„Moderne Ställe für das Tierwohl“, Kolumne von Johann Arendt Meyer zu Wehdel, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Landwirtschaft und Ernährung, 30. September

Der Behauptung Herrn Meyer zu Wehdels, der respektvolle Umgang mit Tieren besitze für Landwirte oberste Priorität, muss widersprochen werden. Oberste Priorität besitzen bei der Haltung sogenannter Nutztiere, vor allem von Schweinen und Geflügel, vielmehr wirtschaftliche Gesichtspunkte, unter anderem extrem hohe Besatzdichten und übersteigerte Züchtung auf Leistung.

Es stimmt zwar, dass moderne Systeme der sogenannten Massentierhaltung nicht dunkle stickige Ställe sind. Um Tiere in solchen Systemen jedoch überhaupt halten zu können, müssen an ihnen routinemäßig Verstümmelungen ohne Betäubung vorgenommen werden, die schwere und anhaltende Schmerzen hervorrufen.

Wenn es eine tiergerechte Behandlung bereits jetzt gäbe, wäre der vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium erarbeitete Tierschutzplan überflüssig. Dieser beinhaltet 38 (!) Maßnahmen, darunter das Verbot vorgenannter Eingriffe.

Dr. Hans-Heinrich Fiedler, Oldenburg