„Kreise fordern Nitratreduzierung – Grundwasser: Politik in Niedersachsen steht bundesweit in der Kritik“, Im Nordwesten, 25. Juli

Gülleentsorgung auf dem Acker kostet Geld. 850 000 Euro Strafzahlungen pro Tag, bis sich die Nitratwerte verbessern, kommen auf Deutschland zu. Insgesamt können so Strafen von zwei bis drei Milliarden Euro entstehen. Zahlt das jetzt der Steuerzahler oder werden die Strafzahlungen nach dem Verursacherprinzip auf die Tierhalter umgelegt?

Der OOWV hat bis jetzt über 50 Millionen Euro durch die Nitratbelastungen für zusätzliche Brunnen, Probebrunnen etc. ausgegeben. Diese Kosten hat bis jetzt der Trinkwasserkunde ausgeglichen.

Die Geschichte der Düngeproblematik begann bereits 1986 mit dem Fernsehfilm zur Intensivregion Süd-Oldenburg „Und ewig stinken die Felder“ (Nina Kleinschmidt, Michael Eimer) und setzt sich bis heute fort.

Die EU-Nitratrichtlinie wurde 1991 erlassen („Zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen“).

Dabei gilt es durch nationales Recht sicherzustellen, dass die Nitratkonzentration im Grundwasser den Grenzwert von 50 mg Nitrat pro Liter nicht überschreitet.

Deutschland hat die Anpassung wiederum so lange verschleppt, dass die EU im Oktober 2013 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eröffnete.

Der Landkreis Oldenburg gehört mit zu den von der Landwirtschaftskammer in Niedersachsen ausgewiesenen sieben „roten Gebieten“ mit einer Überschreitung der Stickstoffeinträge. (...)

Den Preis für diese Politik zahlt nicht nur der Steuerzahler und der Wasserverbraucher, sondern vor allem die Natur. (...)

Frank Poppe Wildeshausen

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Die NWZ berichtet pflichtschuldig in Abständen auch über das Nitrat-Problem in unserem Grundwasser. Langsam haben auch fast alle Leute kapiert, dass das an dem hohen Gülleaufkommen liegt. Also denken die Menschen, dann soll man doch weniger Gülle auf die Äcker tun. Es fällt in Deutschland aber der Schlamm von 83 Millionen Menschen aus den Kläranlagen an und von vielen Millionen Kühen, Schweinen und Geflügel deren Ausscheidungen. Es gibt nicht genug Fläche, um das alles gefahrlos zu verteilen. Deutschland importiert sehr viel Nahrung für seine Menschen und Riesenmengen Sojaschrot für die Nutztiere. Die sich daraus ergebenden Ausscheidungen müssten als Dünger in die Erzeugerländer exportiert werden! Aus Kostengründen geschieht das natürlich nicht. – Man könnte die überschüssige Gülle trocknen und verbrennen. Was sagt die Klimaerwärmung dazu? – Also, wir stecken in einem Dilemma! Darf Ihre Zeitung das nicht schreiben?

Käthe Nebel Oldenburg