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NWZonline.de Nachrichten Panorama Lifestyle & Mode

Alle gleich und doch verschieden

30.04.2011

UHRSLEBEN Kaum ein Anlass wird von vielen Paaren größer und nobler zelebriert als die kirchliche oder standesamtliche Hochzeit. Schick sollen alle kommen. Doch grundsätzlich gilt: Die Gäste einer Hochzeit dürfen nicht hübscher gekleidet sein als Braut und Bräutigam, sagt Rose Hartmann vom Interessenverband deutscher Farb- und Stilberater in Uhrsleben (Sachsen-Anhalt).

Es gibt eine Menge ungeschriebener Regeln für Gäste und Beteiligte: Nur die Braut trägt weiß. Und niemand trägt schwarz, sagt Hartmann. Auch Bettina Funke-Redlich, Vorsitzende des Bundes deutscher Hochzeitsplaner, rät: „In Deutschland trägt die Braut weiß in der Kirche. Schwarz ist eine Trauerfarbe und hat bei einer Hochzeit nichts zu suchen, auch wenn sie gerade im Trend liegt.“

In Süddeutschland ist es Tradition, dass bei großen Hochzeiten Freunde des Paares dieses in mindestens aufeinander abgestimmten Outfits begleiten. In anderen Landesteilen wird immer häufiger eine US-amerikanische Tradition übernommen: Die Braut wählt mehrere, dann genau gleich gekleidete Brautjungfern aus.

Während die Männer etwa nur die Krawatten- und Anzugfarben aufeinander abstimmen müssen, fällt den Frauen die Kleiderwahl schwerer. Sie sollte laut Hartmann passend zu den Figuren aller Beteiligten ausfallen. Um weiblichen Rundungen und schlanken Figuren gleichermaßen gerecht zu werden, empfiehlt sie Kleider im Empire-Stil mit einer Abnähung unter der Brust und nach unten weit abfallendem Stoff. „Schlanke Frauen brauchen Fülle, dickere Frauen müssen sich schlanker schummeln.“

Von den trendigen Petticoat-Kleidern rät Hartmann ab: „Der Ballonrock wirkt sehr bauschig, wenn er aus zwei Stofflagen gefertigt ist. Dadurch werden besonders die Hüften betont – für mollige Frauen also eher ungünstig“. Gut seien hingegen Raffungen, denn diese könnten viel vertuschen. Oftmals gibt es in verschiedenen Kollektionen auch Kleider mit ähnlichem, aber nicht komplett identischem Schnitt: Die eine Brautjungfer trägt schulterfrei, die andere geht hochgeschlossen.

Bei der Farbauswahl sollte auf zarte feminine Töne gesetzt werden, rät die Stilberaterin. „Lavendel oder zartes Violett – also eine Farbe der mittleren Farbschiene – steht hellen und dunkelhäutigen Frauen, sogar den ganz blassen.“ Klare Farben sollten grellen sowie graustichigen Tönen vorgezogen werden. Die Designer setzen auf auffällige Farben wie Rot, Pink und Blau sowie auf Grau. Junge Mädchen können auch – in Absprache mit den Hauptpersonen der Hochzeit – Eindruck mit ungewöhnlichen Kreationen machen, etwa einem karierten Cocktailkleid.

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