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NWZonline.de Nachrichten Politik Kommentare & Meinungen Leserbriefe

Wer blickt bei Rechtschreibung durch?

13.05.2017
Betrifft: „Das Deppen-Leerzeichen greift um sich“, Panorama, 5. Mai

„Das Deppen-Leerzeichen greift um sich“ und schlimmer...

So empfinde ich es.

Johann Zimmermann
Hude

Den Begriff des „Deppen-Leerzeichens“ kannte ich bisher nicht – welch ein Fauxpas! Aber dass ausgerechnet eine Behörde damit „auffällig“ wird, ist schon arg schlimm. Aber es verwundert mich auch nicht. Was soll die Verwendung dieses Zeichens denn überhaupt bewirken? In der Werbung könnte man es sich als „Hingucker“ (oder neudeutsch „eyecatcher“) denken, ansonsten ist es im „Denglischen“ wohl sehr verbreitet, was suggeriert, dass alles innovativer wird, aber vielfach eben nur alter Wein in neuen Schläuchen ist und Augenwischerei bedeutet. Und dann kommt hinsichtlich der Fähigkeiten des Schreibens und des schriftlichen Ausdruckes das unselige Smartphone dazu, bei dem weder auf groß oder klein, getrennt oder zusammen, mit oder ohne Komma und andere Satzzeichen unter Vermengung irgendwelcher Zahlen oder Zeichen (Smileys) geachtet wird. Alle Symptome kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen: Eine Reifeprüfung (Abitur) rettet nicht vor zwanzig (!) Fehlern auf drei (!) Seiten, so dass sich der Eindruck aufdrängt, dass das Fach Deutsch spätestens in der fünften Klasse abgewählt worden sei. Aber es ist eben nicht verwunderlich, dass in Zeiten sich verflachender Bildungsabschlüsse – politisch gewollt nach dem Motto: Jedem sein Abitur und auf Teufel komm heraus Inklusion mit möglichst wenig Pädagogen! – auch schon bei einer harmlosen Wahlbenachrichtigung Diskussionen entstehen.

Und gerade im öffentlichen Bereich wird sich ein Bürger, der einen mit solchen Fehlern behafteten Bescheid erhält, sich sicherlich fragen: Und was kann die Person sonst noch nicht? Was ist denn mit dem Inhalt? Für mich bleibt ungeachtet des Zeitgeistes trotzdem nur eines: Ich mache keine Abstriche bei der Rechtschreibung und Zeichensetzung!

Gerhard D. Klockgether
Rastede

Der in der Überschrift Ihres interessanten Artikels gewählte Begriff „Deppen-Leerzeichen“ ist eher nicht zutreffend. Es handelt sich hierbei ja nicht um ein Zeichen, sondern – siehe DIN 5008, entwickelt für Geschäftskorrespondenz, indes auch für private Schreiben empfehlenswert – um einen sogenannten Leerschritt. Die obige Norm kann für unsere unnötig komplizierte Schriftsprache als vorbildlich gelten. Ihr können im übrigen weitere sinnvolle Lesehilfen, so etwa die Schreibung von Zahlen ab dem Tausenderbereich, entnommen werden: Für Währungsbeträge gilt der Punkt (12.450€), für alle anderen Zahlen der oft vergessene, hier aber zum flüssigen Lesen hilfreiche Leerschritt: 104 000 km.

Das ganze Elend, verschlimmert durch die seit 2006 verbindliche Rechtschreibreform, hätte zumindest begrenzt werden können; zum einen durch die Verwendung des Bindestrichs bei Dreifachkonsonanten (Sauerstoffflasche).

In anderen Fällen belässt es der Duden nicht selten beim schwammigen „Kann“, wird aber hin und wieder sogar verbindlich: „Mund-zu-Mund-Beatmung“. Wer blickt da noch durch?

Reinhold Janßen
Norden

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