• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Leserbriefe

Vergeudung von Steuern

16.03.2013
Betrifft: „Keine Planungspause bei Küstenautobahn“, Oldenburger Land, 7. März

Mit der von der IHK so sehr geforderten Küstenautobahn steuern einige Politiker erneut mit einem Großprojekt auf eine gigantische Fehlinvestition zu. Nach wie vor fehlt den Autobahnbefürwortern ein tragfähiges Finanzierungskonzept. Sowohl die Frage nach der tatsächlichen Höhe der Baukosten als auch die Frage nach der Herkunft der benötigten Summe ist bis dato völlig offen. Trotzdem werden niedersächsische Steuergelder mit der Planung weiter verschwendet.

Für die Realisierung der etwa 121 Kilometer langen Trasse werden Kosten von 1,3 Milliarden €Euro ohne Elbtunnel veranschlagt, das sind rund 10,5 Millionen Euro€ pro Kilometer – der Bundesdurchschnitt aber liegt bei 15 Millionen Euro pro Kilometer. Offensichtlich werden nicht nur die hier schlechten Baugrundverhältnisse mit Moormächtigkeiten von bis zu 18 Metern ignoriert. Ebenso wird ein Rohölpreis von nur 60 Dollar pro Barrel zugrunde gelegt. Damit wird zwangsläufig unterstellt, dass Benzin günstiger wird und der Verkehr deshalb so zunimmt, dass eine Autobahn gerechtfertigt werden kann.

Berechnungen der tatsächlich zu erwartenden Kosten eines Autobahnbaus gehen von folgenden Summen aus: Bei 14 abgeschlossenen Vorhaben ergaben sich Kosten von 26 Millionen € pro Kilometer. Für die 112 Kilometer der A20/22 wären dies mehr als drei Milliarden Euro. Dann kommt noch der Elbtunnel mit realistisch mindestens weiteren €drei Milliarden Euro. Wollen wir wirklich nach Stuttgart 21 und Berliner Flughafen eine A 20/22?

Nicht wiederherzustellende dramatische Umweltschäden sind vorprogrammiert.

Daniel Schwaetzle
Jade

Die Verfechter der Küstenautobahn scheinen den Bedarf und die Wirklichkeit völlig zu verkennen, insbesondere die IHK-Vertreter. Der zuständige Bundesverkehrsminister hat ja derzeit massenhaft Baustellen- und Finanzierungsprobleme: Stuttgart 21, Berliner Flughafen, Sanierung der Nord-Ostseekanal-Schleusen usw.

Unsere Straßen (...) befinden sich überwiegend in einem katastrophalen Zustand, es wird geflickt, aber nicht Bestandssicherung betrieben.

Planungsmittel für eine völlig unnötige A 20 sind vergeudete Haushaltsmittel aus Steuergeldern. Die Kostenschätzungen von zurzeit 1,3 Milliarden Euro für die A20 sind völlig klein gerechnet, da Moor- und Elbquerung nicht planbare Faktoren sind.

Wann kehrt endlich in die Köpfe der Verantwortlichen realitätsbezogenes Denken ein?

Martin Völkel
Wiefelstede

 Als IHK-Mitglied bin ich immer wieder entsetzt, mit wie viel Aufwand sich die IHK für die geplante A 20 einsetzt. Da werden Veranstaltungen organisiert, Pressekonferenzen und immer wieder Treffen mit Politikern, um weit über zwei Milliarden Euro der Steuerzahler locker zu machen. Wofür? Keineswegs für ein „zentrales Projekt für Gesamteuropa“, wie die IHK so großspurig betont, sondern für eine völlig überflüssige Schnellstraße in Randlage, ohne Hinterlandanbindung, wie auch das Bundesverkehrsministerium bereits vor Jahren feststellte.

Im Gebiet zwischen Elbe und Westerstede gibt es überhaupt keine Verkehrsprobleme, die durch eine Autobahn gelöst werden müssten. Die Probleme entstehen erst durch die Planung dieser Betontrasse.

Landschaftszerstörung, Lärm, Abgase werden in eine Region gebracht, in der es noch die letzten, größeren unzerschnittenen Lebensräume gibt und die verkehrsmäßig bereits gut erschlossen ist. Die Autobahnen A 26, A 27, A 28 und A 29 sind vorhanden, innerhalb kurzer Zeit kann jeder eine Autobahn erreichen. In Ost-West-Richtung ist die A 1 gerade ausgebaut worden, diese Kosten werden uns die nächsten Jahrzehnte noch belasten.

Was im Straßenbau fehlt ist Geld zur Unterhaltung der vorhandenen Straßen und Brücken. Dafür werden die mindestens 2,3 Milliarden dringend gebraucht. Es geht (...) darum, die vorhandene Verkehrsinfrastruktur zu erhalten, nicht neue dazuzubauen. Wann begreift das endlich auch die IHK?

Thomas Apitzsch
Edewecht

Weitere Nachrichten:

IHK

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.