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Engagement Studentin schafft Sportanlage

Heidi Scharvogel

Bremen - Ohne Gharissa Al Muftah hätte es den Calisthenics Park an der Jacobs University Bremen nicht gegeben. Sie hatte die Idee ihn zu errichten, sie hat die Finanzierung gesichert, die Kooperationspartner zusammengebracht und den Bau koordiniert.

„Sport bedeutet mir viel, er bringt die Menschen zusammen“, sagt die 23-jährige Jacobs University Studentin. „Das zeigt sich auch an dem Park.“ Alles begann vor zwei Jahren. Gharissa Al Muftah trainierte damals als Erstsemester-Studentin mit Kindern im Bremer Stadtteil Lesum. Eigengewichtsübungen vor allem, an Klimmzugstangen oder Hangelstrecken unter freiem Himmel, außerhalb teurer Fitness-Studios. Dafür nutzte sie die vom Hood Training Bremen betriebene Calisthenics-Anlage, ein Sammelbegriff für Übungen mit dem eigenen Körpergewicht.

Alle können mitmachen

So entstand die Verbindung zu der sozialpädagogisch tätigen Organisation, deren Ziel es ist, Kindern und Jugendlichen einen Ort zu bieten, an dem sie Rückhalt finden, ihre Fähigkeiten entwickeln und durch Sport in der Gemeinschaft eine sinnvolle Beschäftigung ausüben können. Hood Training ist nun auch an der Jacobs University mit an Bord.

„An dem Konzept gefällt mir besonders, dass alle mitmachen können. Ich hatte sofort die Idee, eine solche Anlage auch an der JUB zu erbauen und mit Leben zu füllen“, sagt Gharissa Al Muftah, die selbst viel Sport treibt. In ihrer Heimat Katar gehörte sie dem Segel-Nationalteam an. Auch in Bremen segelt sie und praktiziert zudem Cross Fit.

Ihre Idee passte auch deshalb perfekt, weil die Studierenden der Jacobs University aufgefordert sind, sich über akademische Projekte zum Wohle der Region zu engagieren. „Community Impact Project“ heißt die entsprechende Initiative der internationalen Universität.

Sponsoren gefunden

Die Zusammenarbeit mit Hood Training und das damit verbundene Projekt des Calisthenics Parks auf dem Campus der Jacobs University passte sehr gut in diese Initiative. Nur: Es fehlte an der notwendigen Finanzierung, eine niedrige fünfstellige Summe wurde benötigt.

Auch da konnte Gharissa helfen. „In meinem Heimatland glauben wir, dass der Sport verbindet und die Gemeinschaft zusammenbringt. Ich dachte daher, ich könnte bestimmt in meiner Heimat einen Sponsor finden“, erzählt Gharissa. Sie schaffte es tatsächlich, einen Finanzier zu finden, der aber anonym bleiben möchte.

An der Jacobs University studiert Gharissa den Bachelorstudiengang „International Relations: Politics and History“. Auch sie hat einen Sponsor: Das Außenministerium ihres Landes finanziert ihr Studium über ein Stipendium. „Unser Land fördert gezielt Studierende vor allem in nicht-englischsprachigen Ländern. Sie sollen die Sprache lernen, die Kultur erleben, sich möglichst integrieren und arbeiten anschließend für das Außenministerium“, berichtet die Studentin.

So ist das auch bei ihr. Gharissa hat ein Jahr in Berlin Deutsch gelernt, bevor sie an die Jacobs University nach Bremen kam. Nach ihrem Studienabschluss im kommenden Sommer wird sie an der Botschaft von Katar in Berlin arbeiten, soviel ist schon jetzt sicher.

Diplomaten-Traum erfüllt

Gharissa freut sich darauf: „Es war immer mein Traum, mein Land als Diplomatin zu repräsentieren.“ Kein Wunder also, dass auch der Botschafter von Katar, Abdulla Mohammed Al Thani, zur Eröffnung des Calisthenics Parks in Bremen kam. Dort zeigten einige Sportler von Hood Training zum staunenden Beifall der Eröffnungsgäste, was an den Geräten alles möglich ist. Der Calisthenics Park an der Jacobs University ist nun eine Begegnungsstätte: zwischen Studierenden aus aller Welt und Jugendlichen aus Bremen-Nord und der Region.

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