HAMBURG - HAMBURG - Ein kurzer Blick, ein scheues Lächeln, und schon ist angebandelt. Flirten könnte so leicht sein, wäre da nicht die Angst vor Zurückweisung. „Völlig falsch“, sagt die Flirttrainerin Nina Deißler aus Hamburg. Denn schon nach den ersten Blicken ist das Eis gebrochen. „Warum sollte man ein zweites Mal gucken, wenn man den anderen ganz unsympathisch findet?“, fragt Deißler. Alles leichter gesagt als getan: Zwar scheint manchen die notwendige Leichtigkeit geradezu angeboren, andere hingegen wagen nicht einmal einen kurzen Blick. Doch die Lage ist nicht hoffnungslos, denn das Flirten lässt sich lernen.

„Viele glauben, ein Flirt leitet eine feste Beziehung ein“, sagt Peter Hollinger, Inhaber der Ersten Deutschen Flirt- und Kontaktschule in München. Dem ist aber nicht so. „Flirten ist zunächst einmal gar nicht zielgerichtet und unterscheidet sich daher eben von der klassischen Anmache“, sagt Trainerin Deißler. Für Hollinger ist der Flirt ein Spiel mit dem Feuer, bei dem sich niemand verbrennt.

„Am besten lässt sich flirten, wenn die Menschen entspannt sind und Zeit haben“, sagt Deißler. Daher gebe es ja auch so viele Urlaubsflirts und -affären. Erfolgversprechende Flirtreviere seien beispielsweise Busse und Bahnen. „Da langweilen sich die Menschen oft und sind ganz dankbar für eine kleine Ablenkung.“ Deißler legt vor allem darauf Wert, dass nicht jeder Flirt ein Gespräch sein muss. „Es geht auch nonverbal, eben nur mit einem Blick und einem Lächeln.“ Lächeln sei ohnehin der Schlüssel zum Erfolg. „Ein freundliches Gesicht, ein Lächeln bewirkt mehr, als man glaubt“, sagt Deißler. Wer glücklich ist, dem fällt das Flirten besonders leicht, weil er einfach eine bessere Ausstrahlung hat, gibt Hollinger zu bedenken.

Um Flirtgehemmten auf die Sprünge zu helfen, hat Deißler ein Fünf-Punkte-Programm namens AIDA entwickelt. A steht für Aufmerksamkeit erregen, I für Interesse wecken, D für Desire (Verlangen) zeigen und A schließlich für Action. Doch gerade mit Letzterem haben viele Probleme. Denn wenn auf den Blickkontakt ein Gespräch folgen soll, gerät so mancher ins Stammeln.

„Am besten sagt man irgendetwas Neutrales, was sich aus der Situation ergibt“, rät Elisabeth Bonneau, Kommunikationstrainerin aus Freiburg. Im Zug etwa bietet es sich an, das Buch oder den Zeitungsartikel, den der andere gerade liest, anzusprechen. Deißler rät zudem, Gemeinsamkeiten zu schaffen. „Das kann ein ganz kleiner Nenner sein, etwa wenn man sich in der Bahn Blicke über einen seltsamen Fahrgast zuwirft.“ – Der erste Schritt ist aber stets das Lächeln.