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NWZonline.de Nachrichten Panorama Lifestyle & Mode

Trend: Auf extravaganten Wegen

09.09.2017

München /Wiesbaden Die Versicherungskauffrau muss ihn tragen, die Anwältin und Wirtschaftsprüferin auch. Der Hosenanzug steht für einen strengen Dresscode, für Seriosität und Ordnung. Und seine klassischerweise dunklen Farben versprühen wenig Lebensfreude. Das ändert sich: Ein Modetrend des Herbstes und Winters 2017/18 lautet nämlich: Hosenanzüge für die Frau in leuchtenden Farben und ungewöhnlichen Mustern.

„Knallrot als Signalfarbe von Kopf bis Fuß ist dabei ein Thema, aber auch plakative Dessins und Blumenprints von oben bis unten“, erklärt die Modeberaterin Stephanie Zarnic aus München. Doch das hat auch eine Kehrseite: Das Styling ist nicht einfach, wie die Imageberaterin Katharina Starlay aus Wiesbaden betont. „Je bunter der Look ist, umso stilsicherer muss man sein, weil der Erinnerungswert bei einem solchen Outfit sehr hoch ist“.

Starlay erklärt die Optionen: „Verspielte Muster wirken auf den Betrachter nicht sonderlich professionell.“ Ein geblümter Hosenanzug im Geschäftsumfeld ist eine Gratwanderung, für die viel modisches Fingerspitzengefühl nötig ist. Dazu gehört etwa, auf Details des Anzugs zu schauen: „Wenn man sich für ein Blütendessin entscheidet, sollte man auf einen festeren Stoff achten“, rät Starley. „Weiche, fließende Materialien machen den Look nämlich noch verspielter.“

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Apropos Materialien: Neben den klassischen Schurwollstoffen werden im Herbst und Winter auch Hosenanzüge aus Samt oder Cord getragen. Beide Stoffe sind in der Mode ohnehin schwer angesagt.

Die Silhouette dominiert vor allem eine Linie: Es geht weg vom auf Taille geschnittenen Modell. „Oversized ist wieder angesagt“, sagt die Stilberaterin Silke Gerloff aus Offenbach. Die Blazer sind weit und gerade geschnitten, die Schultern betont.

Wer dabei an die 80er Jahre zurückdenkt, liegt nicht so falsch, wie Zarnic findet: „Man fühlt sich eindeutig in diese Dekade zurückversetzt. Jil Sander, Armani und viele andere entwarfen damals überdimensionierte, weich fließende, breitschultrige und vor allem maskuline Damenanzüge“, sagt die Beraterin.

So sieht das nun wieder aus. Bei der eher maskulinen Linie wird meistens auf klassische Materialien wie eben Schurwolle gesetzt, auch die Muster sind zurückhaltend, sofern überhaupt vorhanden.

Zusammengefasst dominieren bei den Hosenanzügen also zwei Trends: der klassische mit Retro-Elementen aus den 80er Jahren und der ultrafeminine mit Blüten, aber auch mit Stickereien oder Intarsien.

Für welche der beiden Linien man sich entscheidet, ist sicherlich Geschmackssache und hängt vor allem mit der eigenen Figur zusammen. Stilberaterin Gerloff hat ein paar Tipps: „Allgemein kann man sagen, dass die Oversized-Silhouette zwar gut verstecken und kaschieren kann, andererseits auch viel Volumen bringt und mit den langen Jacken auch staucht.“

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