(...) In dem genannten Artikel in der NWZ wurde resümiert, dass „Vertreter aus bäuerlicher Praxis, Verbänden und Politik eine Abkehr von der Exportstrategie, ein Umdenken in der Milchpolitik sowie eine Mengenregulierung fordern“. Das halte ich ebenso wie viele andere Experten für nicht zielführend. (...) Auch der Landvolkverband distanziert sich von diesen Forderungen.
Es steht außer Frage, dass die aktuellen Milcherzeugerpreise zur Zeit so katastrophal wie noch nie und nicht mehr kostendeckend sind. (...) Hier wurden bereits erfolgreiche Gespräche des Bauernverbandes mit den großen Handelsketten geführt. Lidl und Aldi haben ein wichtiges Signal gesetzt und sich bereit erklärt, die Einkaufspreise für Molkereiprodukte nicht weiter zu senken. (...) Nicht zuletzt sehe ich auch den Verbraucher in der Verantwortung. Der Einkommensanteil, der für Lebensmittel ausgegeben wird, ist heute um ein Vielfaches geringer als vor 50 Jahren. Trotzdem ist der Preis das wichtigste Kriterium bei der Einkaufsentscheidung.
Um die Preissituation für die Milcherzeuger zu verbessern, ist eine Mengenregulierung nur innerhalb Deutschlands oder der EU keine Lösung. Die Milchquotenregelung ist daher in diesem Jahr abgeschafft worden. Eine Quote ist ein Marktordnungsinstrument, das nur auf heimische Märkte ausgerichtet ist und nicht auf weltweite Zusammenhänge und Veränderungen reagieren kann. In einem globalen Markt kann sie daher nicht zweckmäßig sein. (...)
