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NWZonline.de Nachrichten Panorama Lifestyle & Mode

Briefe mit Kuli oder Füller kommen gut an

04.02.2017

Frankfurt /Main Er fällt schon auf im Briefkasten: Der Moment, wenn man einen handbeschriebenen Briefumschlag zwischen Rechnungen und Aufforderungen mit maschinell erstelltem Adressfeld entdeckt. Was mag drin sein? Das kann ja nur von einer Person sein, die ich persönlich kenne! Die mich mag. Denn sie hat sich Zeit zum Schreiben genommen. Und sich Mühe gemacht.

Liebesbriefe werden mit der Hand geschrieben. Postkarten aus dem Urlaub werden es. Und die Weihnachtskarte hat mindestens ein paar gekritzelte Zeilen unter einem Standardtext. Das alles sind die Postsendungen, die wir besonders gern im Briefkasten finden. Und die der Absender in Zeiten von Handy und PC auch mit einem Gefühl aufgibt, etwas Besonderes gemacht zu haben. „Wie ein selbstgemaltes Bild von Kindern ist auch ein handgeschriebener Brief etwas Ultrapersönliches“, sagt Susanne Dorendorff vom Europäischen Institut für Handschrift und Philographie.

Handgeschriebenes wird aktuell sehr wertgeschätzt – vielleicht weil es in Zeiten einer enormen Präsenz von Computern selten geworden ist. So mancher fängt wieder bewusst damit an – auch noch mit Füller statt Kuli. Den Eindruck habe auch die Branche, berichtet Michael Reichhold, Objektleiter der Schreibwaren-Fachmesse namens Paperworld in Frankfurt.

„Jeder Trend hat immer einen Gegentrend“, erklärt Reichhold das steigende Interesse der Menschen an allen kreativen Tätigkeiten mit den Händen. Basteln oder Schreiben wurde nach und nach eine Gegenbewegung zur Digitalisierung. Aber nicht nur Erwachsene tun das: „Viele Jugendliche haben immer noch neben dem Handy eine Kladde oder einen Notizblock“, sagt Reichhold. „Das Schreiben ist eine sinnliche Erfahrung, die man beim Tippen nicht hat.“

Wer seine Handschrift verbessern möchte, sollte aber nicht versuchen, im optischen Sinn schön schreiben zu lernen, betont Dorendorff. „Sie sollte gut lesbar, charismatisch und authentisch sein.“ Auch Messeleiter Reichhold betont: Der Trend zu mehr Handschriftlichem habe nichts mit Kalligraphie zu tun, der Kunst des Schönschreibens.

Ulrike Freier, Besitzerin einer Schreibmanufaktur in Korschenbroich (Nordrhein-Westfalen), lehrt sogar, die Eigenarten der individuellen Handschrift eher zu betonen, statt sie zu vermeiden. Besondere langgezogene Schleifen oder manche Haken könnte man noch intensiver einsetzen, nennt sie ein Beispiel.

Aber wie bekomme ich es hin, dass meine Schrift gut lesbar ist – vor allem, wenn ich schnell etwas notieren möchte? Das wird nicht gelingen, sind sich die Experten einig. Dorendorff rät zu mehr Achtsamkeit für einen gut lesbaren Text: „Man muss die Handschrift wie einen guten Freund behandeln und sie nicht beschädigen.“

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