Frankfurt/Main - Blumen, aber keine Rüschen, heißt der Trend bei der Frauenmode in diesem Frühjahr und Sommer. „Der Romantiklook ist Vergangenheit“, sagt der Modeberater Andreas Rose aus Frankfurt. „Ich glaube, wir haben uns einfach an dem ganzen Süßlichen und Romantischen sattgesehen.“ So urteilt auch das Deutsche Mode-Institut (DMI) in Köln in seinem aktuellen Trendbericht.
Aber das Institut ergänzt: „Das heißt jedoch nicht, dass der Grad an Weiblichkeit zurückgeht.“ Es gibt viele feminine Kleider und Röcke, körpernah geschnittene Blusen. Und auch ein sehr weiblicher Look der Vergangenheit lebt wieder auf: Luftige Glockenröcke werden wie in den 50er Jahren mit T-Shirt oder Bluse kombiniert.
„Wir leben definitiv nicht in romantischen Zeiten“, erläutert DMI-Geschäftsführer Gerd Müller-Thomkins das Ansinnen der aktuellen Mode. Es werde im Alltag an allen Ecken und Enden gespart. In der Mode fallen verspielte Schnitte und Applikationen wie Rüschen weg. „Die Kleidung ist körperbetont. Im Trend liegen schmale, sachlich wirkende Etuikleider“, berichtet Rose.
Die Romantik ist zwar tot, überlebt haben aber die Blumenmuster – das ist quasi in jeder Kollektion zu sehen, vor allem bei Kleidern. Häufig werden die Muster aber überzeichnet, sie sind also verzerrt oder mindestens äußerst bis unnatürlich bunt. Beliebt sind sie auch auf 7/8-langen Hosen.
Zudem ist die Kleidung bunt wie ein Blumenbeet im Sommer. „Die Farbe wird sich in ihrer Intensität in der Mode nicht mehr verdrängen lassen“, prognostiziert Müller-Thomkins. Allerdings würden Neonfarben nach und nach verschwinden. Stattdessen setzten sich Pastelltöne wie Zitronenfalter, Apricot, Rosa und Minze dominanter in der Farbpalette durch, sagt die Modeberaterin Ines Meyrose aus Hamburg.
Das Herrenhemd, in mehreren Kollektionen zu finden, ist Anzeichen eines Nebentrends: zu mehr Sportlichkeit, Funktionalität und Bodenständigkeit, wie Gerd Müller-Thomkins erläutert. Andere Anzeichen für den Trend seien androgyn wirkende, kurz geschnittene Hüfthosen und der Trenchcoat.
Neben dem Übergangsmantel werden auch weiterhin gern Blazer von den Frauen getragen – sie sind nun kragenlos. Ohne Revers bringen sie Schlupfblusen sowie Halstücher besser zur Geltung, erläutert Modeexperte Müller-Thomkins. Rose ergänzt, dass gerade die Blumenmuster unter den kragenlosen Blazern gut zur Geltung kommen.
