Köln - Das Jackett hat große Schulterpolster, die Buntfaltenjeans ist ausgewaschen, und auf dem Kopf prangen wilde Spirallocken: So sah der angesagte Look der 1980er aus. Das Haar wurde auf kleine Wickler gelegt und ordentlich mit Chemie bearbeitet. Heraus kam das, was man heute liebevoll die Pudeldauerwelle nennt. 30 Jahre später schwappt die Welle im Haar wieder zurück in die Friseursalons. Doch diesmal wirken die Locken erwachsener. Und sie sind dezenter und gesünder.
„Endlich kommt wieder Bewegung ins Haar“, schwärmt Franz-Josef Küveler, Art-Direktor des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks in Köln. „Vor allem die jungen Frauen nehmen diesen Trend auf und beenden das vergangene Jahrzehnt, in dem vor allem strenge Formen dominiert haben.“ Der glatte, halblange Bob und die Kurzhaarfrisur mit dem geraden Pony seien passé. Und glaubt man Küvelers Prognosen, kommen die weichen Frisuren zurück. Vorbilder sind Prominente wie die US-Schauspielerinnen Jennifer Aniston oder das brasilianische Model Gisele Bündchen (Bild).
Eines ist laut den Experten heute besonders wichtig: die Gesundheit der Pracht. „Die Techniken und Chemikalien für die permanente Dauerwelle sind heute viel schonender“, sagt die Stylistin Susanne Heine aus Herne. „Außerdem sind Stylisten und Friseure vorsichtiger geworden. Gleichzeitig färben und chemisch behandeln beispielsweise, ist ein absolutes Tabu in der Branche.“
Dabei sind die „permanent curls“ nur eine Methode, Locken zu zaubern. Eine Alternative sind Frisuren für kurze Zeit. Geräte wie Lockenstäbe seien besser geworden, sagt Heine.
Lockenstäbe machen die in sich gedrehten Korkenzieherlocken. Weiche Wellen zaubert man mit dem Glätteeisen. Die Haare werden in der Nähe des Ansatzes einmal um das Gerät gewickelt, dann wird die ganze Strähne so durch das Eisen gezogen – statt glattes Haar bekommt man durch die Drehung die Strähne gewellt. Akzente auf Höhe der Schläfen im Stil der 1920er Jahre setzt man mit kleinen Spangen, die als Wellenreiter bekannt sind. Diese Frisuren halten auch zwei bis drei Tage, sagt Karolin Köhler von der Friseurinnung Leipzig.
Wer viel Volumen möchte, könne die Haare anschließend mit Spray bearbeiten oder mit einem Kamm etwas antoupieren, sagt Susanne Heine. Friseurmeister Küveler rät hingegen, mit allen zehn Fingern die Haare nur noch einmal sanft durchzukämmen. „Bloß nicht am Kopf aufpushen“, warnt er. „Sonst ist man ganz schnell wieder bei der Pudeldauerwelle.“
