„Bei bestimmten Anlässen besteht in der Regel kein Zweifel, welche Garderobe gefordert ist“, sagt Stephanie Palm, Stilberaterin in München. Hochzeiten, Beerdigungen, Konfirmationen und ähnliche Feierlichkeiten haben meist eindeutige Kleiderordnungen. „Sollten dennoch Fragen offen sein, empfiehlt es sich, vorher den Gastgeber anzurufen“, rät Sachbuchautor Bernhard Roetzel.
Doch auch die Einladungen verraten oft eine Menge über die erforderliche Garderobe. Selbst wenn nicht explizit vermerkt ist, welche Kleidung erwartet wird, lassen der Ort der Veranstaltung, aber auch der Einladungstext tief blicken: „Je informeller die Einladung, desto lockerer die Kleidung“, bringt es Benimm-Expertin Elisabeth Bonneau auf den Punkt. „Büttenpapier heißt immer Anzug. Werde ich hingegen per SMS zum Wein eingeladen, kann ich dort sicher im Pullover erscheinen.“ Ansonsten gilt lieber over- als underdressed. „Ausziehen lassen sich Sakko und Krawatte immer“, erklärt Bonneau. „Aber wo bekomme ich ein Jackett her, wenn ich im T-Shirt erschienen bin?“ Außerdem sehe es der Gastgeber meist als Kompliment, wenn man sich für seine Feier besonders fein mache, so die Expertin.
Wen man kleidungstechnisch unsicher sei empfehle es sich, ein zweites Paar Schuhe und eine Art „Notfall-Tasche“ im Auto liegen zu haben, so Roetzel. In dem Fall genügten ein paar Sneaker statt der High Heels, eine Jeans statt des Rocks oder ein Pullover statt des Jacketts – schon sehe das Business-Kostüm viel weniger förmlich aus.
Literatur:
Bernhard Roetzel/Claudia Piras: „Mein wunderbarer Kleiderschrank. Der Styleguide für Frauen“ (Rowohlt, 8,90 Euro); Elisabeth Bonneau: „300 Fragen zum guten Benehmen“ (Gräfe und Unzer, 12,90 Euro).
