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Bildung: Leichter lernen mit Hund Liah

30.01.2021

Oldenburg „Es ist unglaublich toll, wie ruhig und konzentriert die Kinder arbeiten, wenn meine Collie-Hündin Liah mit in der Klasse ist“, sagt Lehrerin Friederike Hansch. Sie hat an der Grundschule Ofenerdiek in Oldenburg ein Pilotprojekt gestartet. Ein- bis zweimal pro Monat kommt Liah als Lernförderhund mit in die Schule.

„Es entspannt die Kinder, wenn Liah neben ihnen sitzt. Meine Klasse musste während des ersten Lockdowns lesen lernen. Als wieder Präsenzunterricht stattfinden konnte und die Mädchen und Jungen das erste Mal in der Schule vorlesen sollten, hatte ich Liah mitgenommen. Sie lag immer bei dem Kind, das vorgelesen hat – bei manchen sogar auf den Füßen. Einigen fiel es wirklich nicht leicht, aber alle haben es geschafft. Das Strahlen auf den Gesichtern der Kinder danach war ein wahrer Glücksmoment“, erzählt Friederike Hansch.

Positive Resonanz

Sie bezieht Liah in alle möglichen Bereiche des Unterrichts ein. In Mathe entwickelt sie zum Beispiel Textaufgaben zum Thema Hund: Frau Hansch hat 41 Leckerli. 17 Kinder geben Liah eines. Die Frage, wie viele Leckerli übrig sind, entwickelten die Schülerinnen und Schüler selbst. Für ihren Unterricht mit Lernförderhund hat Friederike Hansch ein Konzept entwickelt, das mit der Gesamtkonferenz der Schule abgestimmt ist. „Die Schulleitung hat mich von Anfang an unterstützt. Auch alle Eltern ziehen mit. Die Resonanz von Kindern und Eltern ist total positiv.“

Damit ein Hund mit in die Schule darf, müssen er und sein Halter ein sehr gutes Team bilden. „Privat“ lebt Liah zusammen mit Friederike Hansch, deren Mann und ihren beiden Söhnen in Oldenburg. Sie stammt aus einer Zucht, die schon viele Therapiehunde hervorgebracht hat. „Das hat mich bestärkt, als ich überlegte, sie mit in die Schule zu nehmen“, sagt die Lehrerin. Denn schließlich trägt sie die Verantwortung.

Wenn die junge Collie-Hündin mit in der Schule ist, steht auch Bewegung auf dem Stundenplan. Dann spielen Kinder und Hund zum Beispiel der Plumpsack geht um. Wobei ein Beutel mit Leckerlis der Plumpsack ist. Auch Tricks wie „gib Pfötchen“ oder „dreh dich“ üben sie zusammen. „Es ist faszinierend, dass manche Kinder gleich diese ruhige Bestimmtheit ausstrahlen, auf die Tiere sofort hören. Anderen muss man erklären, worauf es ankommt, aber beim zweiten Versuch klappt es eigentlich immer“, berichtet Friederike Hansch.

Das hängt möglicherweise auch mit der Hunderasse zusammen. „Collies sind im Allgemeinen lernbegierig, sanft und wollen ihre Aufgaben gut erfüllen“, erläutert die 49-Jährige. Sie ist mit einem Collie aufgewachsen. „Meine Eltern haben ihn manchmal losgeschickt, damit er mich von der Schule abholt. Er saß dann vor dem Gebäude und hat auf mich gewartet.“

In dieser Schule hatte Friederike Hansch ein Erlebnis, das ihren Weg Lehrerin zu werden vorzeichnete: „Im Religionsunterricht machte meine Freundin leise eine Bemerkung, die einen Lachanfall bei mir auslöste. Ich konnte der Lehrerin unmöglich erklären, warum ich so lachen musste. Deshalb schickte sie mich vor die Tür. Ich konnte das schon verstehen, musste aber eine gefühlte Ewigkeit draußen bleiben. Da überlegte ich mir mit meinen neun Jahren, wie ich als Lehrerin reagieren würde: In meinem Unterricht dürfte gelacht werden. Und das ist bis heute so. Mir ist wichtig, dass die Kinder mit Freude etwas fürs Leben lernen, dass sie sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam lachen.“

Andere respektieren

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Gegenseitigen Respekt lernt die Klasse auch mit Liahs Hilfe: „Viele wollen den Hund sofort streicheln. Aber erst mal müssen alle ruhig stehen bleiben. Denn auch ein Hund ist ein Lebewesen, das respektiert werden muss. Liah darf erst mal schnuppern. Hund und Kind lernen sich kennen. Später dürfen die Kinder Liah natürlich auch streicheln. Wann es soweit ist, bestimmen wir gemeinsam: Es muss zum Unterricht passen und sowohl das Kind als auch Liah müssen wollen. Liah zeigt das mit ihrer Körpersprache. Auch diese lernen die Kinder.“ Die Collie-Hündin ist eine geduldige Zuhörerin. Einmal haben die Kinder ihr Gedichte vorgetragen. Als Belohnung gab es danach eine Streicheleinheit.

Perfekt beschrieben hat eine junge Aushilfslehrerin die Situation in der Klasse. „Sie wusste nicht, dass ich einen Hund dabei habe“, erzählt Friederike Hansch. „Als sie Liah entdeckte, war sie völlig begeistert. Später sagte sie: Friederike, du lebst meinen Traum! Nicht nur ihren. Ich lebe auch meinen Traum.“

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