Das war wieder ein Musterbeispiel für ein planvolles und vorausschauendes Handeln der Politik: Nach der Katastrophe von Fukushima wurde auf der Stelle der Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen! Es war klar, dass er ohne höhere Kosten für die Energieversorgung nicht umgesetzt werden könnte. Fraglich ist, ob allen – insbesondere den vorausschauenden Lenkern dieses Staates – das Ausmaß klar war.
Für die Energie aus der Windkraft bedarf es der „Stromautobahnen“ von Nord nach Süd: Die will aber keiner haben, (...) (wieso hier, bei mir kommt ja der Strom aus der Steckdose). Mit den Nachbarländern hat man auch nicht gesprochen – derzeit brechen deren Netze durch „Überangebote“ aus unserem Windstrom zusammen. Wir hätten ja auch Energie genug von den Nachbarn bekommen können: Sie hätten bestimmt noch ein paar Kernkraftwerke an unsere Grenze gebaut, die Preise für Energie wären wohl nicht höher als jetzt. Dann werden energieintensive (oder sich dafür ausgebende) Unternehmen von der EEG-Umlage befreit (oder erhalten bei Engpässen Geld!) – zu Lasten der Kleinabnehmer. Und als Gipfel werden die sog. Energiewendekosten, das sind u. a. die Entschädigungen in Milliardenhöhe für Anschlussprobleme von Meer-Windparks, auf die Verbraucher umgelegt. Was können wir stolz sein auf eine vorausschauende Politik, die uns – zugunsten der Energieversorger – melkt ohne Ende! Kann es schlimmer kommen? (...)
Kraftwerke und Leitungsnetze in Deutschland sind veraltet, auch wenn sie das beste System in Europa sind. Die Kosten für neue konventionelle Kraftwerke, vor allem mit Braunkohle, und für die Erneuerung der Leitungsnetze müssen den Kosten für die Ausweitung der erneuerbaren Energien und dem erforderlichen Netzausbau gegenüber gestellt werden.
Die Strompreise werden steigen, egal ob weitergemacht wird wie bisher oder ob eine Wende zu 100 Prozent erneuerbarer Energien stattfindet. Die Diskussion über steigende Strompreise ist von der Lobby der vier großen Stromkonzerne gesteuert. Sie wollen möglichst lange ihre alten Kraftwerke in Betrieb halten. Es sind reine Gelddruckmaschinen. Vor diesen Karren lassen sich auch Verbraucherschutzorganisationen spannen in angeblicher Sorge um Privathaushalte. Eine herausragende Ausnahme ist der „Bund der Energieverbraucher“. Sie sollten lieber darüber informieren, wie durch eine hundertprozentige Energiewende zukünftige gewaltige Kosten beim Umwelt- und Klimaschutz vermieden werden. Arbeitgebervertreter drohen mit der Verlagerung von Firmen in das Ausland wegen der steigenden Strompreise. Sie sollten ihre „Energie“ dazu verwenden, die großen Einsparpotenziale beim Energie- und Ressourcenverbrauch in den Betrieben auszunutzen. Die Befreiung vieler Betriebe von der EEG-Umlage ist unsozial. Je schneller ein Umstellen auf hundert Prozent erneuerbare Energien gelingt, desto geringer sind die Kosten und um ein Vielfaches geringer sind die Kosten für zukünftige Generationen.
