„230 Pflegedienste unter Verdacht“, Titelseite, sowie Kommentar „Härtere Strafen“ von Tobias Schmidt, Meinung, 31. Mai

Nicht nur russisch-ukrainische Pflegedienste betrügen. Aus meiner Erfahrung heraus ist der Verdacht des Betruges auch gegen etablierte Dienste durchaus berechtigt. Der Nachweis allerdings ist nur sehr schwer zu erbringen. Zum Beispiel alleinstehende Pflegebedürftige sind oft nicht in der Lage, die einzelnen Arbeiten nach Art und Umfang zu kontrollieren und zeichnen gutgläubig die vom Pflegepersonal aufgeführten Leistungen ab.

Diese Erfahrung habe ich mit einem karitativen Pflegedienst gemacht. Meiner pflegebedürftigen Mutter wurden zum Beispiel Leistungen zum erhöhten „Nachttarif“ nach 18 Uhr in Rechnung gestellt, die ganz oder aber gar nicht zum günstigen „Tagtarif“ erbracht wurden. Die Differenz, die von der Pflegestufe nicht gedeckt war, wurde privat mit meiner Mutter abgerechnet (...).

Petra Bach Horsten