„Keine Alternative“, Kommentar von Rolf Seelheim zum Rücktritt vom VW-Chef Winterkorn; sowie weitere Berichte zum Abgas-Skandal

(...) Wenn das Meinungsforschungsinstitut Forsa dieser Tage vermeldet, dass 80 Prozent der Deutschen „stolz auf ihr Land sind“, offenbaren sich dir tiefste Abgründe zwischen deiner täglichen Wirklichkeit, wie du sie angesichts der aktuellen, sich häufenden Krisen siehst. (...)

Du hast ihn dir heute ausgeschnitten – den Kommentar des Chefredakteurs der Nordwest-Zeitung, Rolf Seelheim, zum Rücktritt des omnipotenten Supermanagers Martin Winterkorn. Weil der Kommentar nicht nur in seiner Folgerichtigkeit wie ein Kompass durch ein undurchdringliches Labyrinth wirkt, eine Leuchte im Blätterwald unzähliger Kommentare – wesentlich, unmissverständlich – grundsätzlich und nachhaltig und damit Orientierung gebend! (...) Berichterstattung – Kommentar und Hintergrund – können auch Trost sein, im derzeitigen Deutschland- und Europa-Chaos! Rolf Seelheim und seinen Redakteuren sei Dank – einmal mehr!

Volker Meyer Oldenburg

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Was auch im Aktiengesetz zur Aufgabe des Aufsichtsrates steht, er braucht doch, auch mangels technischer Expertise, nichts zur Software der Motorensteuerung wissen. Und man stelle sich vor, in dem Gremium fragt der Aufsichtsrat den Vorstand, ob er fälscht, gar betrügt. Undenkbar! Und wenn es – beweisbaren – Grund für diese Frage gibt, kann doch nur die sofortige Abberufung erfolgen.

Jost Etzold Varel

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Der VW-Skandal ruft viele mehr oder weniger sinnvolle Wortmeldungen hervor. Unter anderem auch von Greenpeace. Ein Vertreter dieser Organisation forderte nicht nur die Abschaffung des bisherigen Testverfahrens und Rückgabe aller Dieselfahrzeuge (warum nicht auch die Dieselloks der Bahn?) und bezifferte die bisherige Subventionierung von Dieselfahrzeugen auf sieben Milliarden Euro. Das ist offensichtlich falsch. Dieselfahrzeuge werden sehr viel höher besteuert als Benziner. (...) Den Dieselfahrern ist übrigens bisher kein finanzieller Schaden entstanden, sondern sie haben durch geringeren Verbrauch sogar profitiert. Der Verlust kann erst beim Verkauf entstehen. (...)

Jörg Kuhlmann Oldenburg

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Mit diesem Abgas-Skandal haben sich die Autobauer (...) ins Abseits gestellt. Mit betrügerischer Absicht versucht man, die Autos als sauber zu verkaufen. Dabei geht es nur darum, die Absatzzahlen skrupellos zu erhöhen, um möglichst viel Rendite zu erwirtschaften. Für die Zukunft braucht es dringend neue Ideen. Die Verbrennungsmotoren sollten langsam ausgedient haben, und auch die Elektroantriebe sind nicht der Weisheit letzter Schluss und eigentlich nur eine Zwischenlösung. Man sollte das eigentliche Ziel, ein Fahrzeug emissionsfrei zu bewegen, nicht aus den Augen verlieren. (...)

Eckhard Haase Edewecht

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Im Fernsehen sagte der (noch) VW-Chef Winterkorn am 22. September unter anderem folgendes: „Ich entschuldige mich in aller Form...“ Nur: Keine/r kann sich selbst entschuldigen. Man kann nur andere um Entschuldigung bitten oder Reue zeigen.

Bernhard Daenekas Leer/Ostfriesland

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(...) Die Katastrophe des VW-Konzerns wurde doch erst dadurch möglich, dass Merkel persönlich in Brüssel diese Schlupflöcher für die Autoindustrie politisch gegen den Willen der Brüsseler Behörde, die sich somit wieder einmal als zahnloser Tiger bewies, durchsetzte, während deutsche Gazetten jubelten: Bundeskanzlerin Merkel festigt den Standort Deutschland für die Autoindustrie.

Nix da mit Festigung, das war die Aufforderung zum Betrug. Und wenn Frau Merkel solche Männer wie Dobrindt & Co. fördert, denen eine meterlange Strippe zwischen den Beinen herunterhängt, an der sie nur zu ziehen braucht, um aus ihnen einen Hampelmann zu machen, ist dies ein offensichtliches Qualitätsmerkmal ihrer Regierung. (...)

Rudi W. Neumann-Leimgruber Oldenburg