• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Panorama Lifestyle & Mode

Natur: Ein Leben für die Störche

08.08.2020

Berne „Wenn es so weitergeht, gibt es hier bald keine Störche mehr. Was können wir dagegen tun?“ Das überlegten Udo Hilfers und seine Frau Anke aus Berne in den 1980er Jahren. Damals war die Zahl der Brutpaare in der Gemeinde von etwa 200 auf unter zehn gesunken. Udo Hilfers nennt einige Gründe: „Der Einsatz von bestimmten Pestiziden, die heute verboten sind, führte dazu, dass die Eierschalen so dünn waren, dass sie beim Brüten kaputtgingen.“

Außerdem beobachtete er, dass viele Eier und auch Jungvögel Starkregenfälle nicht überlebten, weil die Nester danach lange unter Wasser standen. Denn Störche bauen ihr Nest jedes Jahr etwas höher. Dazu verwenden sie Zweige und Grasplacken. „Das alles verrottet über die Jahre und bildet in der Mitte einen Haufen Komposterde“, so Hilfers. „Besonders schlecht läuft das Wasser ab, wenn auch noch Stücke von Plastikplanen mit verbaut wurden.“ Damit das Wasser schneller abfließen kann, ersetzt er Kompost und Plastik mit Holzschredder.

Nest im eigenen Garten

Zuerst wandte er die Methode bei dem Storchennest auf seinem Grundstück an. Dann fragte er bei Leuten in der Gemeinde, ob er sich auch die Nester auf deren Grund und Boden vornehmen dürfte. Bei so manchem durfte er. In den folgenden Jahren beobachtete er, dass in Berne und umzu immer mehr Storchenküken überlebten. Die Population wuchs – und mit ihr der Aufwand für das Ehepaar Hilfers.

Verein muss helfen

„Gut zehn Jahre lang floss ein Großteil des Geldes, das wir an unseren Arbeitsstellen verdient haben, in die Storchenbetreuung. Irgendwann war es nicht mehr zu schaffen. Wir mussten einen Verein gründen.“ Das war 1992. Damals entstand die Storchenstation Wesermarsch auf dem Grundstück der Familie Hilfers. Mittlerweile zählt der Verein tausend Mitglieder, die finanziell und tatkräftig unterstützen.

Zu tun gibt es mehr als genug. Denn Udo Hilfers ist auch ehrenamtlicher Weißstorchbetreuer der Staatlichen Vogelschutzwarte in Niedersachsen für die Landkreise Vechta, Cloppenburg, Ammerland, Oldenburg, Wesermarsch sowie die Städte Oldenburg und Delmenhorst. In diesem Bereich schlüpften im vergangenen Jahr etwa 500 Jungstörche. Werfen Storcheneltern ein Küken aus dem Nest, weil sie nicht genug Nahrung für alle finden, kümmert sich Udo Hilfers darum, sobald er davon erfährt. Das gleiche gilt für Küken, die Halb- oder Vollwaisen sind. „Ein Elternvogel schafft es nicht, die Küken vor Räubern, Sonne und Kälte zu schützen und genug Futter heranzuschaffen“, erklärt der menschliche Storchenvater.

Pflegeeltern übernehmen

In der Station sucht er passende Pflegeeltern. „Hier leben einige Störche das ganze Jahr über, die aufgrund von Verletzungen in freier Wildbahn nicht überleben würden. Einige Paare brüten hier erfolgreich in Bodennestern. Wir versuchen ihnen die Küken unterzuschieben. Das ist nicht immer einfach. Aber mit einigen Paaren haben wir schon gute Erfahrungen gemacht. Bei ihnen klappt das mit der Adoption ziemlich gut, wenn sie selbst gerade Junge haben.“ „Wir müssen immer aufpassen, dass beide Altvögel das neue Junge akzeptieren“, fügt Anke Hilfers hinzu. „Manchmal nimmt etwa der Vater das Küken an und kaum kommt die Mutter, wirft sie den Neuankömmling aus dem Nest.“

Imposantes Bild

Ist alles gut gegangen, übernimmt das Storchenpaar die Pflege und Ehepaar Hilfers schafft das Futter heran. Bei kleinen Küken stündlich, später alle zwei, dann alle drei Stunden und schließlich dreimal täglich. Das Futter wird auf den Nestrand gelegt. Die Vögel picken es selbst auf. Ungefähr im Alter von acht Wochen sind die Jungstörche flügge. Seit Ende Juli sind ihre Flugübungen zu beobachten. Ein imposantes Bild. Denn in der Gemeinde Berne brüten jetzt wieder jedes Jahr etwa 120 Storchenpaare.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.