Köln - Der Mann hat seine modischen Grenzen in den vergangenen Jahren immer wieder überschritten und neu abgesteckt. Glaubt man dem Trendbericht des Deutschen Mode-Instituts (DMI) in Köln, befindet sich die Herrenmode im Frühjahr und Sommer 2013 in einer Test- und Übergangsphase. Geschäftsführer Gerd Müller-Thomkins erklärt: „Es gibt keinen Umbruch in eine ganz neue Richtung, eher Feintuning.“ An den großen Trends ändere sich nicht viel, bestätigt auch der Berliner Modekritiker und Buchautor Bernhard Roetzel. Allein: „Es wird wieder etwas reduzierter und dezenter.“
Die Experten sind sich einig, dass der Mann im Frühjahr und Sommer weiter knallige Farben bevorzugt – schließlich habe er erst vergangenen Sommer so richtig Freude daran gefunden, sagt Roetzel.
„Farbe ist nach wie vor wichtig, aber auch Grau ist wieder angesagt“, hat er beobachtet. „Oft sieht man Grau abgesetzt gegen Farbe.“ Das kann Dunkelrot sein – für den Experten die Farbe des Sommers. Auch Müller-Thomkins sieht Rottöne im Kommen. Gleich einige Unternehmen zeigen im Frühjahr und Sommer zum Beispiel grelle Hosen in Rot- und Rosatönen.
Was die Schnitte angeht, bleiben schmale Formen beliebt – sowohl in der klassischen Herrenmode bei Anzügen und Zweiknopf-Sakkos, als auch im Freizeitbereich. „Der Mann fühlt sich wohl in der schlanken Linie“, sagt Roetzel.
Vor allem die Hosen sind weiterhin schmal. Die nach unten enger werdenden Chinos dominieren im Sommer erneut die Fußgängerzonen. „Aber der Gipfel der Chino-Euphorie ist erreicht“, sagt der Modeberater. In der warmen Jahreszeit werde zudem die graue Stoffhose gefragt sein, gerade zusammen mit Kleidungsstücken in Rottönen.
Es gibt aber auch so etwas wie einen kleinen Gegentrend: Obenrum trägt der Mann oversized. Weite Oberteile würden oftmals abgesetzt gegen schmale Hosen, sagt Roetzel. Da ist es wenig verwunderlich, dass auch der Blouson ein kleines Revival feiert. Der Modeexperte glaubt ebenfalls an eine Rückkehr der Zip-Jacke und des Wildlederblouson.
