die Bestürzung des Zoodirektors wird ausführlich beschrieben: „Das ist ein sehr, sehr trauriger Ausgang.“ Zwei Seiten weiter wird in knapper Form berichtet, dass bei einem Lastwagenunfall Tausende Hühner verendet sind: „2500 der 7000 geladene Hühner starben am Unfallort.“ Elendig erstickt, erdrückt, erschlagen. Man geht zur Tagesordnung über und hakt den Verlust als Kollateralschaden ab. (...) Vergessen wird, dass Vögel (...) einen Eigenwert besitzen und Schmerz, Leid, Angst und Freude empfinden wie Mensch, Hund, Katze oder eben der Löwe.

Im Tierschutzgesetz, in den christlichen Kirchen und in anderen Religionen sind alle Tiere als Mitgeschöpfe anerkannt. Ihr Leben und Wohlbefinden ist der Verantwortung des Menschen anvertraut. Muss dieser Auftrag nicht Anlass sein, die unterschiedliche Bewertung von Tieren zu überwinden?

Dr. Hans-Heinrich Fiedler Oldenburg