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Gesellschaft: Begeisterung für Bio-Blumen

18.09.2021

Bremen Blumen, blau, rosa, gelb, rot, gefüllt, zart oder kräftig – aber alle nachhaltig gezogen und aus der Region, dafür setzt sich die Slowflower-Bewegung ein. Die Bremerin Katharina Funk hat sie in Deutschland mitbegründet.

In ihrem Garten blüht es fast das ganze Jahr: Angefangen mit Lenzrosen im Februar über Tulpen, Narzissen, Ranunkeln, Duftwicken, Akelei, Pfingstrosen, Phlox, Rittersporn, Dahlien, Sonnenblumen und viele andere bis hin zu Chrysanthemen im Oktober. „Dabei hatte ich von zu Hause gar keinen besonderen Bezug zu Blumen“, erzählt die 38-Jährige. „Irgendwann habe ich eine Samenmischung aus dem Baumarkt in einen Blumenkasten auf meinem Balkon gekippt. Alle Samen sind aufgegangen – Anfängerglück. Es hat mich total fasziniert, wie aus so winzigen Samen so tolle Blumen wachsen.“

Herkunft recherchiert

Katharina Funks Begeisterung war geweckt. Sie wollte ihre Blumenkästen gern farblich gestalten, etwa einen in Blautönen und weiß. Auf der Suche nach Samen wurde sie allerdings anfangs etwas enttäuscht: „Man findet im deutschen Handel vor allem Saatmischungen“. Also machte sie sich im Internet auf die Suche und stieß auf Flowerfarmer in den USA und die Slowflower-Bewegung.

„Bis dahin hatte ich mir keine Gedanken darüber gemacht, woher die Schnittblumen in Deutschland kommen“, erinnert sich die Bremerin. Damit ist sie nicht allein, wie sich zeigte. Sie fragte in Blumenläden nach, woher die Blumen kämen. Aus dem Großhandel, lautete die Antwort. Die Großhändler sagten: „Aus dem Container.“ „Blumen brauchen keinen Herkunftsnachweis. Also kümmert sich niemand darum“, erklärt die Grundschullehrerin.

Ihre Recherchen ergaben, dass bin in die 1980er Jahre ein Großteil der Schnittblumen in Deutschland gezogen wurden, etwa in Hamburg Vierlande. Diese konnten sich gegen die billigere Konkurrenz aus Afrika nicht behaupten.

Vor allem aus Kenia kommen Blumen zu uns, die in Monokulturen unter Pestizideinsatz und fragwürdigen Arbeitsbedingungen gezogen werden. Slowflower-Farmer setzen keine Pestizide ein, düngen nur mit organischem Material, verwenden möglichst biologisch gezogenes Saatgut, wirtschaften so gut es geht in Kreisläufen und vermarkten ihre Blumen regional. „Das geht auch gar nicht anders, denn viele unserer Blumensorten vertragen keine Kühlung, die für einen längeren Transport nötig ist“, sagt Katharina Funk.

Während die Art der Blumenanzucht in den USA ein großes Thema ist und Slowflowers beispielsweise bei Hochzeiten angesagt sind, spricht hierzulande kaum jemand darüber. Katharina Funk startete eine Facebook-Gruppe und lernte so einige Flowerfarmer kennen, mit denen sie 2018 die Slowflower-Bewegung in Deutschland ins Leben rief. „Wir möchten Kunden informieren, damit jeder eine bewusste Entscheidung trifft, wenn er Blumen kauft. Außerdem ist es unser Ziel, Slowflower-Farmer und Kunden zusammenzubringen.“

Auch Katharina Funk hat Sträuße auf dem Findorff-Markt in Bremen verkauft und für Hochzeiten geliefert. Der Handel florierte. „Aber irgendwann sah ich alles nur noch durch die wirtschaftliche Brille. Meine Leidenschaft und Neugier waren verloren gegangen“, erinnert sich die verheiratete Mutter einer Tochter. Da ihr die Begeisterung aber am wichtigsten ist, beendete sie den Handel und zieht ihre Blumen wieder als Hobby.

Blog mit Garten-Tipps

Viel Freude bereitet ihr die Zeit in ihrem Schrebergarten, in dem jetzt unter anderem eine weiße, rosa und dunkelrote Dahlienvielfalt neben apricotfarbenen Crysanthemen blüht. Ihren Erfahrungsschatz teilt Katharina Funk in ihrem Blog mit Blumenfreunden. Dort finden sich neben einem Gartentagebuch auch Tipps zu Anzucht, dem richtigen Schnitt und Gärtnern ohne Rückenschmerzen. Und – besonders in diesem feuchten Sommer ein leidiges Thema – zur Schnecken-Abwehr: „Wenn ich nach wochenlanger Pflege meine kleinen Zinnien ins Beet setze und am nächsten Tag sind nur noch traurige Stiele übrig, da kommen mir die Tränen“, sagt die Slowflower-Expertin. Als Gegenmittel empfiehlt sie Schneckenkragen, Opfer-Pflanzen wie Beinwell und, ja, auch Schneckenkorn – „aber nur auf Eisenbasis, was angeblich für alle Tiere (außer Schnecken) unbedenklich ist, nur an besonderen Stellen und gering dosiert.“


     www.slowflower-bewegung.de 
Blog von Katharina Funk unter   aus-dem-garten.de 
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