Köln - Die Haarmode der kommenden Monate ist facettenreich. Ein großes Thema des Frühlings und Sommers werden vor allem die frechen Schnitte der 20er Jahre sein. „Die emanzipierte Frau im Hosenanzug trägt einen grafischen Look“, erklärt Franz-Josef Küveler, Art-Direktor beim Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks in Köln. Gemeint ist damit der sehr genau und auf Linie geschnittene Bob. Er kann einen Pony haben, muss aber nicht.

Ein weiteres Trendbeispiel kommt aus Hollywood: der Pixie-Schnitt der Schauspielerin Anne Hathaway. Die Haare sind radikal kurz geschnitten, der Scheitel wird meist asymmetrisch frisiert.

Alternative Kurzhaarschnitte haben längeres Deckhaar über kurzen Stoppeln. „Der Undercut ist nicht mehr wegzudenken“, sagt Friseurmeister Küveler. Die Frauen tragen das Deckhaar häufig so lang wie bei einem Bob. „Bei den Männern darf es im Nacken ruhig wieder länger werden.“ Für den Berliner Friseurmeister Udo Walz hat der Fußball-Profi David Beckham die Trendvariante des Untercuts – im Stil der 20er Jahre, zumeist mit Seitenscheitel.

Als Gegentrend zu den kurzen und sehr akkurat geschnittenen Frisuren erwartet Erika Wahlbrink, Obermeisterin der Friseur-Innung Steinfurt, fransige Schnitte, die leicht wirken, sowie Locken in allen möglichen Variationen.

Wer langes Haar hat, trägt es im Sommer selten offen: Auf Frauenköpfen wird nach wie vor viel geflochten. Wie wäre es, kleine Zöpfe in einen Pferdeschwanz einzuarbeiten oder um den Zopf zu wickeln?“, schlägt Sascha Breuer, Trendexperte für Wella, vor.

Eine weitere Trendfrisur des Sommers geht so: Die Haare zu einem Pferdeschwanz binden, vom Schopf zwei dünne Strähnen nehmen, um den Gummi wickeln und wie eine Schleife verknoten. Der Pferdeschwanz lässt sich laut Brenner entweder sportlich am Hinterkopf oder edel im Nacken tragen. „Alles ist erlaubt – vor allem in Kombination mit Tüchern wirkt diese Frisur sommerlich“, sagt der Trendkenner.

Die Haarfarben sind im Frühjahr und Sommer traditionell etwas heller. Aber nicht bei den Blondtönen: Extrem helle Nuancen wie Wasserstoffblond oder Weiß seien tabu, sagen die Trendexperten. Stattdessen sollte man lieber mit Strähnen oder Glanztönungen die natürliche Haarfarbe unterstützen. Daneben liegen Kupfertöne im Trend. Reflexe lassen sich gut ins Haar mit einem Pinsel malen. „Ein Beispiel für ein schönes Farbspiel im Haar ist Schokobraun fürs Deckhaar und zwei verschiedene Nuancen wie Tabak oder Bernstein für die Spitzen“, sagt Udo Walz.

Für den Abend rät der Friseurmeister den Frauen zu einer Hochsteckfrisur – auch mit geflochtenen Partien. „Flechtungen in allen Varianten sind wunderbar“, sagt Walz.