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Landwirtschaft: Bezahlbarer Boden für Biobauern

14.08.2021

Hitzacker Wie können Biobauern angesichts steigender Preise für Grund und Boden benötigte Flächen finanzieren? Das haben sich Dr. Titus Bahner aus Hitzacker und einige Mitstreiter gefragt. Ihre Antwort: die Gründung der Kulturland-Genossenschaft.

„Seit der Weltfinanzkrise steigen die Bodenpreise, sodass Biobauern sie nicht mehr bezahlen können. Dabei geht es einerseits um bestehende Höfe, die Flächen zukaufen wollen, andererseits um junge Menschen, die keinen Hof geerbt haben, aber gern Landwirte sein möchten. Für sie ist es kaum möglich, einen Hof zu kaufen, da die Erträge, die sie erwirtschaften können, nicht ausreichen, um das Darlehen abzubezahlen“, beschreibt Bahner das Problem.

Alternativen verglichen

Der Agraringenieur und promovierte Volkswirt war als freier Berater tätig, als Matthias Zaiser ihn nach Lösungsmöglichkeiten fragte. Beide kannten sich beruflich. Zaiser, Bahner und ein Team von fünf weiteren Menschen aus dem Bereich Landwirtschaft und Finanzen erarbeiteten zunächst eine Studie über Erfahrungen mit alternativen Eigentums- und Finanzierungsformen in der Ökolandwirtschaft.

Die Genossenschaft schnitt am besten ab und Titus Bahner machte sich federführend daran, die Ergebnisse umzusetzen. Zumal der Ansatz perfekt zu seinem Antrieb passte, die Landwirtschaft positiv zu verändern. „Mit 16 hatte ich den Impuls, mich um die Natur kümmern zu wollen. Das war in den 1970er Jahren, als die Umweltbewegung gerade anfing. Ich war entsetzt über vieles was damals passierte“, erinnert sich der 60-Jährige.

Da er sehr viele Probleme auf landwirtschaftlich genutzten Flächen sah, studierte er Landwirtschaft und absolvierte Praktika auf Höfen. „Ich wollte verstehen, wie es läuft, um dann mit daran zu arbeiten, dass es besser wird.“ Dabei erkannte er die Bedeutung der wirtschaftlichen Zusammenhänge und studierte Volkswirtschaft, obwohl ihn das „erst gar nicht interessiert hat.“

Crowd-Invest-Kampagne

Das erworbene Wissen konnte er auch bei den ersten Schritten der Kulturland-Genossenschaft 2013 gut brauchen. „Das war schon anstrengend. Plötzlich waren wir alles: Texter, Juristen, Controller, Finanzexperten, . . . “, erzählt Bahner, der heute geschäftsführender Vorstand der Kulturland eG ist.

„Wir bekamen bald die erste konkrete Anfrage vom Luzernenhof in Baden-Württemberg. Da war gleich alles dabei: Erbbaurecht, das Grundstücksverkehrsgesetz, das es für Nicht-Landwirte schwer macht, Land zu kaufen – wir gründeten eine Kommanditgesellschaft, um für die Bauern Land zu erwerben – und so weiter.“

Nachdem der Kauf dank eines großzügigen Darlehens einer Sponsorin geglückt war, mussten Genossinnen und Genossen gewonnen werden, um die Finanzierung zu sichern. „Wir haben eine Crowd-Invest-Kampagne übers Internet gestartet. Dort informieren Videos über unser Anliegen und die Höfe, die wir unterstützen, und jeder kann sich ganz einfach beteiligen“, erklärt Bahner.

Die Höfe sind über das ganze Bundesgebiet verteilt, unter anderem zwei bei Bremen und einer bei Vechta. Mit der Kulturland-Genossenschaft möchte der Vater von vier Kindern eine Landwirtschaft fördern, die die Natur erhält und positiv gestaltet: „Ich bin überzeugt, dass der Mensch einen positiven Beitrag in der Natur leisten kann. So war die Artenvielfalt zum Beispiel Mitte des 19. Jahrhunderts am größten. Denn die vom Menschen bearbeitete Kulturlandschaft bietet mehr verschiedene Lebensräume als eine sich selbst überlassene Natur. Mir geht es darum, Plätze zu schaffen, an denen sich Menschen konstruktiv und produktiv mit der Natur befassen können.“

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