„Landvolk kritisiert Minister“, Wirtschaft, 23. August

Manchmal ist es einfach gut, wenn man sich vor öffentlichen Äußerungen ernsthaft informiert. Das gilt auch für die Landvolkverbände Oldenburg, Cloppenburg und Emsland, welche die Landesförderung für das Projekt „Etablierung heimischer Eiweißfuttermittel“ (...) unter Trägerschaft der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) kritisieren.

Die Behauptung, wonach die AbL, die konventionell und ökologisch wirtschaftende Landwirte vertritt, von Agrarminister Meyer „aus ideologischen Gründen“ gefördert werde, geht völlig ins Leere: Dieses Projekt wurde (...) vom damaligen Agrarminister der schwarz-gelben Landesregierung, Gert Lindemann, (...) in die Wege geleitet.

Die eher agrarindustriell ausgerichteten Landvolk-Verbände sollten ihre gesellschaftsfernen Kampagnen gegen eine gesellschaftlich akzeptierte bäuerliche Landwirtschaft besser endlich beenden­.

Uninformierte Aggressionen machen blind für die Realität­.

Eckehard Niemann Varendorf

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„Keine Hilfe für Landwirte“, Leserforum vom 23. August zu „Bauern verlieren an Akzeptanz“, Leserforum, 9. August

(...) Wachstum ist nicht alles, schon gar nicht auf den Rücken der anderen Gemeindemitglieder. In einem anderen Leserbrief wurde der Vergleich mit anderen Gewerbetreibenden und deren Wachstumsmöglichkeiten beschrieben. Solange (...) Emissionen an Luft, Erde und (Grund-)Wasser nicht zur Gefahr werden und solange Tiere, deren Futter und deren Ausscheidungen nicht unnötig durch die Weltgeschichte transportiert werden, solange ist ein Wachstum in der Landwirtschaft zu vertreten. Zumal die Ressource Erde durch die Begrenzung der Flächen der einzelnen Höfe schon lange übermäßig belastet ist. (...)

Die wichtigen und richtigen Entscheidungen für eine neue Qualität in der Landwirtschaft sind längst überfällig. Weniger ist meistens mehr!

Christel-Uwe Osterthun Großenkneten

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„Bauern bitten Weil um Hilfe“, Titelseite, 7. August

Landvolkpräsident Hilse warnt vor Überlastung der Bauern durch „unerfüllbare Forderungen“ von Landwirtschaftsminister Christian Meyer. Die Landesregierung will die Kontrollsysteme ausweiten. Endlich! Haben Hilse und Genossen vielleicht Angst davor, nicht mehr so viel Gülle aufs Land kippen oder Tiere unbemerkt totschlagen zu können? Dass bald die milliardenschweren Subventionen nicht mehr so üppig an Großbauern fließen?

Ist er nicht mit seinen 24 (!) Vorstands- und Aufsichtsratsposten – unter anderem im Bereich Agrarprodukte, Fleischkonzerne, Agrarwirtschaft, Futtermittelindustrie und bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen – viel zu eng mit der Agrarindustrielobby verknüpft? Liegen ihm die Sorgen der Bauern wirklich so am Herzen? (...) Rührt nicht eher seine Besorgnis daher, vielleicht einen gut bezahlten Vorstandsjob (...) zu verlieren (...) ? Seine Gewinne in der eigenen intensiven Schweinemast und Beteiligung an einer großen Putenmastanlage geschmälert werden? (...)

Sollten wir nicht solche Befürworter dieser umweltschädigenden, menschen- (antibiotikaresistente Keime) und tierverachtenden Branche endlich abwählen?

Marion von Halem Rastede