Mutter Natur muss dringend mal zur Kur! Doch für die Kosten will niemand aufkommen; nicht einmal die Pflegekasse. Und so wehrt auch Deutschlands oberster Lobbyist der Agrar- und Ernährungsindustrie mit Ministerstatus, Christian Schmidt, eine Verteuerung von Fleisch als unsozial ab. Ganz im Sinne von Paul-Heinz Wesjohann, Seniorchef von Wiesenhof und Träger des Bundesverdienstkreuzes, mit seinem Credo: „Die Massentierhaltung ist eine große, soziale Tat.“
Dass ausgerechnet die Grünen die Versorgungssicherheit mit billigem Fleisch für Hartz-IV-Empfänger festigen wollen, wird Bauernpräsident Werner Hilse freuen, der schon vor Jahren wetterte: „Jeder macht sich des potenziellen Mordes verantwortlich, wenn er sich gegen die maximale Ausbeutung der Ressourcen stellt.“ Und mit Begriffen wie „realitätsfern“ und „Volkserziehungsbehörde“ wirbt die FDP um die Wählergunst.
Thema total verfehlt, setzen! Wenn die Politik es der Wirtschaft überlassen hat, das Volk zu hemmungslosem und unkritischem Verzehr gesundheits- und naturgefährdender Lebensmittel zu „erziehen“, dann ist sie spätestens jetzt gefordert, diese fatale und vernichtende Entwicklung umzuleiten. Ohne wenn und aber.
Immerhin fordert auch Jürgen Seeger, Kreislandvolkvorsitzender im Landkreis Oldenburg, schon seit Langem einen „Sachkundenachweis für Politiker “ und erntet dafür von den mehr als 250 000 Mitgliedern im Landesnetzwerk „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ vollste Zustimmung.
Ein guter Vorschlag vom Umweltbundesamt, die Mehrwertsteuer für Fleisch- und Milchprodukte zu erhöhen! Ich kann mich nur fremdschämen ob der günstigen Preise für tierische Nahrungsmittel!
Da die Deutschen ihren Fleischkonsum aus Massentierhaltung freiwillig nicht reduzieren wollen (circa 60 Kilogramm pro Kopf im Jahr), muss es über den Preis passieren! Ein paar Kilo weniger schaden niemandem, ganz im Gegenteil, und den geschundenen Tieren und der Umwelt nützt es! Schade nur, dass die Politik das anders sieht!
